Konservative Islaminsten von Ämtern enthoben-Sex-Skandal in Marokko.

Regierende Partei (PJD) unter Umständen durch Skandal im Wahlkampf belastet.

Sex-Skandal
Fatima Nejjar u. Omar Benhammed wegen Unzucht verhaftet

Regierende Partei (PJD) unter Umständen durch Sex-Skandal im Wahlkampf belastet.

Rabat – wie zahlreiche Medien übereinstimmend berichten, hat Marokko einen politisch relevanten Sex-Skandal. Zwei prominente und einflussreiche Mitglieder des religiösen Flügels der regierenden Partei von Ministerpräsident Abdelilah Benkirane (PJD), wurden von der Polizei aufgegriffen.  Die Polizei verhaftete Moulay Omar Benhammad und Fatima Nejjart aus einer als „eindeutigen zu bezeichnenden Situation“ heraus. Wie Inquirer.net und ANSAmed, unter Beruf auf Ahdath.info berichten, überraschte die Polizei das rüstige Paar bei „eindeutigen Handlungen“ bzw. in „eindeutiger Position“.  Beide hochrangige Mitglieder der MUR – Bewegung bekleiden jeweils das Amt eines Vizepräsidenten/In in ihrer Organisation.

Die MUR – Bewegung stellt den religiösen und ideologischen Flügel der PJD da. Beide beschuldigte wurden durch ihre Organisation von ihren Ämtern suspendiert. Omar Benhammad ist 63 Jahre alt, verheiratet und Vater von sieben Kindern. Fatima Nejjar ist Witwe und Mutter von sechs Kindern.

Der Fall schlägt hohe Wellen in Marokko. Die beiden Beschuldigten haben sich in der Vergangenheit durch konservative Äußerungen hervorgetan. Omar Benhammed ist Professor für Islamwissenschaften an der Universität von Rabat und bekannt für seine hohen moralischen Forderungen auch an die Jugend des Landes. Die Mitbeschuldigte Fatima Nejjar ist eine bekannte muslimische Predigerin, die auch zahlreiche Lehrvideos im Internet veröffentlicht und insbesondere die jungen Frauen belehrt. Daher sehen sich beide beschuldigten entsprechenden Reaktionen in den Sozialen Medien ausgesetzt. Neben der rein moralischen Dimension des Falls gibt es zwei weitere Aspekte.

Juristische und politische Folgen für die Beschuldigten können weitreichend sein.

Sofern sich herausstellt, dass die Vorwürfe stimmen, droht dem vermeintlichen Paar ein juristisches Nachspiel. Moulay Omar Benhammed droht eine Anklage wegen Ehebruchs und Fatima Najjar sieht sich sogar dem Vorwurf der Anstiftung zum Ehebruch ausgesetzt. Omar Benhammed ließ eine Erklärung verlesen, in der er die Vorwürfe zurückweist und von einem Picknick mit Fatima Najjar spricht ohne das es zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Das Nachrichtenportal ansamed.info meldet, das er von einer sog. „Genussehe“ mit Fatima Najjar sprach und somit keine verwerfliche, sondern eine geregelten Beziehung besteht. Diese Praxis der „Genussehe“ ist umstritten, wird aber nicht selten im arabischen und afrikanischen Raum herangezogen um Beziehungen zu definieren. In Marokko gibt es aber keine Regelungen innerhalb der Rechtsordnung, die eine solche „Genussehe“ vorsieht.

Der Skandal hat aber zusätzlich eine politische Dimension. Im Oktober finden in Marokko Parlamentswahl statt und der aktuelle Ministerpräsident Abdelilah Benkirane, von der islamisch konservativen Partei (PJD), könnte durch die Nähe zur MUR-Bewegung und der vermeintlichen Doppelmoral führender Mitglieder, in seiner Glaubwürdigkeit beschädigt werden. Diese Sorge wird auch der Grund gewesen sein, weshalb die Beschuldigten so umgehend von ihren Ämtern suspendiert wurden.

Der Staatsanwalt hat das vermeintliche Paar nach 24h wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein erster Anhörungstermin vor Gericht wird für den 01. September erwartet. Es drohen Haftstrafen von einem und bis zu 12 Monaten.