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Tunesien – AfDB gewährt 87,1 Mio. US-Dollar Kredit für Getreideankauf und Projekte in der Getreideindustrie

95% des konsumierten Getreides muss Tunesien importieren.

Afrikanische Entwicklungsbank will mit neuem Kredit das PADIFIC Programm Tunesiens unterstützen.

Tunis – Die African develompment bank AfDB greift Tunesien unter die Arme.
Am vergangenen Mittwoch haben der Minister für Wirtschaft und Planung, Samir Saied, und die stellvertretende Generaldirektorin des Regionalbüros Nordafrika der AfDB, Malinne Blomberg, in Tunis einen Darlehensvertrag unterzeichnet.

Es handele sich, um einen Kredit über 87,1 Millionen US-Dollar (ca. 267,56 Millionen Dinar*) zur Finanzierung des landwirtschaftlichen „Projekts zur Unterstützung der integrativen und nachhaltigen Entwicklung der Getreideindustrie” (PADIFIC).

Dabei erhält das Land sehr günstige Konditionen. Der tunesische Minister hob bei der Unterzeichnungszeremonie hervor, dass das Darlehen der AfDB über einen Zeitraum von 24 Jahren zurückgezahlt werde soll, davon die ersten 4,5 Jahre tilgungsfrei. Mit dem Geld solle die strategische Getreidelagerkapazität des Landes von zwei auf drei Monate erhöht werden. Dazu werden die Hafensilos in Radès und Bizerte reaktiviert und modernisiert. In Djebel Djelloud wird ein neues Silo gebaut und der Getreidetransport per Bahn wieder aufgenommen. Die Finanzmittel werden auch für Getreidelieferungen nach Tunesien eingesetzt.

Beide Vertreter hoben Bedeutung des PADIFIC – Projekts hervor.

Darüber hinaus betonte der Minister die „besondere Bedeutung” des PADIFIC-Projekts für integrative und nachhaltige Investitionen sowohl im vor- als auch im nachgelagerten Bereich der Getreidekette.

Unter der Leitung der Banque Tunisienne de Solidarité (BTS) wird PADIFIC außerdem junge Menschen bei der Gründung von fünf Start-up-Unternehmen unterstützen, die Nebenprodukte des Getreideanbaus verwerten. Dies geschehe zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen zur Verbesserung der Getreideproduktion und -produktivität, wie z.B. landwirtschaftliche Beratung und Ausbildung der Landwirte.

Der Minister fügte hinzu, dass diese Vereinbarung Teil einer Strategie zur Verfolgung der Ziele des Projekts für Ernährungssicherheit in Tunesien (PAUSAT) sei. Angesichts der anhaltenden Dürre und der weltweiten Nahrungsmittelkrise, die u.a. durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurde, ziele dieses Projekt darauf ab, den Getreidesektor widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks und dem Klimawandel zu machen und die Getreideversorgung zu sichern.

Er erklärte, dass die Dürre die Ernte auf 250.000 Tonnen Getreide reduziert habe, während der nationale Jahresbedarf bei 3,4 Millionen Tonnen liege.

Laut Malinne Blomberg, stellvertretende Generaldirektorin des AfDB-Regionalbüros für Nordafrika, wird das Projekt zu einer zusätzlichen Produktion von schätzungsweise 1,6 Millionen Doppelzentnern Hartweizen und 1,2 Millionen Doppelzentnern Gerste führen. Es wird erwartet, dass die Nachernteverluste reduziert werden, was zu einem geschätzten Gewinn von 115.000 Doppelzentnern Getreide führen wird.

PADIFIC wird sich auch auf die Ernährungssicherheit gefährdeter Bevölkerungsgruppen auswirken, die für ihre Ernährung hauptsächlich auf Getreideprodukte angewiesen sind. Aber auch die Akteure der Verarbeitungskette wie Mühlen und Bäckereien werden profitieren. „Auch die Landwirtschaft, z.B. in Form von Viehfutter, wird von den positiven Auswirkungen des Projekts profitieren”, fügte sie hinzu.

Dieses Projekt wird Tunesien, das 95% seines Getreides importiere, helfen, die Auswirkungen der weltweiten Getreidepreiskrise und der Dürre zu bewältigen”, ergänzte sie abschließend.

*Wechselkurs Stand 19. Juli 2023

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