Proteste in Al Hoceima – Menschenrechtsrat bietet Vermittlung an.

Regionalausschuss fordert die Regierung dazu auf, keine Gewalt anzuwenden.

Proteste in Al Hoceima
Proteste in Al Hoceima

Vorsitzender des Menschenrechtsrates nennt die Proteste „friedlich“ und die Forderungen „legitim“.

Rabat – Die Proteste in Al Hoceima und Umgebung gehen nun in den siebten Monat und weiten sich weiterhin aus. Die Spannungen zwischen der Zentralregierung in Rabat und den Demonstranten wachsen ebenfalls. Erst am letzten Sonntag hat die Regierungskoalition den Demonstranten vorgeworfen die Einheit des Landes gefährden zu wollen und nannte diese Separatisten. Einige Parteivorsitzende der Koalition sprachen von einer Übertretung einer politischen „roten Linie“ und warnten die Demonstranten, allerdings ohne konkrete Konsequenzen zu benennen – maghreb-post berichtete. Dieser Darstellung widersprachen die Demonstranten. Einer der bekanntesten Vertreter der Demonstranten Herr Nasser Zafzafi machte in einem Video klar, dass es um soziale und wirtschaftliche Forderungen geht, die legitim wären. Separatismus liege den Protestierenden fern – maghreb-post berichtete. Insgesamt löste die Regierungserklärung Sorge darüber aus, dass die Lage in der Rif – Region eskalieren könnte und ein Gewalteinsatz durch die Behörden und Sicherheitskräfte in Vorbereitung ist.

Menschenrechtsrat (CNDH) bietet Vermittlungsrolle an.

Der Regionalausschuss für die Region Al Hocima – Nador des marokkanischen Menschenrechtsrates (CNDH) hat öffentlich angeboten zwischen der Regierung und den Demonstranten zu vermitteln.

In einer Erklärung, die am heutigen Donnerstag veröffentlicht wurde, forderte der Regionalausschuss die Regierung dazu auf, keine Gewalt anzuwenden und den Frieden zu bewahren. Der Ausschuss fügte hinzu, dass die aktuelle Zuspitzung der „Krise“ von Al Hoceima eine Folge vergeblicher Versuche wäre im Dialog zu einer Lösung zu kommen. Gleichzeitig forderte er dazu auf, eine schlüssige Politik für die soziale und ökonomische Entwicklung der Region zu erarbeiten. Diese Politik müsse im Dialog mit den Protestierenden entstehen.

Vorsitzender des marokkanischen Menschenrechtsrates nennt die Proteste „friedlich“ und die Forderungen „legitim“.

Am letzten Dienstag kommentierte der Vorsitzende des marokkanischen Menschenrechtsrates (CNDH), die Ereignisse in der Rif – Region um Al Hoceima. In der TV-Sendung „Dayf Al Oula“ nannte Herr Driss El Yazami die Proteste in Al Hoceima „friedlich“ und die Forderungen „legitim“. Er ergänzte: „Wir haben von Beginn an die Proteste verfolgt. Mehr als 99 Prozent der Redefreiheit und des Demonstrationsrecht sind im Rif gewährleistet.“ El Yazami fügte hinzu, dass die meisten Demonstrationen friedlich verlaufen wären. Ihm wäre nur ein Fall bekannt, bei dem Polizisten gefährdet waren. Er wiederholte, dass „im Großen und Ganzen die Demonstrationen friedlich verlaufen und legitime soziale und ökonomische Ansprüche vertreten werden.

Die Proteste in Al Hoceima begannen nach dem Tod des Fischhändlers Mouhcine Fikri, der im Rahmen einer Kontrolle durch die Fischereibehörde ums Leben gekommen ist.