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Marokko – Israelischer Präsident dankt König für den Schutz von Juden im 2. Weltkrieg.

Marokko ein sicherer Zufluchtsort für Menschen jüdischen Glaubens über die Zeit.

König Mohammed V. habe sich gegen die Handlungen des französischen Vichy – Regime bei der Judenverfolgung gestellt. Israel dankt erstmals Marokko für den Schutz von Juden.

Tel Aviv – Es ist nun etwas mehr als zwei Jahre her, seit Marokko und Israel auf Initiative der USA ihre Beziehungen zueinander wieder normalisiert haben und das nordafrikanische Königreich am 22. Dezember 2020 dem sog. Abraham Abkommen beigetreten ist, welchem auch die Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain beigetreten waren.

Seitdem haben sich die Kontakte und Kooperationen zwischen beiden Ländern intensiviert, auch wenn formell noch keine Botschaften eröffnet, sondern Verbindungsbüros und lediglich Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer berufen wurden. So kooperieren beide Länder bei Sicherheit und Militär, im Tourismus, in der Landwirtschaft, Energie und im Sektor der Meerwasserentsalzung.

Die Annäherung zwischen beiden Ländern wird vor allem von der Wirtschaft und der Monarchie vorangetrieben, was nicht von allen Teilen der Bevölkerung, insbesondere von der islam-konservativen aber auch anderen Teilen der Gesellschaft, befürwortet wird, insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt und Unterdrückung in Palästina durch Israel. Welche Rolle der Konflikt im sog. heiligen Land in der arabischen Welt spielt, zeige sich bei der FIFA-WM 2022 in Qatar, wo die Flagge Palästinas zum Zeichen der Solidarität ständig präsent gewesen ist.

Trotz der Beteiligung anderer Länder am Abraham – Abkommen scheint Israel vor allem die Beziehungen zu Marokko besonders wertzuschätzen.

Politische und emotionale Gründe definieren die Beziehungen zwischen Israel und Marokko

Dies hat sicherlich politische Gründe, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Marokko mit König Mohammed VI. traditionell den Vorsitz des Al Quads (Jerusalem) Komitees innehat und sich damit im Auftrag der Islamischen Staaten für einen freien Zugang zur heiligen Stadt Al Quds / Jerusalem für Muslime aber auch für Anhänger der anderen monotheistischen Religionen einsetzt und sich zugleich für die Anerkennung eines palästinensischen Staates engagiert sowie vor Ort mit der Unterstützung von medizinischen Einrichtungen oder Bildungsinstitute konkret Hilfe leistet.

Eine Normalisierung der Beziehungen zu Marokko ist damit ein gewichtiges Signal an die islamische Welt. Zugleich erhält Israel mit Marokko einen weiteren Verbündeten gegen den Iran.

Es gibt aber auch soziale/emotionale und historische Verbindungen zwischen dem Königreich Marokko und Menschen jüdischen Glaubens, an die der israelische Staatspräsident in einem direkten Brief vom 22. Dezember 2022 an König Mohammed VI. erinnert.

Marokko ein sicherer Zufluchtsort für Menschen jüdischen Glaubens über die Zeit.

Anlässlich des zweiten Jahrestags des bilateralen Abkommens zwischen beiden Ländern richtete der israelische Staatspräsident Isaac Herzog am 22. Dezember 2022 einen Brief an den marokkanischen König Mohammed VI., aus dem israelische Medien zitieren.

Staatspräsident Isaac Herzog dankte und würdigte am vergangenen Dienstag in einem Brief den marokkanischen König Mohammed VI. dafür, dass sein Land den Juden während des Holocausts einen „sicheren Hafen“ geboten hat.

Der Brief sei das erste Mal, dass ein israelischer Staatspräsident die Handlungen eines marokkanischen Monarchen während des Holocausts gewürdigt hat, teilte das Präsidialamt mit.
Präsident Herzog habe Israels Dank an den König „und das marokkanische Volk“ ausgedrückt, „die seit Generationen die Sicherheit, das Wohlergehen und das kulturelle Erbe der jüdischen Gemeinschaft des Königreichs schützen“.

Staatsoberhaupt Herzog erwähnte, dass sich die Juden nach ihrer Vertreibung aus Spanien im späten 15. Jahrhundert in Marokko niederließen, bevor er auf den Schutz der Juden durch das nordafrikanische Land während des Zweiten Weltkriegs einging.

„Als Millionen von Juden im 20. Jahrhundert mit den Schrecken des Holocaust konfrontiert wurden, bot König Mohammed V. seinen jüdischen Untertanen einen sicheren Hafen“, so Herzog in dem Schreiben vom 22. Dezember 2022.

„Die marokkanischen Juden erinnern sich mit Stolz und Zuneigung an Ihren Großvater, Seine Majestät König Mohammed V., der als Beschützer und Hüter der Juden in seinem Reich in Erinnerung geblieben ist“, so Herzog weiter.

Der israelische Präsident lobte die Maßnahmen des jetzigen Königs zur Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft seines Landes und hob die Entscheidung hervor, den Holocaust-Unterricht in marokkanische Schulen aufzunehmen.

Ein solcher Schritt würde nicht nur „das Engagement Ihres Volkes für Toleranz und Verständnis vertiefen, sondern auch eine starke Botschaft über diese wesentlichen Werte an Länder vom Atlantik bis zum Golf senden“, habe Präsident Herzog weiter erläutert.

„Während Ihrer Regierungszeit wurde der hebräische Charakter Marokkos in der Verfassung des Königreichs anerkannt, jüdische Gemeinschaftseinrichtungen im ganzen Land – von Synagogen bis zu Friedhöfen – wurden renoviert, und die Leugnung des Holocaust wurde durch Ihre eigenen Erklärungen angeprangert, in denen Sie die ‚Endlösung‘ als‘ eines der tragischsten Kapitel der modernen Geschichte‘ bezeichneten“, heiße es in dem Schreiben weiter.

Beziehungen zwischen beiden Ländern erlebten Schwankungen.

Die Präsenz von Juden ist in Marokko sehr alt, geschätzt mehr als 2000 Jahre, und sie wurde durch die Flüchtlingswellen insbesondere aus Andalusien zur Zeit der katholischen Reconquista (Rückeroberung) im 15. Jahrhundert verstärkt. Die islamischen Herrscher nahmen sie nach über 780 Jahren Herrschaft auf dem spanischen Festland mit.

Im Zuge der UNO-Entscheidung nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zur Gründung eines Staates Israel in Palästina und in Folge der Konflikte zwischen Juden und arabischen/islamischen Ländern wanderten viele aus, vor allem eben nach Israel aber auch nach Frankreich und Kanada, womit ihre Präsenz in Marokko zurückging. Derzeit geht man von ca. 3.000 Menschen jüdischen Glaubens in Marokko aus.

Während des Zweiten Weltkriegs hatte sich König Mohammed V., der als Vater der marokkanischen Unabhängigkeit vom französischen Protektorat gilt, gegen die antijüdischen Gesetze der gegenüber Nazi-Deutschland freundlich gesinnten Vichy – Regierung gestellt und sich geweigert, an den Maßnahmen gegen Juden teilzunehmen.

Derzeit sollen 700.000 bis 900.000 Menschen mit marokkanischer Staatsangehörigkeit oder Wurzeln in Israel leben. Es ist die zweitgrößte Gruppe von im Ausland lebenden Marokkanerinnen und Marokkanern MRE, gleich nach Frankreich und noch vor Spanien.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern erfuhren auch Schwankungen.
Marokko knüpfte seine ersten Beziehungen zu Israel während der Regierungszeit von König Hassan II., der von 1961 bis 1999 regierte, dem Vater vom jetzigen König Mohammed VI. Präsident Herzog schrieb, dass Hassan II. „eine entscheidende Rolle bei der Schaffung der Grundlagen für den Frieden spielte, auf denen unsere Zukunft jetzt steht“.

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