StartSchlagzeilenTunesien - Nahrungsmittelexporte nach Asien sollen erheblich gesteigert werden.

Tunesien – Nahrungsmittelexporte nach Asien sollen erheblich gesteigert werden.

Export von Lebensmittel kann negative Effekte auf das Inland haben.

Nordafrikanisches Land will asiatischen Markt stärker mit Lebensmittel beliefern, ungeachtet der Versorgungslage im Inland

Tunis – Das nordafrikanische Land Tunesien will seine Wirtschaft durch Exporte stärken. Angesichts der eher touristisch orientierten Wirtschaft kann das Land nur auf wenige Exportgüter zurückgreifen. Um den asiatischen Zielmarkt besser bedienen zu können, will man auf landwirtschaftliche Produkte setzen.

Das Potenzial für Nahrungsmittelexporte in die asiatischen Märkte sei groß, wie das Nachrichtenmagazin African Manager aus Tunesien berichtet. Dies war das Thema des Export Morning, der am Freitag, den 21. Juli 2023 von der CEPEX organisiert wurde.

Wissensaustausch über den asiatischen Markt.

Während der Konferenz seien die Möglichkeiten des Lebensmittelexports in die wichtigsten asiatischen Märkte, die Herangehensweise an diese Märkte und die praktischen Möglichkeiten des Marktzugangs vorgestellt worden.

An der Veranstaltung habe eine Gruppe von internationalen Marktführern und Experten teilgenommen. Sie hätten ihr Wissen und ihre Erfahrungen über den Zugang zu den asiatischen Märkten ausgetaucht. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe von Exportmatinées, die für 2023 geplant sind.

Vor allem koreanische Wirtschaftsakteure suchen Kontakt zu tunesischen Produzenten.

Diese zweite Ausgabe des von der CEPEX organisierten Wirtschaftsforums diente nach tunesischen Medienberichten der Förderung der bilateralen Handelsbeziehungen. Sie habe 70 koreanische Geschäftsleute und Wirtschaftsführer mit rund 200 tunesischen Unternehmern zusammengebracht.

Bechir El May, Direktor für arabisch-asiatische Zusammenarbeit, wies darauf hin, dass 4,2 % der tunesischen Exporte auf bestimmte Produkte entfallen, darunter v. a. Phosphatderivate und in geringerem Maße Datteln, Olivenöl und Mineralien. Die Fischereiprodukte seien hauptsächlich für Japan bestimmt.

Bei den diversifizierten Importen (17%) handelt es sich hauptsächlich um elektronische Erzeugnisse und Geräte, Fasern und Gewebe, Primärmetalle und Erzeugnisse der Automobilindustrie.

Tunesien exportiert bereits Produkte in 12 asiatische Märkte.

Gegenüber dem Nachrichtenportal African Manager erklärte Mourad Ben Hassine, Generaldirektor des Zentrums für Exportförderung, am Rande des fünften Treffens über die Perspektiven der Nahrungsmittelexporte nach Asien, dass Tunesien in 12 asiatische Märkte exportiert. Dabei handele es sich hauptsächlich um Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Produkte. Er fügte hinzu, dass der Wert der Exporte im Agrar- und Lebensmittelsektor bis 2022 etwa 300 Millionen US-Dollar erreicht habe. Um den Anteil dieser Exporte auf 1,6 Mrd. US- Dollar zu verfünffachen, gebe es eine Reihe von Möglichkeiten. Zunächst müssten jedoch die komplizierten sanitären und phytosanitären Verfahren, insbesondere auf dem asiatischen Markt, geklärt werden.

Um mehr Möglichkeiten für die Förderung tunesischer Produkte auf den asiatischen Märkten zu schaffen, fügte Ben Hassine hinzu, könnten die Probleme im Zusammenhang mit „sanitären und phytosanitären Maßnahmen” ergänzt durch die Senkung von Zöllen und die Überprüfung von Handelsabkommen gelöst werden. Verschiedene tunesische Produkte seien auf dem chinesischen Markt sehr gefragt und in Zusammenarbeit mit dem Handelsministerium werde derzeit eine elektronische Plattform für die Registrierung tunesischer Lebensmittel entwickelt. Außerdem werde mit China über die Entwicklung von Exportindikatoren für diese Plattform verhandelt.

Er erklärte auch, dass Tunesien normalerweise mehrere Rohstoffe im Wert von 2,5 Mrd. tunesischen Dinar auf den asiatischen Markt exportiert.

Beteiligung an Messen und Ausstellungen

Um tunesische Produkte besser auf dem asiatischen Markt zu positionieren, kündigte der CEO einen Aktionsplan für 2023 an. Dieser sieht die Organisation von je einer Messe in Indien und Indonesien sowie die erstmalige Teilnahme an einer Messe in Südkorea vor.

Ziel sei es, einer Reihe von Unternehmen die Präsenz auf den asiatischen Märkten zu erleichtern bzw. zu unterstützen. Das Halal-Label wird den Zugang zu verschiedenen muslimischen Märkten erleichtern und den Bekanntheitsgrad tunesischer Produkte erhöhen.

Export von Lebensmittel kann negative Effekte auf das Inland haben.

Auch wenn die tunesische Wirtschaft auf den Export setzt, wird der Exportausbau von Lebensmitteln durchaus kritisch gesehen. Das ebenfalls maghrebinische Land Marokko hat bereits vor vielen Jahren eine ähnliche Strategie eingeleitet und produziert insbesondere für den europäischen und amerikanischen Markt landwirtschaftliche Produkte wie Tomaten, Avocados, Melonen oder Zitrusfrüchte.
Diese Produktion findet inzwischen in einer vom Klimawandel und von Dürren belasteten Region statt. Länder wie Marokko exportieren damit auch das ohnehin knappe Wasser.

Zugleich drohen die Exporte die Preise für Lebensmittel ansteigen zu lassen, denn die Landwirte oder landwirtschaftlichen Betriebe und Exporteure können im Ausland meist einen besseren Preis erzielen, als im Inland. Neben Preisanstiegen durch Verknappung wird auch die qualitativ höherwertige Ware, die auch andere Umweltstandards oder Anforderungen an den Pestizideinsatz erfüllen muss, eher exportiert und mindere Qualität auf dem weniger kaufkräftigen Inlandsmarkt angeboten. Hinzu kommt, dass es in der Vergangenheit in Tunesien auch zu Versorgungsengpässen gekommen ist, nicht zuletzt bei Grundnahrungsmittel.

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