Weiteres Gasfeld vor der Küste Marokkos entdeckt.

Marokko strebt nach Energiesicherheit.

Gasfeld
Suche nach Gas vor der Küste Marokkos erfolgreich

Marokko baut neue Bezugsquellen für das benötigte Gas auf.

Rabat – Vor der Küste Marokkos wurde bereits zum zweiten Mal in diesem Monat ein Gasfeld entdeckt. Im Atlantik vor der Küste Kenitras, nur wenige Kilometer nördlich der Hauptstadt Rabat, wurde bei Bohrungen das neue Gasfeld gefunden. Das auf Nordafrika und Ägypten ausgerichtete Bohr- und Förderunternehmen SDX Energy hat in seiner Pressemeldung den Fund bestätigt. Schon seit einigen Monaten wird vor der gesamten Küste Marokkos nach Gas- und Ölvorkommen intensiv gesucht. Nun hat man in ca. 1830m Tiefe Gas gefunden. Das entdeckte Gasfeld mit der Bezeichnung KSR-14 (Bezeichnung für die Bohrlizenz) wird nun auf seine Ergiebigkeit hin untersucht und bewertet. Die ersten Messergebnisse lassen vermuten, dass das entdeckte Gasfeld ergiebiger sein könnte als angenommen. Das Unternehmen teilte mit, dass die nötigen Messungen sowie der Anschluss an das marokkanische Gasnetz in ca. 30 Tagen abgeschlossen sein werden. Danach kann Marokko das Gasfeld ausbeuten. Neben dem Feld KSR-14 wurde in der vorletzten Woche das sog. Feld Rabul 2 entdeckt.

Marokko strebt nach Energiesicherheit.

Die intensive Suche nach Erdgas- und Erdölvorkommen ist vor dem Hintergrund des stetig ansteigenden Energiebedarfs zu sehen. Marokkos Energiebedarf steigt jährlich um ca. 6%. Trotz der Investitionen und Kooperationsprojekte in die erneuerbaren Energieträger, wie Solar-, Wasser- und Windenergie, stammt der weit überwiegende Teil der produzierten Energie aus fossilen Rohstoffen. Neben der Kohle ist das vor allem Gas. Marokko muss fast alle Energieträger importieren und ist beim Gas vom Nachbarland und Rivalen Algerien abhängig. Diese Abhängigkeit soll reduziert werden und bestenfalls in der Zukunft nicht mehr bestehen. Zu diesem Zweck führt man mit Russland Gespräche über die Lieferung von Flüssiggas und hat mit Nigeria ein Abkommen zum Bau einer Pipeline abgeschlossen. Über diese Pipeline soll Gas von Nigeria über 6.000 km durch die Länder Benin, Togo, Ghana, die Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone, Guinea, Guinea-Bissau, Gambia, Senegal und Mauretanien nach Marokko strömen – maghreb-post berichtete. Von dort aus soll es dann auch nach Europa exportiert werden. Gleichzeitig sollen alle Länder entlang der Pipelinestrecke und Marokko mit Gas versorgt werden. Damit würde Marokko neben Algerien einen zweiten Lieferanten für das benötigte Gas besitzen und zugleich Algerien auf dem europäischen Markt Konkurrenz machen.