König Mohammed VI. – Führer aller Gläubigen.

König Mohammed VI. sieht sich als Führer alle Gläubigen – nicht nur von Muslime. Erstes Interview nach elf Jahren.

Prinz der Gläubigen - Führer aller Gläubigen
König Mohammed VI. Afrikareise - Führer aller Gläubigen

König Mohammed VI. sieht sich als Führer aller Gläubigen – nicht nur der Muslime. Daher keine Bevorzugung wegen der Religion.

Rabat/Antananarivo – König Mohammed VI. sieht sich als Führer aller Gläubigen in seinem Land. Das bedeutet nicht nur der Muslime. Mit dieser Feststellung entgegnete der Monarch des nordafrikanischen Landes Kritik der christlichen Bevölkerung von Madagaskar.

Erstes Interview seit elf Jahren.

Beim Besuch des Königs von Marokko auf der Insel im östlichen Teil des indischen Ozeans stellte sich Mohammed VI. dem ersten Interview sei elf Jahren.

Im Umfeld seines Besuches wurde Kritik an Marokko laut. Aus Sicht der christlichen Bevölkerung wäre der Eindruck entstanden, dass die Investitionen Marokkos in Madagaskar so verteilt wären, dass eher der muslimische Teil profitieren würde. Diesem Vorwurf trat der König in einem Interview entgegen. Er versicherte, dass er sich als Führer aller Glaubensrichtungen in Marokko sehe und nicht nur der Muslime. Ebenso betonte der König, dass die Investitionen in den Inselstaat nicht dazu dienen den Islam zu verbreiten oder die Muslime zu bevorzugen, auch wenn die Muslime eine Minderheit darstellten.

König Mohammed VI. hat in dem Interview betont, dass er jeden Zweifel daran zerstreuen möchte, dass es im in Madagaskar nur um die Muslime gehe. Die Investitionen sollen möglichst allen Bevölkerungsteilen zugute kommen.

Marokko verfolgt schon seit einiger Zeit die sog. Süd-Süd-Kooperation, in der das maghrebinische Land die Zusammenarbeit der Afrikanischen Länder untereinander verbessern möchte. Neben der Vorbereitung für den Wiedereintritt Marokkos in die Afrikanische Union ist diese Süd-Süd-Strategie der Grund für die zahlreichen Reisen König Mohammed VI. in den letzten Monaten. Das Königreich bündelt seine Kooperationen und Investitionen in die afrikanischen Länder unter der SNI (Societe National d´Investissement). Die SNI ist eine Dachorganisationen unter der zahlreiche Entwicklungs- und Kooperationsprogramme mit afrikanischen Staaten koordiniert werden, mit dem Ziel eine afrikanisches Wirtschaftswachstum anzuregen.

Kooperationen und Investitionen ohne politische Abhängigkeiten.

König Mohammed VI. wies in dem gleichen Interview darauf hin, dass alle Aktivitäten Marokkos im Geiste der Kooperation vorangetrieben werden und nicht im Sinne von Bevormundung oder gar Kolonialisierung. Im liege sehr viel an der Entwicklung des afrikanischen Kontinents und er fühle sich sehr mit ihm verbunden.

Mohammed VI. hat einen großen Teil der letzten Monate damit verbracht in zahlreiche afrikanische Länder zu reisen. Darunter die Länder Ruanda, Äthiopien, Tansania, Senegal und nun Madagaskar. Die aktuell letzte Station ist Nigeria.

In dem Interview ging König Mohammed VI. auch auf den Wunsch Marokkos ein wieder Teil der afrikanischen Union zu werden. Er wies darauf hin, dass er in den bereisten Ländern überwiegend auf Unterstützung für die Wiederaufnahme gestoßen sei.

Die Entwicklungs- und Kooperationsabkommen stehen aber nicht in Abhängigkeit mit der Wiedereingliederung Marokkos in die Union. Mohammed VI. stellte klar, dass es keine politischen Abhängigkeiten gibt. Er freue sich aber über die Dankbarkeit, die er erfahren dürfte.

Bei dem Besuch des Monarchen und der marokkanischen Delegation auf Madagaskar wurden zahlreiche Abkommen und Kooperationen vereinbart. Darunter ein Beratungsprojekt, bei dem die marokkanische Firma Marshica Med Ltd die Sanierung des ca. 700 km langen Pangalanes Kanals beaufsichtigt und das Landwirtschaft und Fischereiministerium Schulungen im Marketing durchführt.