Tunesien – Neue Tunisair Chefin schon wieder entlassen.

Olfa Hamdi sollte Reformen durchsetzen und scheitert an Macht der Gewerkschaften

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Tunisair
CEO von Tunisair - Frau Olfa Hamdi

Ministerium für Transport und Logistik bestätig die Entlassung von Olfa Hamdi von ihrem Posten als CEO von Tunisair.

Tunis – Das Ministerium für Transport und Logistik gab am Montagmorgen die Entlassung von Tunsiair-Geschäftsführerin Olfa Hamdi bekannt, ohne weitere Details zu nennen.

Diese Entlassung erfolgt vor dem Hintergrund von Streitigkeiten mit der wichtigsten Gewerkschaft des Landes, der UGTT, und der Finanzkrise, in der sich die staatliche Fluggesellschaft Tunisair seit Jahren befindet, eine Krise, die durch die Flugausfälle im Zuge der Coronavirus – Pandemie und durch die letzte Woche von der Gesellschaft TAV Tunisia vorgenommene Beschlagnahme der Bankkonten der Gesellschaft Tunisair noch verschärft wurde.

Streit um Finanzmittel eskaliert.

Die Pfändung, die darauf abzielte, 8 Millionen Euro (29 Millionen tunesische Dinar MDT) zurückzuerhalten, verglichen mit einer Gesamtschuld von 20 Millionen Euro (ca. 65,6 MDT), wurde nach einer am Freitag, den 19. Februar 2021, unterzeichneten Vereinbarung zwischen der Tunisair Group, der OACA und TAV Tunisia aufgehoben.

Streik kurzfristig abgesagt.

Die Gewerkschaften der Tunisair unter dem Dach der UGTT hatten am Freitag einen Streik ausgerufen, der nach dieser Einigung abgesagt wurde. Allerdings postete die nun ehemalige CEO des Unternehmens auf Facebook ein Dokument, das den Generalsekretär der Gewerkschaft unter Druck setzte.

Obwohl das Verkehrsministerium die Gründe für die Entlassung nicht angab, erklärte der Minister für Verkehr und Logistik, Moez Chakchouk, die Entscheidung am Montagmorgen auf dem Radiosender Shems FM mit dem Verhalten von Hamdi, die die „nötige Zurückhaltung vermissen ließ, indem sie Verwaltungsdokumente auf Facebook veröffentlichte“.

Olfa Hamdi sollte Reformen durchsetzen und scheitert an Macht der Gewerkschaften.

Die als externe Beraterin erst vor wenigen Wochen ins Unternehmen gekommene Olfa Hamdi, sollte das marode Staatsunternehmen sanieren helfen. Mit großem Engagement packte sie auch heiße Eisen an und schreckte auch nicht davor zurück, einen umfangreichen Personalabbau anzukündigen sowie den Mitarbeitern mangelnde Arbeitsbereitschaft vorzuwerfen. Große Aufmerksamkeit erhielt die junge CEO durch ein Handyvideo, dass sie zeigt, wie sie wutentbrannt mit Mitarbeitern über die wahrgenommenen Defizite stritt. Offensichtlich hat sie die Macht der großen tunesischen Gewerkschaften unterschätzt.

Tunesien – Tunisair bekommt neue Chefin

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