Deutschland liefert zweite Fregatte an Algerien aus.

Rüstungsexporte in den Maghreb umstritten.

Fregatte
Ähnliches Schiff - Fregatte: Planung und Konstruktion durch Thysen Krupp.

Algerien bekommt zweite Fregatte aus deutscher Produktion.

Kiel – Wie der Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (shz) berichtet, wurde die zweite von zwei bestellten Fregatten an das maghrebinische Land Algerien ausgeliefert. Am letzten Montag, den 15. Mai. 2017 wurde das Kriegsschiff bei der Ausfahrt in Richtung Nordsee gesichtet.

Das von der deutschen Werft „German Naval Yards“ gebaute Schiff, gehört zu den modernsten Waffensystemen für die Marine aus europäischer Produktion. Die Bewaffnung ist ebenfalls beeindruckend.

Das Kriegsschiff fährt noch nicht unter seinem zukünftigen Namen, sondern unter der Kennung 911. Später soll die Fregatte „El Moudamir“ heißen.
Die Fregatte ist unter anderem mit Anti-Schiffsraketen des Typs „Saab Bofort Dynamics RBS 15 MK 3“ ausgerüstet. Ebenso befinden sich vertikal abschießbare Boden-Luft-Raketen von „Denel Dynamics“an Bord. Darüber hinaus besitzt das Schiffe eine Fern-/Hauptkanone des Herstellers „Oto Melara“ und zwei 27mm – Rheinmetall – Nahbereichskanonen.

Aber auch an Lufteinsätzen kann sich die Fregatte beteiligen. Es gibt die Möglichkeit Helikopter mitzuführen.

Planung und Konstruktion durch Thysen Krupp.

Das Kriegsschiff wurde zwar in der Kieler Werft von „German Naval Yards“ gebaut, allerdings stammt die Konstruktion und die Planung von „Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS)“.

Bereits im August 2016 wurde das erste Schiff vom Typ „Meko A-200ALG“ fertiggestellt und an Algerien übergeben. Mit der jetzigen Lieferung ist der Gesamtauftrag Algeriens abgeschlossen. Das nordafrikanische Land hat damit über zwei Milliarden Euro in die Aufrüstung seiner Marine investiert. Zu dem Gesamtpaket sollen auch bis zu sechs Helikopter von Herstellers Augusta Westland gehören.

Rüstungsexporte in den Maghreb umstritten.

Grundsätzlich sehen die deutschen Bürger Rüstungsexporte kritisch. Insbesondere dann, wenn die in Deutschland produzierten Waffen in vermeintlich unsichere Gebiete geliefert werden. Erst vor wenigen Monaten hat der Bundesrat mit Bezug auf die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern die Maghreb-Staaten als nicht sichere Herkunftsländer eingestuft. Gerade die seit Jahrzehnten bestehenden politischen Spannungen zwischen den Nachbarländern Algerien und Marokko geben Anlass Rüstungslieferungen an eines der beiden Länder kritisch zu bewerten. Lieferungen in die nordafrikanische Region könnten zu weiteren Unsicherheiten, Mißtrauen und damit zu Spannungen führen. Auch Marokko hat in der Vergangenheit aufgerüstet. Neben der Modernisierung der Luftwaffe durch Zukäufe von französischen und amerikanischen Kampfflugzeugen hat Marokko sich bezüglich eines U-Boots bei Russland erkundigt – maghreb-Post berichtete. Das Mistrauen zwischen den beiden Staaten bindet auf beiden Seiten erhebliche Mittel im Staatshaushalt. Obwohl Marokko sich wirtschaftlich auf einen Wachstumspfad befindet und Algerien über Öl- und Gasvorkommen verfügt, gibt es weiter Bevölkerungsteile die in Armut leben.