StartGesellschaftMarokko - 2,5 Mio. Schüler sind von den Lehrerstreiks betroffen.

Marokko – 2,5 Mio. Schüler sind von den Lehrerstreiks betroffen.

Lehrer beklagen niedrige Gehälter, schlechte Arbeitsbedingungen, knappe Ressourcen sowie fehlenden Respekt für ihren Beruf.

Streiks von Teilen der Lehrerschaft ohne Beamtenstatus zieht sich seit Monaten und immer mehr Schulstunden fallen aus.

Rabat – Marokkos Versuch das Bildungswesen zu reformieren und die Lehrerschaft im Sinne eines Kompetenz- und Leistungsprinzips für Qualität in die Verantwortung zu nehmen, hat bereits unter der Vorgängerregierung und Premierminister El Othmani für einen Konflikt gesorgt. Mehrfach gingen die betroffenen Lehrer, insbesondere ohne Beamtenstatus, auf die Straßen, um eine Gleichstellung mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu fordern, die zu einem großen Teil vom Beamtenstatus profitieren und z.B. von automatischen Beförderungen ohne neuerlichen Qualifikationsnachweis profitieren können. Es geht aber um das Gehaltsniveau und den zur Verfügung gestellten Ressourcen im Bildungswesen.

Auch in diesen Wochen, beginnenden Anfang Oktober, gingen sie auf die Straßen und gerade Anfang November 2023 fanden Demonstrationen im Stadtzentrum der Hauptstadt Rabat und nahe dem Regierungsviertel statt. Die Situation hat zunehmend Einfluss auf die Betreuung der Schülerinnen und Schüler sowie auf die Vorbereitungen auf die landesweit einheitlichen Versetzungsprüfungen.

Marokko – Angestellte Lehrer kündigen dreitägige Demonstrationen an.

Über einem Drittel aller Schülerinnen und Schüler von Unterrichtsausfall betroffen.

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die von den jüngsten Lehrerstreiks betroffen sind, schwankt zwischen 35% und 38%, berichtet das Nachrichtenportal Media24 und beruft sich auf Angaben einer „autorisierten Quelle im Bildungsministerium“. Dabei sollen sich 30% der Lehrkräfte an den Streiks beteiligen.

Seit fast einem Monat falle der Unterricht an öffentlichen Schulen im ganzen Land wegen anhaltender Streiks und Proteste an mehrerern Tagen pro Woche teils völlig aus.

Wie sich die Proteste gegen das neue Einheitsgesetz auf das laufende Schuljahr auswirken, erfuhr Médias24 von einem Experten des Bildungsministeriums.

„Um die laufenden Verhandlungen mit dem Regierungschef zu erleichtern, sei zunächst daran erinnert, dass zwei der vier großen Gewerkschaftsverbände beschlossen haben, die verschiedenen Protestformen auszusetzen“, so der Experte.

„Der Streik dauert nun schon 21 Tage und begann am 5. Oktober 2023. Jeweils in der Mitte der Arbeitswoche (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag) schwankte die Zahl der Streikenden zwischen durchschnittlich 90.000 Lehrern und 20.000 Lehrkräften zum Ende eine Woche (Freitag, Samstag und Montag). Insgesamt handelt es sich um etwa 30 Prozent der Gesamtzahl der Lehrkräfte“, so die Quelle gegenüber Medias24 weiter.

„Der Prozentsatz der von den Streiks betroffenen Schüler/innen schwankt zwischen 35% und 38% aller Schüler/innen. Obwohl die Prozentsätze je nach Region unterschiedlich ausfallen, betrifft der Streik alle Schulstufen und alle Regionen“, so die Quelle weiter.

Für das Schuljahr 2023-2024 seien insgesamt 6.935.106 Schüler/innen an staatlichen Schulen eingeschrieben. Der Prozentsatz bedeute, dass 2,5 Millionen Schüler/innen von den Streiks betroffen seien.

Lehrer beklagen niedrige Gehälter, schlechte Arbeitsbedingungen, knappe Ressourcen sowie fehlenden Respekt für ihren Beruf.

Die marokkanischen Lehrer beklagen sich über ihre niedrigen Gehälter, die oft nicht pünktlich ausgezahlt werden sollen. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen wie kleinere Klassen, mehr Ressourcen und mehr Respekt. Außerdem lehnen sie die Reformen des Bildungssystems ab, da sie ihre Rechte und ihre Autonomie verletzt sehen. Außerdem wollen sie mehr Mitspracherecht bei Entscheidungen und bei der Bewertung ihrer Arbeit.

Für die Schüler/innen haben Lehrerstreiks schwerwiegende Folgen. Sie verlieren Unterricht und geraten in Lernrückstand. Besonders schädlich ist dies für Schüler/innen in ländlichen Gebieten, wo die Schulen ohnehin schon unter einem Mangel an Infrastruktur, Ausrüstung und qualifiziertem Personal leiden. Die Schüler/innen riskieren, ihre Prüfungen zu verpassen, ihr Abschlusszeugnis zu verlieren oder die Schule abzubrechen. Einige Schüler/innen versuchen, ihre Ausbildung über Online-Plattformen oder private Nachhilfe fortzusetzen, aber dies ist nicht für alle zugänglich oder leistbar.

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