Marokko – Außenministerium nennt Aufnahme von Polisario – Führer in Spanien einen „vorsätzlichen Akt“!

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Quelle marokkanisches Außenministerium - Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und im Ausland lebende Marokkaner - Nasser Bourita

Marokkanisches Außenministerium nimmt mit einem Kommuniqué zu spanischen Äußerungen im Fall Brahim Ghali erneut Stellung und lässt Erklärungsversuche nicht gelten.

Rabat – Die diplomatischen Verstimmungen zwischen Spanien und Marokko haben sich zu einem offenen Streit ausgeweitet. Der Fall des von Spanien aufgenommen Polisario – Führers, Brahim Ghali, belastet die Beziehungen der beiden Nachbarn zunehmend. In der heutigen Nacht hat das marokkanische Außenministerium auf zahlreiche Äußerungen spanischer Politiker reagiert, die in den letzten Tagen die Aufnahme des Polisario – Führers erneut mit „humanitären“ Gründen rechtfertigten, ohne auf die offenen und öffentlich gestellten Fragen Marokkos zu dem Fall einzugehen.

Marokko – Außenministerium bestätig Einbestellung des spanischen Botschafters.

Die Entscheidung der spanischen Behörden, ihre marokkanischen Amtskollegen nicht über die Einreise des Anführers der „Polisario – Milizen“ zu informieren, stellt einen „vorsätzlichen Akt, eine bewusste und souveräne Entscheidung Spaniens da, die Marokko zur Kenntnis nimmt“, so das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Afrikanische Zusammenarbeit und Marokkaner im Ausland in seiner Erklärung.

Spanien hat bewusst Marokko nicht informiert.

Das Ministerium betont, dass „die Entscheidung der spanischen Behörden, ihre marokkanischen Amtskollegen nicht über die Einreise des Anführers der „Polisario – Milizen“ zu informieren, keine einfache Unterlassung ist. Es ist ein vorsätzlicher Akt, eine willentliche und souveräne Entscheidung Spaniens gewesen, die Marokko ausdrücklich zur Kenntnis nimmt. Es wird alle Konsequenzen daraus ziehen“. (…)

„Seitdem Spanien auf seinem Territorium den Anführer der „Polisario -Milizen“ aufgenommen hat, dem Kriegsverbrechen und schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, haben spanische Beamte viele Erklärungen abgegeben, um zu versuchen, diese schwerwiegende und gegen den Geist der Partnerschaft und der guten Nachbarschaft verstoßende Handlung zu rechtfertigen“, stellt das Ministerium fest und weist darauf hin, dass die Berufung auf humanitäre Gründe dieses abwertende Verhalten nicht rechtfertigen kann.

Algerien – Polisario – Führer Ghali mutmaßlich im spanischen Krankenhaus.

Humanitäre Gründe werden nur selektiv vorgebracht.

Das Ministerium erklärt, dass „humanitäre Erwägungen nicht die Manöver hinter dem Rücken eines Partners und eines Nachbarn rechtfertigen“.

„Humanitäre Erwägungen“, fügt das Außenministerium hinzu, „können kein Allheilmittel sein, das dem Anführer der „Polisario – Milizen“ nur selektiv gewährt wird, zu einem Zeitpunkt, da Tausende von Menschen unter unmenschlichen Bedingungen in den Lagern von Tindouf leben“.

Marokko wirft spanischer Regierung Behinderung der eigenen Justiz vor.

Das marokkanische Außenministerium hebt hervor, dass auch humanitäre Gründe die Untätigkeit der spanischen Justiz nicht erklären könnten, während dokumentierte Beschwerden zu Recht in den Händen dieser Justiz liegen würden. „Bei der Strafverfolgung und der Wahrung der Rechte der Opfer kann nicht mit zweierlei Maß gemessen werden“, heißt es weiter. Humanitäre Erwägungen „erklären zudem nicht, dass man sich an einem Identitätsdiebstahl und der Fälschung von Pässen mitschuldig macht, mit der Absicht, das Gesetz willentlich zu umgehen“, so das marokkanische Außenministerium.

„Schließlich können humanitäre Erwägungen nicht die legitimen Ansprüche der Opfer von Vergewaltigungen, Folter und massiven Menschenrechtsverletzungen durch den Anführer der „Polisario – Miliz“ verleugnen“, unterstreicht das Ministerium weiter.

Marokko nennt Äußerungen von spanischen Politikern „Attitüden“.

Das marokkanische Außenministerium weist darauf hin, dass „die Attitüden einiger Regierungsvertreter, die der marokkanischen Reaktion vorgreifen und die Auswirkungen, wie schwerwiegend sie auch immer für die Beziehungen sein mögen, herunterspielen wollten, diese bedauerliche Situation nicht überdecken können.“

Die Aufrechterhaltung der bilateralen Partnerschaft sei eine gemeinsame Verantwortung, die sich aus der ständigen Verpflichtung ergibt, gegenseitiges Vertrauen zu beweisen, eine fruchtbare Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten und die strategischen Interessen der beiden Länder zu wahren, so das Ministerium unter Leitung von Nasser Bourita abschließend.

Marokko – Spannungen zw. Madrid und Rabat durch Aufnahme des Polisario-Führers Ghali.

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