Rif – Demonstranten: „Wir sind keine Separatisten“

Marokkanische Regierung warnt vor Separatismusbewegung im Rif.

Demonstranten
Nasser Zafzafi -Rif Demonstranten sind keine Separatismusbewegung

Rif – Demonstranten widersprechen der Zentralregierung

Rabat – Nasser Zafzafi, einer der bekannteren Gesichter der Demonstranten in der Region Al Hoceima, widersprach der Darstellung der Zentralregierung – maghreb-post berichtete.

Nach einer Sitzung der Regierung traten die Vertreter der Koalitionsparteien vor die Presse. Bei ihren Stellungnahmen zur Lage in den Rif – Gebieten rund um Al Hoceima warfen Sie den Demonstranten Separatismusbestrebungen vor. Gleichzeitig warnte die Zentralregierung davor, dass sich die Demonstranten durch ausländische Politiker oder gar durch ausländische Finanzmittel steuern lassen.

Bei einer Rede, die als Video aufgezeichnet und in Facebook freigeschaltet wurde, greift Nasser Zafzafi die Äußerung der Regierung auf und stellte sich diesen mit mehr als deutlichen Worten.

In diesem Video, das am letzten Montag auf Facebook veröffentlicht wurde, ist zu sehen dass Nasser Zafzafi nicht nur die Vorwürfe zurückweist, sondern seinerseits die Regierung beschuldigt. Er warf der Regierung Falschaussage hinsichtlich der Demonstranten vor. „Wir sind keine Separatisten. Wir haben legitime Forderungen“, sagte Zafzafi.

Der Aktivist verwendet klare Worte und eine deutliche Sprache und beschrieb die Regierungsvertreter als „Zwerge“, die vom Innenministerium manipuliert wurden.

Demonstranten sind keine Separatismusbewegung

Des weiteren sagte er, dass „Seit sechs Monaten protestiert wird und es wurde kein Schaden verursacht“. „Das Land ist stabil und die Sicherheitslage ist intakt. Wir haben keine separatistischen Bestrebungen.“

„Wir bekommen kein Geld von außen!“

In seiner Rede ging er auch auf den Vorwurf ein, dass die Demonstranten durch ausländische Politiker und Finanzmittel unterstützt werden.

„Wenn Sie (die Regierung) irgendwelche Beweise vorlegen, dass wir Geld von außen erhalten, dann werden wir von der Spitze des höchsten Berges im Rif springen.“

Der Mitanführer Zafzafi bekräftigte die Forderung der Demonstranten, dass das Dekret von 1958 aufzuheben ist, das Al Hoceima zu einer Militärzone erklärte und bis heute das zu macht. Dadurch haben die Sicherheitskräfte und das Militär weitreichende Befugnisse.

Er stellte fest, dass die Proteste eine Folge der ständigen staatlichen Missachtung grundlegender Menschenrechte sind und dies seit 1958.

Niederschlagung von Protesten durch den damaligen Kronprinz Hassan II. 1958/1959.

In den Jahren 1958 und 1959 wandte sich die Bevölkerung des Rif gegen die Regierung von König Mohammed V., welcher von Frankreich unterstützt wurde. Unter Führung von Kronprinz Hassan II. und General Oufkir marschierten ca. 20.000 Soldaten in das Rif – Gebiet ein und schlugen den Aufstand nieder. Auch 1984 kam es zu Protesten, die dazu führten, dass König Hassan II. sich in einer TV-Rede an die Demonstranten wandte und klar machte, dass er einen Bann gegen die Region verhängen würde.

Demonstrationen durch den öffentlichen Disput nun im Bewusst sein aller Marokkaner angekommen.

Nun diskutiert die Regierung und die Demonstranten über die Medien, womit die Lage in der Region Al Hoceima endgültig im Bewusstsein aller Marokkaner angekommen ist. Damit könnte die Handhabung der Situation zu einem echten Prüfstein für die weitere demokratische Entwicklung und die Meinungsfreiheit des Landes werden. Positiv ist sicherlich zu bewerten, dass auch die Rif – Bevölkerung die territoriale Integrität des Landes nicht anzweifeln oder gar gefährden. Damit kann man sich nun in einem Dialog auf einander zubewegen. Das stimmt auch die Auslandmarokkaner hoffnungsvoll, die mit Sorge auf eine mögliche Eskalation schauen.