StartMarokkoMarokko – Transportunternehmen gehen in drei-tägigen Streik im ganzen Land.

Marokko – Transportunternehmen gehen in drei-tägigen Streik im ganzen Land.

Transportunternehmen wollen Hilfen vom Staat.

Hohe Kraftstoffpreise und mangelnde Bereitschaft zum Dialog hätten Spediteure und Taxi-Unternehmer landesweit in einen Streik gezwungen.

Rabat – Sehr kurzfristig aber auch wiederholt angedroht wird Marokko von einem mehrtägigen Streik im Transportwesen getroffen. Wegen der hohen Kraftstoffpreise streiken die Straßentransportunternehmen (Überlandbusse, Grand Taxi, Spediteure usw.) nach übereinstimmenden Medienberichten vorerst am 7., 8. und 9. März 2022.

Aus Protest gegen den „astronomischen Anstieg der Kraftstoffpreise“ beginnen die Gewerkschaften des Straßentransportgewerbes heute einen landesweiten Streik von drei Tagen, der verlängert werden kann, so die Organisatoren zitiert unter anderem vom Nachrichtenmagazin Telquel.

Damit lassen die Verbände und Gewerkschaften im Transportwesen einen seit Wochen schwellenden Streit mit der Regierung eskalieren.

Organisatoren werfen Regierung mangelnde Dialogbereitschaft vor.

Die Streiks erfolgen nach eigenen Angaben aus Protest gegen „die völlige Vernachlässigung der Aufforderungen an die Exekutive zum Dialog, die von den Gewerkschaften / Verbänden des Sektors an sie gerichtet wurden, um die durch den Anstieg der Kraftstoffpreise verursachten Probleme zu erörtern und zu lösen“, so die Organisatoren in einer von den Medien zitierten Erklärung.

Neben dem Verband für Transport und Logistik (FTL), der der CGEM (Unternehmerverband) angehört, wurde das Kommuniqué von den nationalen Vertretern der Gewerkschaften des Straßentransportgewerbes unterzeichnet, die der Confédération démocratique du travail (CDT), der Union générale du travail au Maroc (UGTM), der Union marocaine du travail (UMT), der Union nationale du travail au Maroc (UNTM) und der Fédération démocratique du travail (FDT) angeschlossen sind.

Transportunternehmen wollen Hilfen vom Staat.

Die Transportunternehmen sehen sich einer Situation gegenüber, in der die Marge für ihre Dienste nicht mehr genügt, um alle Kosten zu decken. Zugleich können sie die Kostensteigerungen nicht an die Kunden weitergeben, da diese die Preisanstiege derzeit nicht tragen könnten und wohl auch ablehnen würden.

Zugleich verweigert die Regierung den Unternehmen in zahlreichen Bereichen, vor allem im Taxigewerbe, Preisanhebungen. Nach der langen COVID-19 Pandemie, den Lockdowns und den fehlenden Touristen haben viele keine Reserven, um die weltweit und in Marokko gestiegenen Treibstoffkosten zu kompensieren. Hinzu kommt, dass Marokko vor einigen Jahren die Subventionierung von Treibstoffen abgeschafft hat. Lediglich Gas wird noch subventioniert.

Die Lobby der Transportunternehmen ist einflussreich in Marokko. Zum einen ist der Zugang zum Markt reglementiert und viele einflussreiche Clans kontrollieren den Markt. Zum anderen haben die Gewerkschaften einen großen Einfluss, da ihre Aktionen die Bürgerinnen und Bürger direkt erreichen, womit Druck auf die Regierung ausgeübt werden kann.

Doch die Konten des Staates sind bis an die Grenze ausgelastet, da die Regierung gezwungen ist und auch zukünftig sein wird, Grundnahrungsmittel, Gas und ggf. Strom zu subventionieren, um die weltweiten Folgen an den Rohstoffmärkten und die Dürrefolgen für die Kaufkraft abzufedern sowie den Aufbau der Sozialsystem zu finanzieren. Weitere Subventionen wären da schwierig.

Marokko – HCP prognostiziert 2,8% BIP Wirtschaftswachstum in Q1 2022.

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