TV-Rede König Mohammed VI. – Aufruf an alle Maghrebiner zur Solidarität und Zusammenarbeit.

Appell an Algerien mit Marokko zusammenzuarbeiten. Auslandsmarokkaner sollen sich, mit Geduld und Toleranz, für ein positives Image im Ausland engagieren.

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König Mohammed VI. mit Appell an Algerien mit Marokko zusammenzuarbeiten. Auslandsmarokkaner sollen sich, mit Geduld und Toleranz, für ein positives Image im Ausland engagieren.

Tetéouan – König Mohammed VI. von Marokko, hielt am gestrigen Abend eine TV-Rede. Anlässlich der Feierlichkeiten zur Erinnerung an Mohammed V., der Marokko in die Unabhängigkeit führte, ging der Monarch auf seine Außenpolitik ein.

Mit Bezug auf die historischen Ereignisse in den 40iger und 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts (maghreb-post berichtete), machte der König darauf aufmerksam, dass nicht nur Marokko unter der Kolonialherrschaft gelitten hat. Alle Völker des Maghreb und Afrikas mussten für ihre Unabhängigkeit kämpfen und Opfer erbringen. Dies gilt insbesondere für die beiden Länder Algerien und Marokko. Die Erlebnisse sind eine starke Verbindung zwischen den Völkern.

Mohammed VI. versicherte, dass seine Außenpolitik sich vornehmlich auf Afrika konzentriert und es darum geht, die Herausforderungen dieses Kontinents mit allen Völkern gemeinsam anzugehen. Trotz der langjährigen Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern Marokko und Algerien, rief der König Algerien auf mit Marokko zusammenzuarbeiten. Aus seiner Sicht wollen dies beide Völker.

Aufruf an Marokkaner im Ausland sich für ein positives Image des Maghreb zu engagieren.

Auslandsmarokkaner sollen an ihren Traditionen und ihren Bezug zu Marokko festhalten. Gleichzeitig sollen sie für ein gutes Image im Ausland sorgen. Dazu ist es wichtig, dass sie zusammenhalten und mit Geduld die aktuelle Situation ertragen. Der König machte deutlich, dass er um die schwierige Situation aller Muslime und der Marokkaner weiß. Es sei im Bewusst, dass die Terroranschläge und das falsche Bild über den Islam, die Lebensbedingungen erschweren. Er drückte auch seine Sorge darüber aus, dass es immer wieder gelinge junge Menschen, durch falsche Versprechen und Fehlinterpretationen des Islams, zu Gewalttaten aufzuhetzen. Zahlreiche Gruppen reklamieren für sich den Islam richtig zu interpretieren. Aus Sicht des Monarchen ist das aber ein Trugschluss und es werden die wahren Werte des Islams verleugnet. Der Islam stehe für Toleranz. Daher rief Mohammed VI. Christen, Juden und Muslime auf zusammenzustehen und gegen den Terrorismus zu kämpfen. Er nannten den Terrorismus eine Geißel, die nicht nur viele Teile der Welt und Europa erreicht hat, sondern auch den Maghreb.

Der Monarch verwies darauf, dass es in der Geschichte der Menschen zahlreiche positive Beispiele gab, die zeigen, dass religiöse Interaktion und Koexistenz offene Gesellschaften hervorbrachten, in denen Liebe, Harmonie und Wohlstand herrschten. Als Beispiele nannte er das babylonische Bagdad und das maurische Andalusien.