Marokko – Ukrainischer Präsident beruft eigene Botschafterin aus Rabat zurück.

„Bitte suchen Sie sich eine neue Arbeit"

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Vorwurf des mangelnden Engagements und Erfolglosigkeit bei der Beeinflussung der marokkanischen Regierung.

Kiew / Rabat – Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky beruft die ukrainische Botschafterin in Marokko ab. Die Ursache ist nicht ein politisches Zerwürfnis mit Marokko oder ein aktueller Eklat zwischen Kiew und Rabat.

Präsident Zelensky erachtet Botschafterin Oksana Vasylieva als unfähig, die Interessen des Landes in Marokko zu vertreten.
In einem über Twitter veröffentlichten Video informierte der Präsident darüber, dass er neben der Botschafterin in Marokko auch den ukrainischen Botschafter in Georgien aus den gleichen Gründen abberuft.

Die ukrainischen Botschafter in Georgien und Marokko wurden vom ukrainischen Präsidenten abberufen, da sie als „nicht der Aufgabe gewachsen“ angesehen wurden.

„Bitte suchen Sie sich eine neue Arbeit“

Der ukrainische Präsident wird in seinem Video seht deutlich. „Bitte suchen Sie sich einen anderen Job“

„Es gibt diejenigen, die mit allen zusammenarbeiten, um das Land zu verteidigen, damit die Ukraine ihre Zukunft gewinnt. Wir schätzen die Arbeit jedes einzelnen dieser Menschen.
Und es gibt diejenigen, die Zeit verschwenden, nur um im Amt zu bleiben“, warf Volodymyr Zelensky ein und fügte hinzu: „Heute habe ich ein Dekret zur Abberufung der Botschafterin der Ukraine in Marokko und des Botschafters in Georgien unterzeichnet.
Es wird keine Waffen geben, es wird keine Sanktionen geben, es wird keine Hindernisse für russische Unternehmen geben?
Bei allem Respekt, bitte suchen Sie sich eine andere Arbeit“, und forderte damit die verschiedenen ukrainischen Diplomaten auf, ihre Bemühungen im Sinne einer Lösung des Konflikts zu verstärken.

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Marokko verhält sich „neutral“ im russisch-ukrainischen Krieg.

Das marokkanische Außenministerium hatte in einer am 26. Februar 2022 veröffentlichten Erklärung seine Haltung zum Krieg in der Ukraine dargelegt und erörtert, dass „das Königreich Marokko seine Unterstützung für die territoriale Integrität und die nationale Einheit aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen bekräftigt“. „Das Königreich Marokko erinnert auch an seine Verbundenheit mit dem Grundsatz der Nichtanwendung von Gewalt zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Staaten und unterstützt alle Initiativen und Aktionen, die eine friedliche Beilegung von Konflikten fördern“, so das Ministerium von Nasser Bourita weiter.

Diese Haltung kam auch bei der Russlandresolution, über die vor allem auf Initiative der USA in der UN-Generalversammlung abgestimmt wurde, zum Ausdruck. Mit überwältigender Mehrheit stimmten die Mitglieder der UN-Generalversammlung für die Verurteilung Russlands als Aggressor gegenüber der Ukraine. Einige wenige Länder stimmten zu Gunsten Russlands, weitere enthielten sich. Marokko sowie weitere wenige Ländern nahmen erst gar nicht an der Abstimmung teil.

Der marokkanische Außenminister Nasser Bourita tauschte sich mit den Chefs der ukrainischen und russischen Diplomatie zur Position Marokkos aus und wies darauf hin, dass trotz seiner Nichtbeteiligung an den Abstimmungen über die Resolutionen zur Situation zwischen der Ukraine und Russland in der UNO die Krise in Rabat nicht missachtet wird. Im Gegenteil, das Königreich hatte angegeben, „die Entwicklung der Lage zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation mit Sorge und Beunruhigung zu verfolgen“.

Zugleich erteilte Marokko nach marokkanischen Medienberichten russischen zivilen Fluggesellschaften wiederholt Landerechte und Auftankmöglichkeiten auf dem Flughafen Agadir, damit in der Karibik sowie in Mittel- bzw. Südamerika gestrandete russische Touristen zurückgeholt werden konnten, nachdem der europäische Luftraum für russische Airlines gesperrt worden ist.

Marokko – Bourita dankt ukrainischem Außenminister für die Evakuierung von Staatsbürgern.

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