Marokko – König begnadigt Strafgefangene aus afrikanischen Ländern.

Begnadigung fällt zeitlich mit dem Beginn der Hauptversammlung der Afrikanischen Union zusammen.

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Mohammed VI.
König Mohammed VI. von Marokko

Außerordentliche Begnadigung zu Gunsten von 201 älteren und kranken Inhaftierten aus Ländern der Sub-Sahara.

Rabat – Am gestrigen Abend informierte das marokkanische Justizministerium darüber, dass König Mohammed VI. eine außerordentliche Begnadigungen ausgesprochen hat. Der marokkanische König habe in seiner Rolle als Anführer der Gläubigen und aus humanitären Gründen 201 ausländische afrikanische Gefangene, die von den verschiedenen Gerichten des Königreichs verurteilt worden waren, außerordentlich begnadigt, so die Erklärung des Justizministeriums.

Bei den 201 begnadigten Personen handelt es sich, um ältere und kranke Inhaftierte aus Ländern der Sub-Sahara, die sich während ihrer Haft vorbildlich verhalten und an Integrationsprojekten teilgenommen haben.

Justizministerium will Anreize schaffen. Erste Begnadigung nur für Bürger aus Ländern Afrikas.

Diese königliche Begnadigung sei auch eine Ermutigung für diejenigen, die während ihrer Strafe gutes Benehmen zeigen, indem sie die geltenden Gesetze und Normen respektierten, und die positiv auf Rehabilitations- und Wiedereingliederungsprogramme reagieren, fügte die Erklärung hinzu.

Das Justizministerium erklärte auch, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden, um die Rückkehr der Freigelassenen in ihre Länder zu erleichtern.

Die Entscheidung ist die erste königliche Begnadigung von ausschließlich sub-saharischen Häftlingen. Traditionell begnadigt der König vor allem zu hohen muslimischen und politischen Feiertagen. Zuletzt begnadigte der König 300 Personen anlässlich des Eid Al Mawlid Nabawi, einem Feiertag, der an die Geburt des Propheten Mohammed erinnern soll.

Begnadigung fällt zeitlich mit dem Beginn der Hauptversammlung der Afrikanischen Union zusammen.

Die Begnadigung des marokkanischen Königs fällt zeitlich mit dem Beginn des alljährlichen Gipfels der Afrikanischen Union (AU) zusammen. Seit dem 21. Januar 2020 tagen die ständigen Mitglieder der AU in Addis Abeba, Äthiopien. Anfang Februar findet an gleichem Ort das Treffen der Staats- und Regierungschefs der AU statt. Marokko ist bestrebt, sich als engagiertes Mitglied der AU zu etablieren und hat ein großes Interesse das Wohlwollen aller Staaten zu erringen, um die eigene Position zur Westsahara zu stärken. Zugleich definiert Marokko seit einigen Jahren die Staaten der Sub-Sahara als strategische Region. Ein positives Signal an diese Länder könnte Wohlwollen schaffen.

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