StartMarokkoMarokko – Treffen des Negev-Forums erneut verschoben.

Marokko – Treffen des Negev-Forums erneut verschoben.

Negev-Forum soll neuen Namen bekommen.

Mutmaßlich auf Marokkos Wunsch soll das nächste Treffen des sog. Negev-Forums Ende Juli und in Dakhla stattfinden.

Rabat – Das Treffen des sog. Negev-Forums, der Mitglieder des Abraham – Abkommens, wird nach Medienberichten nochmals verschoben.

Ursprünglich sollte das zweite Treffen zwischen den Mitgliedländern, Ägypten, Bahrain, Vereinigter Arabische Emirate V.A.E, Israel, den USA und Marokko Anfang des Jahres stattfinden, dann im März bzw. Juni. Doch alle kursierenden Termine kamen nicht zustande.

Nach dem ersten Treffen in der Negev-Wüste soll nun Marokko Gastgeber des zweiten Treffens werden. Wie das panafrikanische Medium Jeune Afrique und auch das amerikanische Nachrichtenportal Axion, dass sich auf drei US-amerikanische und israelische Beamte beruft, melden, wird es auch im Juni zu keinem Treffen kommen.

Die erneute Verschiebung soll wieder auf Wunsch Marokkos erfolgt sein. Geplant sei gewesen, dass das Forum am 25. Juni 2023 voraussichtlich in der Königsstadt Marrakech stattfindet.

Offiziell würde es Terminkollisionen mit dem anstehenden Opferfest, das in der muslimischen Welt überwiegend am 28. Juni 2023 beginnt, geben. Inoffiziell wird über innen- und außenpolitische Gründe Marokkos spekuliert.

Marokko – Negev-Forum – USA drängen auf Zusammenkunft in Marokko

Marokko reagiert auf Situation zwischen Israelis und Palästinenser.

Das Treffen des sog Negev – Forums wurden inzwischen mindesten drei Mal verschoben. Das nordafrikanische Königreich empfindet ein gewisses Unbehagen darin, mit hochrangigen Vertretern der Regierung Netanyahu öffentlich zu interagieren.

Die rechtsgerichtete und in Teilen rechtsextreme Regierung Israels geht deutlich gewaltsamer gegen die Palästinenser vor und scheut sich auch nicht, heilige Symbole des Islams in Jerusalem zu stürmen. Seit Wochen sterben praktisch täglich Palästinenser bei Razzien, Polizeiaktionen oder militärischen Operationen in den besetzen Gebieten, vor allem im Gaza-Streifen.

Zwar treiben Marokko und Israel ihre politische, militärische und vor allem wirtschaftliche Annäherung auf operativer Ebene voran, doch direkte offizielle hochrangige Kontakte zwischen beiden Regierungen finden auf Sparflamme statt.

Das Streben nach einer Zweistaatenlösung und einer Unabhängigkeit der Palästinenser ist ein wichtiges Thema für die Marokkanerinnen und Marokkaner und für die Regierung sowie den Palast eine innenpolitische heikle Frage im Umgang mit Israel.

Marokko wünscht sich Dakhla in der Westsahara als Tagungsort.

Das Königreich Marokko will auch den Tagungsort Dakhla in der Westsahara / marokkanische Sahara durchsetzen.

Für Marokko ist es wichtig zu unterstreichen, dass das Gebiet der Westsahara fester wirtschaftlicher und politischer Teil des Landes ist.

Die Region ist Völkerrechtlich umstritten und gilt von Seiten der UNO als Gebiet mit ungeklärtem Status. Das Königreich, das seit mehr als 45 Jahren über mindesten 80% der Region die Kontrolle hat, will eine breite Anerkennung der Westsahara als marokkanisches Hoheitsgebiet durchsetzen und demonstrieren. Ein solches hochrangiges Treffen in Dakhla, in mitten der sog. südlichen Provinzen des Königreichs abzuhalten, wäre ein wichtiges Symbol, zumal die USA, Bahrain und die V.A.E den marokkanischen Hoheitsanspruch bereits anerkannt haben. Es fehlen eigentlich nur Ägypten und vor allem Israel.

Das Ägypten auf die Seite Marokkos wechselt, ist eher unwahrscheinlich, aber Israel hat jetzt mehrfach angedeutet, dass es den USA folgen könnte, die 2020 unter Präsident Donald Trump Marokkos Hoheitsanspruch bestätigt hatten. Aus Sicht Marokkos wäre es ein wünschenswertes Gastgeschenk Israels, wenn man die offizielle Anerkennung in Dakhla aussprechen würde.

Doch die Biden – Administration und vor allem US-Außenminister Antony Blinken deuteten zuletzt immer wieder an, dass die USA den UNO-Friedensprozess unter Führung des UNO – Sondergesandten Mistura unterstützen würden, um eine für alle Seiten annehmbare Lösung für den Konflikt zwischen Marokko, der Frente Polisario, Algerien und auch Mauretanien zu lösen. Auch haben die USA ihre Zusagen aus dem Abraham-Abkommen gegenüber Marokko bisher nicht eingehalten. So sagten die USA zu, neben Investitionen in der Region auch eine offizielle diplomatische Vertretung (Konsulat) zu eröffnen.

Die Frente Polisario kämpft bewaffnet und unterstützt durch Algerien für eine unabhängige Westsahara. Dies schließt Marokko aus und bietet eine Autonomie an, die von immer mehr Ländern als realistische und teils einzige Lösung anerkannt wird.

Mit einem erscheinen von US-Außenminister Blinken in mitten der Westsahara würden die USA augenscheinlich die Anerkennung wieder stärker betonen. Mutmaßlich würde sich daher US-Außenminister Blinken wohlerfühlen, wenn das Forum in Marrakech stattfindet.

Negev-Forum soll neuen Namen bekommen.

Marokko und auch die anderen arabischen / islamischen Mitglieder des Abraham-Abkommens wünschen sich einen alternativen Namen. Das Negev-Forum erhielt seinen Namen dadurch, dass das erste Treffen in der Wüste Negev im heutigen Israel stattgefunden hat.

Konnten sich noch alle Beteiligten auf den Namen Abraham, als Stammvater in allen drei monotheistischen Weltreligionen, für das Abkommen mit Israel und den USA einigen, will man nun einen Namen finden, der weniger auf Israel hinweist, sondern die Mehrheit aus islamischen und arabischen Ländern berücksichtigt.

Die Zahl der mehrheitlich islamischen Länder, die dem Abkommen beitreten werden, könnte bald steigen, so dass ein alternativer Name hier hilfreich sein würde.
Aus Medienberichten ist zu entnehmen, dass die USA offen für einen neuen Namen sind, gefunden scheint er aber bislang noch nicht. Nach Angaben von Axios gab es einen ersten Vorschlag für einen alternativen Namen für das Forum: Amena, für Association of the Middle East and North African Countries (Vereinigung der Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas). Ein Akronym, dem Rabat angeblich das Wort „Frieden” hinzufügen wollte, was zu Amena PD (für “Frieden” und “Entwicklung”) führte. Der neue Name wurde noch nicht bestätigt.

Marokko – Vorbereitungen für US-Konsulat in Dakhla werden konkretisiert.

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