StartGesellschaftTunesien – Wasserknappheit trifft auf wirtschaftlich schwierige Lage.

Tunesien – Wasserknappheit trifft auf wirtschaftlich schwierige Lage.

Tunesien leidet unter Niederschlagsdefiziten.

Versorgungsprobleme mit sauberem Trinkwasser in Tunis führen zu Unsicherheiten und belasten Bevölkerung weiter.

Tunis – Mitten im für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan und bei steigenden Temperaturen kommt es ausgerechnet in der tunesischen Hauptstadt immer wieder zu Versorgungsproblemen mit sauberem Trinkwasser.

In der Nacht von Mittwoch, 22. März, auf Donnerstag, 23. März, begann der heilige Fastenmonat Ramadan in mehreren Vierteln von Ariana in Tunis ohne Wasser, berichten tunesische Medien. Dies sei ein wiederkehrendes Problem, von dem große Teile der Hauptstadt vor allem nachts betroffen seien, berichtet unter anderem der Courrier de l’Atlas.

Als Ursache wurden Wartungsarbeiten am Leitungsnetz angegeben. Anderen Ursachen wurde widersprochen. „Die Nationale Vereinigung für Wassernutzung und -verteilung (Sonede) meldet, dass Reparaturen am Verteilungsnetz der Grund für die nächtlichen Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung sind”. Ob die Bewohner rechtzeitig über die Unterbrechung informiert wurden, wurde nicht mitgeteilt, was aber zu einer planbaren Unterbrechung der Wasserversorgung gehören sollte.

Tunesien leidet unter Niederschlagsdefiziten.

Die Hauptursache für die Wasserknappheit sei jedoch der Rückgang der Niederschläge, wird in den Berichten unterstellt. Zw. September 2022 und Mitte März 2023 habe Tunesien nur die Hälfte der Wassermenge feststellen können, im Vergleich zu normalen Jahren.

Dadurch sei die Kapazität der natürlichen und künstlichen Stauseen sehr gering. Das Defizit entspreche „mehr als einer Milliarde Kubikmeter Wasser in den Stauseen, die bald austrocknen könnten”, zitiert der Courrier de l’Atal Hamadi Habaieb, Generaldirektor des Amtes für Planung und Wasserwirtschaft des Ministeriums für Landwirtschaft, Wasserbau und Fischerei.

Wie der amerikanische Außenminister Antony Bliken am vergangenen Mittwoch, den 22. März, befürchtete, komme diese Wasserkrise zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da Tunesien am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs stehe. Die Europäische Union teile diese Befürchtungen und zögerte nicht, dies durch ihren Kommissar Josef Borell deutlich zu machen, „die Situation in Tunesien ist sehr gefährlich.”

Tunesien verhandelt seit 2021 mit den IWF über neue Kredite, um die Zahlungsfähigkeit des Staates zu verbessern. Der IWF fordert allerdings teils empfindliche Reformen des öffentlichen Dienstes. Der politische, soziale und vor allem wirtschaftliche Druck im Land und innerhalb der Bevölkerung ist bereits groß. Wenn jetzt auch noch Versorgungsprobleme bei Trinkwasser hinzukommen, könnte dies der berühmte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Zu Stabilität würde eine solche Situation sicherlich nicht beitragen.

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