Marokko – Neue Terrorzelle zerschlagen.

Anti-Terrorkampf soll Bevölkerung und Wirtschaft schützen.

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BCIJ
Bureau Central d'Investigations Judiciaires (BCIJ)

Sechs mutmaßliche Mitglieder einer neuerlich ausgehobenen Terrorzelle festgenommen.

Rabat – Die Meldungen aus Marokko, über zerschlagene oder aufgelöste Terrorzellen scheinen nicht zu enden. Erneut melden die Sicherheitsbehörden Festnahmen im Rahmen des Anti-Terrorkampfs. Eine neue Terrorzelle wurde am heutigen 4. Februar 2020 von den Sondereinheiten des Büros für juristische Ermittlungen BCIJ aufgelöst. Der Presseerklärung zur Folge, die über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde, sollen die mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle auf die Region Casablanca, Mohammedia und Azilal verteilt gewesen sein. Das BCIJ ist seit rund zwei Jahren der Generaldirektion für territoriale Überwachung (DGST) (u.a. Inlands- und Auslandsgeheimdienst) unterstellt. Wie das Innenministerium in der Erklärung mitteilte, wurden bisher sechs „Anhänger des extremistischen Gedankenguts“ im Alter zwischen 18 und 59 Jahren verhaftet. Erste Ermittlungen sollen zeigen, dass die Mitglieder dieser Zelle planten, „in Marokko Terrorakte zu begehen, um eine mit Daech (ISIS) verbundene Wilaya (Region) zu proklamieren“.

Staatsanwaltschaft ermittelt, während weitere Mitglieder identifiziert werden sollen.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden die Beschuldigten in Gewahrsam genommen, um sie unter die Aufsicht der zuständigen Staatsanwaltschaft stellen zu können. Diese führt nun die weiteren Ermittlungen, um ein Gerichtsverfahren vorzubereiten. Zeitgleich sollen, so das Ministerium weiter, die Ermittlungen der Sicherheitsdienste fortgesetzt werden, um weitere mutmaßliche Komplizen zu verhaften, die der Beteiligung an dieser Terrorzelle verdächtigt werden.

Praktisch eine Festnahmen pro Monat

Marokko führt einen umfassenden Kampf gegen mutmaßliche Terrorzellen. Die Leistungen der Sicherheitsdienste werden weltweit gelobt und viele Länder suchen die Zusammenarbeit mit dem Königreich. Um erfolgreich zu sein, scheuen das Land und seine mächtigen und allgegenwärtigen Sicherheitsdienste vor eine umfangreiche Überwachung der Medien und Kommunikationsdienste nicht zurück. Auch ist ein weit verzweigtes Informantennetzwerk, im In- und Ausland, aufgebaut worden. Praktisch im monatlichen Takt meldet das BCIJ die Zerschlagung oder Auflösung von Terrorzellen. Erst Anfang Dezember 2019 hat man mutmaßliche Terroristen in Nador festgenommen. Davor war es im November in der marokkanischen Hauptstadt Rabat, wo man ein drohendes Blutbad noch rechtzeitig verhindert haben will.

Regelmäßige „Erfolgsmeldungen“ sollen von „starken Staat“ überzeugen.

Zum einen sollen solche „Erfolgsmeldungen“ davon überzeugen, dass der „starke Staat“ in der Lage ist, die Bevölkerung zu schützen, zum anderen lösen solche zahlreichen Festnahmen auch Unbehagen aus, ob die Bedrohung doch ernster ist, als man wahrnimmt. Viele stellen sich die Frage, ob es tatsächlich so viele Terrorzellen im Land gibt, oder der ein oder andere mutmaßliche Terrorist vielleicht nur bewusster „Beifang“ ist.

Anti-Terrorkampf soll Bevölkerung und Wirtschaft schützen.

Das Land hat, neben dem Schutz der eigenen Bevölkerung, guten Grund wachsam zu sein. Viele Anhänger des Daech und Kämpfer in Syrien sowie im Irak stammten und stammen aus Nordafrika. Sie bringen ihr Gedankengut mit und treffen auf eine frustrierte junge Gesellschaft, die daher meist offen ist, für Machtphantasien und den Kampf gegen Regime. Seit 2007, den Anschlägen von Casablanca und dem Anschlag in Marrakech, im April 2011, gab es, in dem nordafrikanischen Königreich keine terroristisch motivierten Bombenanschläge oder Massenangriffe, bis zum schrecklichen Morde an den zwei skandinavischen Frauen 2019. Ein gewichtiges Ergebnis für den wirtschaftlich so wichtigen Tourismus. Ein Anschlag könnte ähnliche Folgen haben, wie in Tunesien, wo 2015 15 Touristen im Nationalmuseum und 37 Urlauber am Hotelstrand sterben mussten, woraufhin der Tourismus, als wichtiger Wirtschafssektor, für Jahre zusammengebrochen ist. Das will Marokko tunlichst vermeiden. In Marokko wären zusätzliche Wirtschaftszweige betroffen, so wie das Sicherheitsempfinden von Investoren und den so wichtigen im Ausland lebenden Marokkanerinnen und Marokkanern MREs gefährdet.

Marokko – Terrorzelle in Nador und Madrid ausgehoben.

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