StartAlgerienAlgerien – Mehr Gas für Europa aus Algerien und Nigeria

Algerien – Mehr Gas für Europa aus Algerien und Nigeria

Sonatrach und ENI unterzeichnen Gasvertrag

Unabhängigkeit von russischem Gas bis 2030 angestrebt. Mehr Gas aus Afrika und vor allem aus Algerien und Nigeria

Brüssel – Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, sollen die Machtverhältnisse auf dem weltweiten Energiemarkt neu geordnet werden. Für Europa rücken nun wieder Teile der Welt in den Fokus der eigenen Energiesicherheit, die man zugunsten Russlands vernachlässigt hatte. Zwar waren vor allem die Niederländer, die Franzosen und Italien durch ihre Konzerne Shell, Total und Eni überwiegen in Westafrika und Libyen engagiert, doch der Naheosten wurde von den USA kontrolliert und man scheute den zunehmend aufkommenden Wettbewerb mit China. Das große Land der Mitte tauscht seit einigen Jahrzehnten Unterstützung bei Infrastruktur und Waffenkäufen gegen Rohstoffe, ohne sich aus einer moralischen Position in die innere Angelegenheit afrikanischer Regime einzumischen, gleich welcher Art. Angesichts der inzwischen als bedrohlich empfundenen Energieabhängigkeit von Russland schlägt auch die Europäische Union zunehmend einen interessensorientierten und pragmatischen Weg ein.

EU will sich bis 2030 von Russland unabhängig machen und setzt auf Algerien und Nigeria.

Die Europäische Union (EU) hat am 25. März 2022 ein Energieabkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet, welches die Lieferung von 15 Milliarden Kubikmetern verflüssigtem Erdgas bis Ende 2022 vorsieht.

Tim McPhie, Pressesprecher der Europäischen Kommission, wird mit der Aussage zitiert: „Die EU hat das klare Ziel, die Gasversorgung kurzfristig zu diversifizieren und sich gleichzeitig auf die Förderung erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu konzentrieren, um die Klimaziele zu erreichen. Verflüssigtes Erdgas bietet derzeit die schnellste Möglichkeit, die Gasversorgung zu diversifizieren.“

In diesem Zusammenhang wird dem Projekt der Trans-Sahara-Pipeline, die Nigeria und Algerien verbinden und ab 2027 Erdgas nach Europa transportieren soll, große Bedeutung beigemessen. Dadurch wird Nigeria in die Lage versetzt, sein Erdgas über Algerien nach Europa zu transportieren.

Unter anderem hat Italien, ein Mitglied der Europäischen Union, die notwendigen Gaslieferungen durch ausgeweitete abkommen sichergestellt.

Sonatrach und ENI unterzeichnen Gasvertrag

Der algerische Staatskonzern Sonatrach und der italienische Energiekrise „ENI“ haben am vergangen Montag (11. April 2022) in Algier in Anwesenheit des Präsidenten der Republik Algerien, Abdelmadjid Tebboune, und des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi ein Gasabkommen unterzeichnet, so Sonatrach in einer Pressemitteilung. Die Vereinbarung wurde von Delegationen beider Länder, unter der Führung von SONATRACH CEO, Toufik Hakkar, und dem CEO von Eni, Claudio Descalzi, unterzeichnet.

Diese Zusammenarbeit soll es den beiden Unternehmen ermöglichen, die Entwicklung von Projekten zur Erdgasförderung zu beschleunigen, indem sie ihre Anstrengungen bündeln und die Menge des zu exportierenden Gases erhöhen. Sie werden die verfügbaren Kapazitäten der Enrico-Mattei-Pipeline (Transmed) nutzen können“, so die Erklärung weiter.

Auf diese Weise hat Italien, ein Mitglied der Europäischen Union, seine Gasversorgung bereits gesichert. Die Geschäftsbeziehungen zu Eni, einem der Hauptkunden von SONATRACH, gehen auf das Jahr 1977 zurück. „Der Vertrag über den Verkauf von Erdgas hat es ermöglicht, in den letzten zwei Jahrzehnten ein Gesamtvolumen von mehr als 300 Milliarden Kubikmetern zu liefern“.

Die „starke“ Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen soll auf dem Gebiet der Exploration und Förderung von Kohlenwasserstoffen sowie auf dem Gebiet der neuen und erneuerbaren Energiequellen wie Solarenergie, Wasserstoff, Biokraftstoffe und CO2-Abtrennung, -Speicherung und -Nutzung intensiviert werden, heißt es in der über die algerische – staatliche Nachrichtenagentur APS veröffentlichten Pressemitteilung.

Algerien – Italienischer Ministerpräsident wegen Gasabkommen in Algier

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