Marokko zurück in der Afrikanischen Union.

Marokko wieder Mitglied der Afrikanischen Union

0
Marokko wieder Mitglied der afrikanischen Union
Marokko wieder Mitglied der Afrikanischen Union

Königreich Marokko wieder Mitglied der Afrikanischen Union.

Addis Abeba – Marokko ist zurück in der Afrikanischen Union und wieder volles Mitglied der Organisation. Die in 2002 gegründete Nachfolgeorganisation der „Organisation für afrikanische Einheit (OUA)“ hat ein neues bzw. altes Mitglied aufgenommen. Marokko war Gründungsmitglied der OUA und verlies diese 1984 unter der Herrschaft König Hassan II. aus Protest gegen die Mitgliedsaufnahme der Polisario. Nach über 33 Jahren führt König Mohammed VI. und Sohn von Hassan II. das Königreich zurück in die afrikanische Gemeinschaft.

Heutige Sitzung in Addis Abeba für Marokko ein historisches Ereignis.

Bei der heutigen Sitzung stimmte eine deutliche Mehrheit der 54 Mitgliedsstaaten für die Aufnahme Marokkos. Der Sitzung in der Äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba wohnt König Mohammed VI. selbst bei. Für Marokko ist dies ein historisches Ereignis.
Bereits im Vorfeld hatten einige Staaten ihre Unterstützung für die Rückkehr öffentlich bekundet. Länder wie Mali, Nigeria und Kenia begrüßten die Initiative Marokkos bereits vor der Wahl. Es gab aber auch kritische Stimmen. Die Sitzung fand hinter verschlossenen Türen statt. Die Austrittsursache aus de OUA vor 33 Jahren ist weiterhin vorhanden. Die Polisario ist weiterhin Mitglied der AU und auch die Hauptunterstützer der sog. Freiheitsbewegung Westsahara (Posisario) wie Südafrika, Zambia und das Nachbarland Algerien stehen dem Wiederbeitritt nicht positiv gegenüber.In der heutigen Sitzung soll es hitzige Debatten gegeben haben so moroccoworldnews. Marokko hat in den letzten Monaten eine Charmeoffensive gestartet um eine positive Stimmung rund um die Wiederaufnahme zu schaffen. Seit September letzten Jahres hat der Außenmister Salaheddine Mezouar und König Mohammed VI. zahlreiche Länder Afrikas besucht. Insbesondere mit den Ländern rund um die Sahara wurden Investitions- und Kooperationsabkommen geschlossen. Mit Südafrika wurden neue diplomatische Beziehungen aufgenommen und Botschafter ausgetauscht. Marokko hat sehr viel Geld investiert um Sympathien für die Mitgliedschaft in die Afrikanische Union aufzubauen.

Mitgliedschaft Grundlage für die Süd-Süd-Strategie.

Die Mitgliedschaft in der Afrikanischen Union ist für Marokko eine wichtige strategische Voraussetzung für die sog. Süd-Süd-Strategie. Marokko hat sich entschlossen seine eigene politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung mit dem Blick auf Afrika voranzutreiben. Das Nord-Westafrikanische Land sieht sich selbst als Tor zu Afrika und bietet sich als Kooperationspartner Chinas, der Türkei, Russlands und Europas an. Dabei soll die Vermittlerolle Marokkos aber nur ein kleiner Motor für die Entwicklung sein. Viel stärker glaubt man in Rabat daran, dass die Entwicklung des eigenen Landes einhergehen muss mit der Entwicklung des afrikanischen Kontinents. Dazu gehört es auch, dass Afrika seine Entwicklung selbstbewusst in die eigene Hand nehmen muss und nicht mehr darauf warten kann, das Europa die helfende Hand reicht. Auch der anhaltende Flüchtlingsstrom macht Marokko sorgen. Nicht weil Marokko eines der wichtigsten Transitländer ist, sondern weil Afrika seine Talente verliert, sei es an die Untiefen des Mittelmeers oder an Europa.

Marokko möchte einen Beitrag leisten für Afrikas Entwicklung. Einige Zukunftsfelder sind die Energiegewinnung und die Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft. Auf diesen Feldern sieht sich Marokko gut aufgestellt und in der Lage andere Länder zu unterstützen.