StartMarokkoMarokko – Mauretanischer Premierminister zu Regierungskonsultationen in Rabat.

Marokko – Mauretanischer Premierminister zu Regierungskonsultationen in Rabat.

Wirtschaftsbeziehungen noch nicht ausreichend ausgebaut.

Marokkanisch-mauretanische Regierungskonsultationen zu Themen wie Wirtschaft und Sicherheit haben in Rabat begonnen.

Rabat – Am heutigen 11. März 2022 finden die marokkanisch – mauretanischen Regierungskonsultationen in der Hauptstadt Rabat statt. Wie das Büro des Regierungschefs bestätigte, wurde der mauretanische Premierminister gestern von Regierungschef Aziz Akhanouch am Flughafen Rabat-Salé empfangen. Er wurde von einer Delegation begleitet, die sich aus Ministern, hohen Beamten und Geschäftsleuten zusammensetzt.

Nach marokkanischen Medienberichten sollen fast ein Dutzend Kooperationsabkommen zwischen Marokko und Mauretanien unterzeichnet werden, die insbesondere die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Rabat und Nouakchott betreffen.

Politische Unstimmigkeiten zwischen Mauretanien und Marokko

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern waren in der Vergangenheit nicht immer unbelastet. So nennt Marokko sein Nachbarland Mauretanien als Partei in dem Konflikt in der Westsahara / marokkanische Sahara und in dem von der UNO geführten Friedensprozess, so dass Mauretanien an den letzten Verhandlungsrunden in der Schweiz, wie auch die Polisario und Algerien, teilnehmen musste. Zugleich konnte das Land seine Sorgen vor territorialen Gebietsansprüche Marokkos auf Regionen im heutigen Mauretanien nicht ablegen, die vor der Kolonialisierung durch Frankreich und Spanien zum Sultanat Marokko gehörten. Rechtskonservative Politiker in Marokko haben durch entsprechende Äußerungen in der Vergangenheit immer wieder für Verunsicherungen in Mauretanien gesorgt.
Zugleich beobachtet Rabat die Annäherung zwischen Mauretaniens und Algerien nicht gerade mit großer Freude.
Ende Dezember 2021 besuchte der Präsident der Islamischen Republik Mauretanien, Mohamed Ould Cheikh El-Ghazouani, Algier und schloss auch dort Kooperationsabkommen.

Algerien – Präsident Mauretaniens zu einem Staatsbesuch in Algier

Wirtschaftsbeziehungen noch nicht ausreichend ausgebaut.

In jüngster Vergangenheit profitierte aber Mauretanien vom wirtschaftlichen Expansionsdrang Marokkos in Richtung Sub-Sahara und Afrika, stellt man doch das derzeit einzige Transitland Marokkos in Richtung Süden da.

So beliefert gerade die marokkanischen Landwirtschaft Mauretanien mit Gütern des täglichen Bedarfs, aber auch mit Elektronik und Fahrzeugteilen. Mehrere marokkanische Konzerne sind im südlichen Nachbarland engagiert, darunter Banken und Versicherungen, Speditionen, Fischverarbeitungsbetriebe und vor allem der ehemalige Staatskonzern Maroc Telecom.

Das nordafrikanische Königreich investiert große Beträge in den Ausbau der Infrastruktur in Richtung Mauretanien und hat auch dafür gesorgt, dass das südliche Nachbarland an die im Bau befindliche Gaspipeline von Nigeria nach Marokko, entlang der westafrikanischen Atlantikküste, angebunden wird.

Marokko will seine Aktivitäten bei der Düngermittelproduktion (OCP-Konzern) auch in Mauretanien und den Nachbarländern ausbauen. Mauretanien verfügt ebenfalls über Phosphatvorkommen und fischreiche Gewässer.

Zwischen beiden Ländern besteht großes Potential für den Ausbau der Handelsbeziehungen. In der Liste der Hauptexportländer Mauretaniens taucht Marokko mit Stand 2019 und nach Angaben von Ghorfa nicht auf. Wichtigster Abnehmer von Waren und Dienstleistungen ist China (38,6%) gefolgt von Spanien (15,2), Japan (8,4%), Russland (7,1%). Deutschland hält einen Anteil von 3,2%.

Mauretanien importiert vor allem aus den VAE (13,3%), Spanien (11,4%), China (10,7%), USA (9,2%), Frankreich (7,8%) und den Niederlanden (4,1%)

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