StartGesellschaftMarokko – Bildung will zukünftig mehr auf Softskills setzen.

Marokko – Bildung will zukünftig mehr auf Softskills setzen.

Rat für Erziehung, Bildung und Forschung will intellektuelle Unabhängigkeit fördern.

Neue Richtung in der Bildung – Faktenvermittlung soll teilweise der Stärkung von Softskills weichen. Sprachkompetenz soll ein Schwerpunkt werden.

Rabat – Das marokkanische Bildungssystem steht seit Jahrzehnten in der Kritik. Obwohl es eines der wenigen Systeme in der Welt ist, dass für die Schülerinnen und Schüler bis hin zum Studienabschluss nahezu kostenfrei ist, wird es für seine Unterfinanzierung, für die schlechte Infrastruktur, vor allem auf dem Land, und die Bildungsqualität kritisiert.

Hauptkritik ist, dass die jungen Menschen den Bildungsweg durchlaufen, ohne die nötigen Fähigkeiten zu erwerben, die für die Wirtschaft oder die Verwaltung nötig sind.

Zugleich verlassen viele junge Menschen frühzeitig die Schule ohnen grundlegende Kenntnisse in Lesen udn Schreiben. Betroffen sind auf dem Land überweigend Mädchen und junge Frauen. Aber auch Jungen und junge Männer können oft ihren Bildunsgweg nicht abschließen, wenn sie im landwirtschaftlichen Betrieb der Familie oder in einer anderen Art und Weise Einkommen beschaffen müssen.

Bisher wurde in den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen sehr auf die Vermittlung von Fakten gesetzt und Gehorsam gegen übergeordnete Institutionen gelehrt. Inzwischen hat man festgestellt, dass für Innovationen Menschen benötigt werden, die Gegebenheiten in Frage stellen können. Was wirtschaftlich notwendig ist, erscheint politisch nicht risikolos. Dennoch will man nun einiges im Bildungswesen ändern.

Rat für Erziehung, Bildung und Forschung will intellektuelle Unabhängigkeit fördern.

Bei einer Sitzung in Rabat am vergangenen Dienstag, den 4. Juli 2023, habe der Oberste Rat für Erziehung, Bildung und wissenschaftliche Forschung seine Stellungnahme zu den Gesetzestexten über das System der Erziehung, Bildung und wissenschaftlichen Forschung abgegeben. Nach Ansicht des Rates sollte ein neues pädagogisches Modell eingeführt werden, das aktives Lernen und intellektuelle Unabhängigkeit fördere.

Der Rat sprach sich u. a. dafür aus, den Bedürfnissen der neuen Bildungsinstitution durch einen systematischen Ansatz und eine tiefgreifende Reform des Bildungssystems gerecht zu werden. Darüber hinaus empfahl der Rat die Schaffung eines innovativen pädagogischen Modells, das von der reinen Wissensvermittlung zur Förderung des aktiven Lernens und der intellektuellen Freiheit übergehe. In diesem Modell werden Sprachkenntnisse in Verbindung mit anderen Fähigkeiten entwickelt, die zur intellektuellen bzw. kulturellen Bildung beitragen.

Sprachkenntnisse und Sprachkompetenz von großer Bedeutung.

Hinsichtlich des Einsatzes von Sprachtechnologien in der allgemeinen und beruflichen Bildung schlug der Rat einen planvollen Ansatz zur Ermittlung des künftigen Bildungsbedarfs vor, auf dessen Grundlage die Lehrpläne angepasst werden könnten. Dies bedeute, dass die Sprachkenntnisse auf jeder Bildungsstufe ermittelt und Kriterien für die Verwendung von Sprachen im Unterricht festgelegt werden müssen. Auch die verschiedenen Methoden des Sprachenlernen sollten überdacht werden.

Der Rat unterstreiche die Bedeutung der Lehrerausbildung. Es sollten Anforderungen für den Zugang zum Beruf des Sprachlehrers sowie pädagogische Anforderungen für die Ausbildung, den Unterricht und die berufliche Beurteilung festgelegt werden.

Darüber hinaus empfahl der Rat, Standards und Niveaus für die Beherrschung der für den Sprachunterricht erforderlichen Sprachkenntnisse festzulegen. Zusätzlich sollte eine kompetenzorientierte Bewertung der Sprachkenntnisse von Lehrkräften durchgeführt werden.

Schließlich schlug der Rat vor, Methoden zur Überwachung und Bewertung der Wirksamkeit von Fremdsprachenprogrammen einzuführen.

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