StartMarokkoMarokko – Tunnelprojekt Afrotonnel zwischen Marokko und Spanien wird erneut diskutiert.

Marokko – Tunnelprojekt Afrotonnel zwischen Marokko und Spanien wird erneut diskutiert.

Tunnel soll das spanische Tarifa mit Tanger in Marokko verbinden.

Tunnel soll Afrika und Europa unter der Meerenge von Gibraltar verbinden. Eine alte Idee wird wieder aktuell.

Madrid / Rabat – Seit mehreren Jahrzehnten wird eine Idee immer wieder diskutiert, geprüft, beraten verworfen und dann wiederbelebt – eine feste Verbindung zwischen Nordafrika und Südeuropa. Wer den Kontinent wechseln wollte oder will, war, sofern er nicht geflogen ist, auf Fähren angewiesen. Ein Umstand, welchen man in Europa auch im Verhältnis zu Großbritannien gekannt hat.
Zwischen dem europäischen Festland und der britischen Insel wurde dieser Umstand mit einem Tunnel geändert. Im Jahr 1988 wurde der Bau des sog. Eurotunnel begonnen. Es dauerte 6 Jahre, bis zum 6. Mai 1994, um den Tunnel auf einer Strecke von 50 km, davon 37 km unter der Nordsee, fertigzustellen.

Marokko und Spanien wollen Realisierung eines Tunnels zwischen beiden Ländern wieder prüfen.

Nun soll erneut geprüft werden, ob ähnliches auch zwischen Spanien und Marokko möglich sein kann. Beide Länder und Nachbarn diskutieren erneut und intensiv über eines der wohl größten Bauvorhaben der Geschichte. Das Projekt wurde erst am 2. Februar 2023 anlässlich der Regierungskonsultationen zw. den beiden Königreichen offiziell wiederbelebt, berichtet unter anderem das marokkanische Nachrichtenportal Médias24. Es wäre einer der längsten Tunnel der Welt und angesichts der technischen Herausforderungen und politischen Symbolik eines der kühnsten Bauprojekte der Geschichte.

Beide Länder investieren in die Projektentwicklung.

Die Pläne gibt es schon lange, nicht nur als Tunnelprojekt, sondern auch als Brücke, aber dieses Mal scheinen sich Spanien und Marokko tatsächlich dafür einzusetzen, das Projekt zu verwirklichen. Seit der Ankündigung eines Zuschusses der spanischen Regierung in Höhe von 750.000 Euro und der Ernennung eines Direktors an der Spitze der Nationalen Gesellschaft zur Erforschung der Straße von Gibraltar (SNED) deute vieles darauf hin, dass das Projekt reaktiviert werden soll.

An der kürzesten Stelle, sind die beiden Kontinente nur durch eine 14 km lange Meeresenge voneinander getrennt.

„Dies ist ein strategisches Projekt für Spanien und Marokko, aber auch für Europa und Afrika”, betonte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einem Treffen mit dem marokkanischen Minister für Ressourcen und Wasser, Nizar Baraka, bzw. dem Minister für Transport und Logistik, Mohammed Abdeljalil, berichtet die spanische Zeitung El Pais Economia.

Die lange Historie des Projekts

Ein erster Entwurf stammte aus dem vorigen Jahrhundert, als die ersten Machbarkeitsstudien durchgeführt wurden. Aber unter der Straße von Gibraltar befinde sich extrem hartes Felsgestein, das den Bau von Tunneln mit den damals verfügbaren Technologien unmöglich machte. Dies war der Grund, um zu prüfen, ob auch eine Brücke über die Meerenge realisierbar sein könnte.

Die meisten Pläne sahen eine Hängebrücke und den Bau einer künstlichen Insel vor. Aber auch diese Ideen erwiesen sich als sehr riskant und scheiterten letztlich am Widerstand der damaligen spanischen und marokkanischen Verantwortlichen.

Als die Pläne für den Eurotunnel bekannt wurden und sich auch die Bohrtechnik weiterentwickelt hatte, kam das Projekt 1979 nochmals in Schwung, als die spanische und die marokkanische Regierung eine Kooperationserklärung unterzeichneten und diese zur gemeinsamen Gründung einer Entwicklungsgesellschaft führte, die Machbarkeitsstudien und Pläne für einen Tunnel ausarbeiten sollte.

Doch letztendlich ist der Bau eines Tunnels zwischen Nordafrika und Südeuropa technisch anspruchsvoller, als beim Eurotunnel, aufgrund der Geologie und der Meerestiefe. Hinzu kommt eine deutlich intensivere tektonische Aktivität in der Region. Dadurch das die afrikanische und europäische Erdplatte genau an dieser Stelle zusammentreffen, kommt es zu mehr und stärkeren Erdbeben in der Region.

Tunnel soll das spanische Tarifa mit Tanger in Marokko verbinden.

Nach den neuesten Ansätzen soll der Tunnel in der spanischen Stadt Tarifa beginnen und in der marokkanischen Stadt Tanger enden. Der Tunnel wäre insgesamt 40 km lang, wovon 30 km unter Wasser liegen würden.

Die Gesamtkosten des Tunnels sollen sich auf mindestens 5 Milliarden Euro summieren und der Bau werde ca. 15 Jahre dauern.

Laut dem Präsidenten der Nationalen Gesellschaft für das Studium der Straße von Gibraltar (SNED), den Médias24 zitiert, der zusammen mit dem spanischen Unternehmen Secepsa für die Umsetzung der Arbeitspläne des sog. Afrotonnel verantwortlich sei, könnte der Tunnel bis 2035 9,6 Millionen Passagiere und 6 Millionen Tonnen Güter befördern. Analog der Eurotunnel – Lösung wird nur ein Schienenverkehr möglich sein und beide Länder planen einen direkten Anschluss an das jeweilige Hochgeschwindigkeitszugnetz.

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