StartMarokkoMarokko – Inflation soll 2023 bei 5,5% liegen.

Marokko – Inflation soll 2023 bei 5,5% liegen.

Leitzins steigt um 50 Basispunkte auf 3%

Bank Al Maghrib gibt aktuelle Prognose zur Inflation in 2023 heraus und reagiert mit Leitzinserhöhung. Inflation treibt Leitzinsen weltweit weiter nach oben.

Rabat – Im Königreich Marokko wird, nach einer aktuellen Prognose der Bank Al Maghrib, für das laufende Wirtschaftsjahr 2023 eine Inflation von 5,5% erwartet. Dies gab die marokkanische Zentralbank nach ihrer gestrigen regelmäßigen Aufsichtsratssitzung bekannt.

Dies wäre ein Rückgang nach der Inflationsrate von 6,6% im Jahr 2022, der bisher höchste Inflationswert seit 1992.

Die Inflation belastet die Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger und wird in der Regel auch deutlich stärker wahrgenommen, da gerade Güter des alltäglichen Lebens, insbesondere Nahrungsmittel, deutlich teurer geworden sind. In einzelnen Produktbereichen liegt die Teuerungsrate deutlich über dem durchschnittlichen Inflationswert.

Die marokkanische Zentralbank erwartet im Vergleich zum Vorjahr in Marokko eine sich abschwächende Inflation, weil die von der Regierung ergriffenen Gegenmaßnahmen beginnen werden zu greifen.
Gerade für das 2. Halbjahr 2023 erwartet die BAM eine deutliche Abschwächung, abhängig davon, dass nicht nur die Maßnahmen der Regierung greifen, sondern die sog. externen Schocks sich abschwächen könnten.
So prognostiziert die Zentralbank eine Inflation von 2,3% für das Jahr 2024.

Zugleich geht die Zentralbank davon aus, dass für zahlreiche Sektoren die Inflation auch bei 3,9% liegen könnte, da Subventionen abgebaut werden sollen. Auch wird von Seiten der Bank Al Maghrib darauf hingewiesen, dass es aktuelle Hinweise gibt, dass sich die Inflation kurzfristig beschleunigen könnte, da Versorgungsengpässe die Preise treiben würden. Zugleich erkennt die marokkanische Zentralbank an, dass die Regierung Maßnahmen ergreift, um Versorgungsengpässe zu überwinden.

Leitzins steigt um 50 Basispunkte auf 3%

Wichtigstes Thema war bei der Sitzung vom 21. März 2023, neben der Inflation, die Geldpolitik und die mögliche Reaktion, auf die weiter relativ hohe Teuerungsrate in Marokko.
Vor dem Hintergrund der neuen Schätzung zur durchschnittlichen Jahresinflation mit 5,5% erhöht die marokkanische Zentralbank den Leitzins, um ganze 50 Basispunkte (bps) auf 3%. Damit verteuern sich zukünftig die Kredite an Unternehmen und private Haushalte weiter.
Dies soll dazu beitragen, dass die Inflation sich abschwächt und die Kaufkraft der Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger nicht weiter Schaden nimmt. Zugleich droht aber auch die Nachfrage, insbesondere bezogen auf Investitionsgüter, die nicht selten Kreditfinanziert sind, zurückzugehen, da die Finanzierung teurer werden wird.

Neben der marokkanischen Zentralbank haben weltweit zahlreiche Nationalbanken ihren Leitzins angehoben, zuletzt die europäische Zentralbank EZB. Vor rund einer Woche hob die EZB den Leitzins, also den Zinssatz zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank leihen oder bei ihr deponieren können, auf 3,5% für den EURO-Raum an. Auch dies soll die Inflation innerhalb der EU eindämmen. Entsprechend haben Beobachte eine Anhebung der Leitzinsen auch in Marokko erwartet.

Die Anhebung des Leitzinses wird aber Sparer freuen, die ihr Geld variabel verzinst bei den Geschäftsbanken angelegt haben. Sie können erwarten, dass die Zinsen und damit Renditen für ihre Spareinlagen steigen, was den individuellen Kaufkraftverlust durch die Inflation reduzieren könnte.

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