StartSchlagzeilenTunesien – Hauptstadt will attraktiver für Touristen werden.

Tunesien – Hauptstadt will attraktiver für Touristen werden.

Präsident fordert Potentiale mehr zu nutzen.

Tunis beklagt an den Einnahmen durch den Tourismus nicht Anteil zu haben. Hauptstadt will Vorzüge hervorheben.

Tunis – Die Hauptstadt Tunesiens scheint an den gestiegenen Tourismuszahlen wenig zu antizipieren. Die Medina von Tunis war schon immer Teil des touristischen Angebots internationaler Reiseveranstalter. Die Gruppen übernachteten jedoch anderswo, in Hammamet, Sousse, Djerba oder die weiter entfernten Hotels in Gammarth. Bisher wurden die Reisegruppen mit Hilfe von standardisierten Touren durch die Hauptstadt des nordafrikanischen Landes geschleust. Nur wenige hätten nach Einschätzung des Nachrichtenangebots africanmanager ihr Geld in den Geschäften oder Einkaufszentren gelassen.

Nichtsdestotrotz sei die Medina von Tunis eine der ersten tunesischen Kulturstätten, die seit 1979 auf der Liste des Weltkulturerbes verzeichnet ist, zusammen mit Karthago. Djerba, eine der ältesten und größten Touristenattraktion Tunesiens, hat einen solchen Status nicht.

Sehenswürdigkeiten mit wenig Anziehungskraft.

Bisher sei allerdings wenig getan worden, um die Besonderheiten der Medina von Tunis und ihren historischen Reichtum hervorzuheben, so der Bericht von africamanager weiter, abgesehen vom Kasbah-Viertel und einigen angrenzenden Straßen wie der Rue Pacha und der Rue de la Mosquée Ezzitouna, gebe es wenig zu sehen, so dass das touristische Angebot lediglich noch um Denkmäler ergänzt wird.

Politik will Attraktivität der tunesischen Hauptstadt erhöhen.

Bei einem Treffen zur Wiederbelebung der Medina von Tunis am vergangenen Donnerstag, dem 2. Februar 2023, stellte Kulturminister Hayet Guetat Guermazi fest, dass seit 2018 mehr als 100 Verstöße gegen die Stadtplanung bzw. das Kulturerbe festgestellt wurden. Diese würde den historischen Charakter der Medina ebenso beeinflussen wie den Zahn der Zeit, dem sie ausgesetzt sei.

Anlässlich dieses Treffens wurden Verbesserungs- und Restaurierungsprojekte geplant. U.a. wurde das Haus des großen tunesischen und arabischen Historikers Ibn Khaldun aus dem 14. Jahrhundert in der Tourbet el Bey Straße in ein Museum umgewandelt, das seinen Namen trage. Das als „midha el soultan“ bekannte Denkmal an der berühmten El Attarine Straße sei ebenfalls in ein interaktives Museum umgewandelt worden.

Das ehemalige Filmmuseum beim Kulturministerium wurde vor ein paar Jahren in ein Zentrum umgewandelt, in dem die historischen Denkmäler der Medina von Tunis auf wissenschaftlicher Basis präsentiert werden. In der Rue du Pacha habe sich auch eine Reihe von Hotels und touristischen Restaurants und Cafés angesiedelt.

Gastronomie soll ein neuer Anziehungspunkt werden.

Mehrere wichtige Reiseziele in der Welt haben ihren touristischen Ruf auf der nationalen Küche und dem kulinarischen Erbe aufgebaut, wird der Präsident des tunesischen Verbandes der Touristenrestaurants beim jüngsten Arabischen Gastronomietag, der am 1. Februar im Kulturzentrum von Tunis stattgefunden hat, zitiert. Er habe erklärte, dass viele Europäer nach Thailand reisen, um die nationale Küche zu genießen – eine Nische, die in Tunesien nicht gut genutzt wird. Vor ein paar Monaten wurde jedoch ein großes Projekt in dieser Richtung mit einem deutschen Partner gestartet.

Nach dem Vorbild des Tags der Nationaltracht, der seit einigen Jahren am 16. März gefeiert werde, forderte der Präsident des tunesischen Verbands der Tourismusrestaurants ebenfalls die Einführung eines nationalen Tages der tunesischen Küche.

Präsident fordert Potentiale mehr zu nutzen.

Der Präsident der Republik, Kais Saied, der Anfang der Woche den Präsidenten der Arabischen Tourismusorganisation, Bandar Ben Fah, empfing, rief dazu auf, zusätzlich zum Strandtourismus auch den Kultur- und Umwelttourismus zu fördern.

In vielen Ländern der Welt stecke der ökologische Tourismus noch in den Kinderschuhen. Tunesien begegne dem mit seinem Konzept für ländliche Unterkünfte und Beherbergung. Z. B. wurde in der Region „Faj el atlal“ in Ain Draham, im Nordwesten, ein großes ökologisches Tourismusprojekt auf 56 Hektar Bergwald durchgeführt. Außerdem befinde sich im Süden, in der Stadt Tataouine, ein paläontologisches Museum, indem die paläontologischen Überreste eines Dinosaurierskeletts ausgestellt seien.

Der Minister betonte die große Bedeutung von Kultur- und Umweltangeboten für den Tourismus. Das Zentrum könnte so zu einem hervorragenden Werbeträger für den tunesischen Tourismus werden. Der Schlüssel liege jedoch darin, die historischen und kulturellen Wurzeln ggf. richtig hervorzuheben.

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