Tunesischer Gesundheitsminister nach Marathonveranstaltung gestorben.

Premierminister spricht von einem großen Verlust.

Slim Chaker, tunesischer Gesundheitsminister erlitt einen Herzinfarkt.

Tunis – Nach übereinstimmenden Medienberichten und Bestätigung durch das Gesundheitsministerium in Tunis, verstarb der tunesische Gesundheitsminister gestern am 08. Oktober 2017 völlig überraschend. Er hatte an einer Marathonveranstaltung teilgenommen. Bei der Veranstaltung hatte er eine Ansprache gehalten und ist symbolisch 500 Meter mit gelaufen. Auf dem Weg zu seinem Dienstwagen klagte er plötzlich über Schmerzen in der Brust und wurde umgehend ins Militärkrankenhaus nach Tunis gefahren. Leider erlag Minister Slim Chaker im Alter von nur 56 Jahren seinem Herzinfarkt. Wie das Gesundheitsministerium inzwischen bestätigte, fand die Sportveranstaltung in der Stadt Nabeul statt. Sie diente dazu, um auf den Kampf gegen Krebs aufmerksam zu machen.

Premierminister spricht von einem großen Verlust.

Premierminister Youssef Chahed hat sich zum Tod seines Gesundheitsministers bereits geäußert. Auf seiner Facebookseite drückte er sein Bedauern und sein Beileid gegenüber der Familie von Slim Chaker aus. „Ich habe einen Bruder und einen Kollegen verloren“, sagte der tunesische Ministerpräsident Youssef Chahed.

Minister Slim Chaker war fester Bestandteil der tunesischen Regierungen nach der Revolution von 2011.

Der Ehemalige Berater des amtierenden Präsidenten Béji Caïd Essebsi hat seit 2011 mehrere Funktionen in den bisherigen Regierungen ausgeübt. Er war unter anderem auch schon Minister für Finanzen sowie für Jugend und Sport. Bei der letzten Regierungsumbildung im September 2017 übernahm er das Ministerium für Gesundheit – maghreb-post berichtete. Wer in Zukunft das Amt des Gesundheitsministers über nehmen wird, ist noch völlig unklar. Für den Premierminister gilt es nun einen geeigneten Kandidaten zu finden und der Familie von Slim Chaker beizustehen. Tunesien verliert mit dem Tod von Slim Chaker einen erfahrenen Politiker, der gerade ein sehr schwieriges Amt angetreten hatte. Wie in allen Ländern des Maghrebs und Afrikas ist die Gesundheitsversorgung eines der Problemfelder. Es fehlt an medizinischer Grundversorgung, vor allem außerhalb der Hauptstadt Tunis, so wie an gut ausgebildeten und motivierten Fachpersonal. Auch gilt das Gesundheitswesen als Wirtschaftsbereich, bei dem ohne Korruption wenig läuft.