Algerien – Präsident meldet sich per Videobotschaft nach COVID-19 Erkrankung.

Video soll Gerüchten in Algerien entgegenwirken.

357
Präsident
Präsident Abdelmajid Tebboune meldet sich nach COVID-19 Erkrankung per Videobotschaft

Erstes Lebenszeichen von Präsident Tebboune nach ernster COVID-19 Erkrankung aus dem Ausland. Genesungswünsche von König Mohammed VI. von Marokko

Algier – Am vergangenen Sonntag strahlte das algerische Staatsfernsehen eine Videobotschaft von Präsident Abdelmajid Tebboune aus.
Das erste Lebenszeichen des algerischen Staatsoberhauptes nach rund zwei Monaten und sechs Wochen nachdem er zur Behandlung gegen Covid-19 in ein Krankenhaus in Deutschland eingeliefert wurde.
In dem am 13. Dezember 2020 ausgestrahlten Video wandte er sich, mit einigen zur Beruhigung gedachten Worten an die algerische Bevölkerung. In dem Video bestätigte der algerische Präsident, dass er sich von seiner Covid-19 Erkrankung erholt, aber noch Zeit benötigt.

„Ich bin auf dem Weg der Besserung. Es wird noch zwei oder drei Wochen dauern, bis ich meine körperliche Kraft wiedererlangt habe“, sagte der 75-jährige Präsident, sichtlich gezeichnet und deutlich dünner, in seiner „Rede an das Volk“ am Tag nach dem ersten Jahrestag seines Wahlsieges.

Video soll Gerüchten in Algerien entgegenwirken.

Präsident Tebbounes letzter öffentlicher Auftritt fand am 15. Oktober 2020 in Algier statt, als er den französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian empfing. Gerüchte über den Ernst der COVID-19 Erkrankung wurden genährt, nachdem der Präsident, auf Anraten des Militärkrankenhauses von Algier, nach Deutschland ausgeflogen wurde und es keine entwarnenden Fotos vom Infektions- und Krankheitsverlauf gegeben hat. Nicht wenige befürchteten schon, dass Präsident Tebboune, der in seinem Alter und als starker Raucher zur Risikogruppe gehört, zu einem zweiten Bouteflika und damit zum Schattenpräsidenten wird. Während seines Krankenhausaufenthalts in Deutschland hatten die algerischen Behörden mehrfach angekündigt, dass der Präsident „bald“ nach Hause zurückkehren werde. Seine lange Abwesenheit näherte Gerüchte und Fehlinformationen. Nun versprach das Staatsoberhaupt in dieser vom öffentlichen Fernsehen weitergeleiteten Rede auf seinem Twitter-Account, „so bald wie möglich“ wieder unter den Algeriern zu sein.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Genesungswünsche von König Mohammed VI.

In einer von der staatlichen Nachrichtenagentur MAP veröffentlichten Botschaft, sandte der marokkanische König Mohammed VI. nochmals Genesungswünsch an Präsident Tebboune. Dabei bezog sich König Mohammed VI. auf die Videobotschaft und dankte Allah (Gott) dafür, dass sich der algerische Präsident auf dem Weg der Genesung befände.

König Mohammed VI.
Offizielles Bild von König Mohammed VI.

Algerien und Marokko pflegen auf der politischen Ebene ein seit Jahrzehnten angespanntes Verhältnis, dass in den letzten Wochen und in Abwesenheit von Präsident Tebboune sicherlich nicht einfacher geworden ist, angesichts der Zusammenstöße zwischen der marokkanischen Armee und der von Algerien unterstützten Polisario sowie der diplomatischen Offensive Rabats zum Zwecke der breiteren Anerkennung seiner territorialen Integrität inkl. der Westsahara. Trotz der Spannungen sprechen beide Seiten vom jeweiligen Brudervolk und es gehört zu den üblichen diplomatischen Gepflogenheiten sich gegenseitig Grußbotschaften zu senden.

Empfohlener Artikel