Tunesien – EU-Flugsicherheit EASA ermahnt Tunisair wegen mangelnder Wartung.

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Tunisair
Tunesisch-staatliche Fluggesellschaft Tunisair

Minister bestätigt Aufforderung der Europäischen Aufsicht für Flugsicherheit EASA und bestätigt Mängel bei Tunisair– bestreitet aber Sicherheitsprobleme.

Tunis / Köln – Die tunesische staatliche Fluggesellschaft Tunisair scheint in größeren finanziellen Nöten zu stecken, als bisher bekannt. Derzeit sucht man in Tunis mit der Regierung nach einer finanziellen Lösung, um die Folgen der COVID-19 Pandemie abzumildern und nötige Umstrukturierungen vornehmen zu können. Ähnlich wie bei der marokkanischen Royal Air Maroc geht es konkret um Finanzhilfen aus Steuergeldern, Stellenab- und Flottenumbau. Wie seit einigen Monaten schon hinter vorgehaltener Hand diskutiert, scheint die Fluggesellschaft auch bei der Wartung ihrer Flugzeuge und dem Service bei den Passagieren sehr sparsam agiert zu haben.

Minister bestätigt Aufforderung der EASA

Tatsächlich hat der Minister für Verkehr und Logistik, Moez Chakchouk, am vergangenen Mittwoch, 16. September 2020, während seines Besuchs auf Attesia TV bestätigt, dass die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) einen Brief an Tunisair gerichtet hat, in dem Tunisair zur Wartung seiner Flugzeuge aufgerufen wird. Die EASA verlange in ihrem Schreiben sogar „dringende Reparaturen“ für bestimmte Flugzeuge, „um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten“, berichtet das Nachrichtenportal Kapitalis.

Der Minister vertrat in dem Interview zwar die Auffassung, dass alle Sicherheitsmaßnahmen von der nationalen Fluggesellschaft eingehalten werden, räumte jedoch ein, dass Reparaturen vorgenommen werden müssten, und teilte mit, dass sich bereits ein Arbeitsteam mit diesem Fall befasse.

Gelbe Karte aus Köln

Durch die schriftliche Aufforderung der Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA, mit Sitz in Köln, hat die tunesische staatliche Fluggesellschaft Tunisair ein neues Problem, mit weitreichenden möglichen Folgen.

Durch die Zweifel an der technischen Sicherheit für die Passagiere droht das Vertrauen und das ohnehin angekratzte Image der tunesischen Fluggesellschaft weiter Schaden zu nehmen. Eine solche Aufforderung ist eine deutliche „Gelbe Karte“, stellt aber noch keine Androhung da, der Tunisair den Flugbetrieb im europäischen Luftraum zu untersagen. Dies droht aber, wenn weitere ernsthafte Verstöße gegen die Passagiersicherheit festgestellt werden.

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