StartFinanzenMarokko – Finanzministerin widerspricht Ausweitung des Wechselkursbandes

Marokko – Finanzministerin widerspricht Ausweitung des Wechselkursbandes

Finanz- und Wirtschaftsministerin Fattah-Alaoui dementiert anstehende Schritte zur Erweiterung der Wechselkursbandbreite.

Spekulationen über eine mögliche Abwertung der Landeswährung Dirham werden in Zeiten einer hohen Inflation beendet.

Rabat – Marokko hat vor wenigen Jahren einen finanzpolitischen Weg eingeschlagen, um den staatlich festgelegten Wert der Landeswährung Dirham stärker den Einflüssen von Angebot und Nachfrage aussetzen zu können. Derzeit legt die Zentralbank, Bank Al-Maghrib, täglich den Wechselkurs fest, der sich aus einer komplizierten Berechnung ergibt, in die der Bestand an Devisen sowie die Inlandsnachfrage nach diesen einfließen. Auf Anraten der Weltbank soll das Vertrauen in die Landeswährung und dessen Wert gestärkt werden, im dem sich der Wechselkurs freier auf dem Markt ergibt. In einem ersten Schritt wurde die Bandbreite des festgelegten Wechselkurses erhöht und damit den Markteinflüssen mehr Gewicht gegeben. Noch ist das Land weit davon entfernt, den Wechselkurs völlig frei den Einflüssen des Währungshandels auszusetzen. Dennoch wird regelmäßig darüber spekuliert, wann weitere Schritte durch die Zentralbank und die Regierung eingeleitet werden, um die sog. Bandbreite zu erweitern.

Finanz- und Wirtschaftsministerin Fattah-Alaoui dementiert anstehende Schritte zur Erweiterung der Wechselkursbandbreite.

Die Diskussion bekam in der jüngsten Vergangenheit eine neue Dynamik, da mehrere sog. Grenzwährungen hinsichtlich ihres Wertes unter Druck geraten sind. Darunter vor allem der tunesische Dinar und das ägyptische Pfund.

Nach der COVID-19 Pandemie und der damit verbundenen Wirtschaftskrise sind die marokkanischen Staatsschulden gestiegen und die aktuelle internationale Lage, verbunden mit einer hohen Inflation und einer Dürre in dem landwirtschaftlich geprägten nordafrikanischen Königreich, machen die Rückkehr zu einem ausreichenden Wirtschaftswachstum schwierig. Daher wurde spekuliert, dass auch Marokko seine Landeswährung abwerten könnte oder gar muss, um einen Kostenvorteil auf dem Exportmarkt zu erzielen und mit günstigen Produktionskosten auch Investoren aus dem Ausland anlocken zu können.

Doch derzeit hat die Regierung in Rabat das vornehmliche Ziel, die Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger zu schützen und den sozialen Frieden sowie die Stabilität zu erhalten. Eine Abwertung würde die Inlandsinflation unter Umständen erhöhen und die angespannte Lage verschärfen.

Marokko plant vorerst keine Änderungen an seinem Devisenhandelsband, sagte Finanzministerin Nadia Fettah Alaoui am vergangenen Montag (24. April 2023).

Marokko begann 2018 mit schrittweisen Reformen des Devisenmarktes, hat aber seit 2020 keine wesentlichen Änderungen vorgenommen, als es die Schwankungsbandbreite des Dirham rund um den zentral festgelegten Referenzkurs erst um 2,5% und dann auf 5% ausweitete.

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