StartGesellschaftMarokko – Neue weibliche Initiative für eine Reform des Familien- und Strafrechts.

Marokko – Neue weibliche Initiative für eine Reform des Familien- und Strafrechts.

Neue Initiative soll Diskussion wieder anregen. Breite Unterstützung durch Medienhäuser.

Marokkanische Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Kampagne #BghathaLwa9t für eine Reform des Familien- und Strafrechts ein.

Rabat – Die von König Mohammed VI. in seiner Rede vom 30. Juni 2022 angestoßene Diskussion um Reformen, vor allem des Familienrechts, sowie die wiederholte Ankündigung der Regierungskoalition das Strafrecht zu reformieren, hat nach anfänglicher Dynamik merklich an Kraft verloren. Im Strafrecht sollten Straftatbestände reformiert werden, die die sog. „individuellen Freiheiten“ und die Privatsphäre der Menschen betreffen, darunter auch außereheliche Beziehungen. Das Familienrecht sollte gerade beim Erbschaftsanspruch Frauen mehr Rechte zugestehen. Alles Regelungen, die das Fundament des marokkanischen Gesellschaftsrechts tangieren, die islamische Rechtsprechung, was gerade bei islam-konservativen und islamitischen Kreisen, in einer grundsätzlich oder augenscheinlich konservativen marokkanischen Gesellschaft, zu Widerständen geführt hat und weiterhin führt.

Neue Initiative soll Diskussion wieder anregen. Breite Unterstützung durch Medienhäuser.

Hinter der Kampagne #BghathaLwa9t stehen acht marokkanische Künstlerinnen, Schauspielerinnen, Musikerinnen und Influencerinnen. Weiblich und entschlossen wollen sie mit dieser Sensibilisierungskampagne der feministischen Debatte eine neue Stimme geben.

Die Bewegung #BghathaLwa9t in Marokko wird von Künstlerinnen verkörpert, die einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind. Die bekanntesten Gesichter dieser neuen Kampagne sind Samia Akariou, Nora Skali, Loubna El Jaouhari, Bouchra Hraich, Fatim-Zahra Qanboua, Saadia Ladib, Sofia Belkamel und Faty El Jaouhari.  Die Forderung dieser Aktivistinnen ist klar und bekannt, nämlich Gerechtigkeit zwischen bzw. Gleichberechtigung der Geschlechter. Zudem seien die Frauen in Marokko mit Gesetzen konfrontiert, die nicht nur gegen den Geist der Verfassung, sondern auch gegen die Menschenrechte verstoßen würden.

Die Punkte, die Feministinnen seit langem anprangern, reichen vom Familienrecht bis zum Strafgesetzbuch. Es gehe u.a. um die Gleichstellung im Erbrecht, die Aufhebung des Abtreibungsverbots, dem Verbot der Eheschließung bei Minderjährigen, die Neuregelung des Sorgerechts im Scheidungsfall und ähnliches. Diese Forderungen betreffen alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nur die Feministinnen.

„Wir sind es einfach leid, aufzustehen, ohne gehört, ohne anerkannt zu werden. Wir wollen Gleichheit, mehr Gerechtigkeit und ein Zusammenleben in einem Land, in dem uns die Gesetze schützen, anstatt uns ständig zu bedrohen. Wir wollen Unterstützung”, sagt Sonia Terrab, Initiatorin und Produzentin der Kampagne #BghathaLwa9t gegenüber marokkanischen Medien.

„Deshalb haben wir Künstlerinnen gebeten, für uns zu sprechen, unsere Stimmen und unseren Kampf laut und deutlich zu verbreiten. Dieser Kampf ist auch ihr Kampf, der Kampf von uns allen, der Kampf für Gleichheit, für Gerechtigkeit, für ein Land Marokko, in dem die Bürgerinnen und Bürger endlich gleichberechtigt sind”, fährt sie fort.

Die Kampagne #BghathaLwa9t soll durch eine starke Medienpräsenz, einen Rap-Song, der von der jungen Frizzy geschrieben und gesungen und von Hades produziert wurde, sowie einer Reihe von bewegenden Zeugnissen Aufmerksamkeit erregen. Zugleich erfährt diese Initiative eine breite Unterstützung durch die größten Medienhäuser des Landes.

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