Tunesien – Milch ist knapp.

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Strategische Milchbestände in Tunesien vollständig aufgebraucht. Bauernverband spricht sich gegen den Import von Milchpulver aus.

Tunis – Das von einer schweren wirtschaftlichen Krise und politischer Depression betroffene und geschwächte nordafrikanische Land scheint auch Versorgungsprobleme mit Grundnahrungsmitteln zu haben. In Tunesien wird immer häufiger von Versorgungsengpässen bei Milch berichtet.

Danach seien die strategischen Milchvorräte Tunesiens aufgebraucht, was die sog. Milchkrise verschärfen werde, berichtet unter anderem Tribune Tunisia. Die Lage sei sehr ernst v. a. nach dem Anstieg der Preise für Tierfutter bzw. anderer Nahrungsmittel, habe Midani Dhaoui, Präsident des Nationalen Bauernverbandes von Tunesien (Synagri), im Radio lt. tunisie-tribune.com bestätigt.

Der Verbandspräsident habe darauf hingewiesen, dass die nationale Milcherzeugung 1,3 Mio. Liter pro Tag betrage, gegenüber einem geschätzten täglichen Verbrauch von 1,8 Mio. Litern.

Präsident des Bauernverbands spricht sich dennoch gegen den Import von Milchpulver aus.

Im Interview habe sich der Präsident des Bauernverbands dennoch gegen die Einfuhr von Milchpulver ausgesprochen, obwohl dies in einem Beschluss des Haushaltsgesetzes 2023 vorgesehen sei. Seiner Meinung nach würde dies dem Sektor sehr schaden.

Er habe hinzugefügt, dass Tunesien normalerweise einen Überschuss an jährlicher Milchproduktion habe und diesen zu Pulver verarbeitet, da das Land eigene Produktionseinheiten für die Herstellung von Milchpulver habe.

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