Algerien und Mauretanien schließen Abkommen zur Schaffung von Grenzübergängen.

Algerien sucht Verbündete gegen Marokko.

Abkommen
Algerien und Mauretanien schließen Abkommen

Erstes Abkommen für einen geregelten Grenzverkehr seit der Unabhängigkeit beider Staaten.

Nouakchott – Algerien und Mauretanien haben in dieser Woche ein erstes Abkommen unterzeichnet, das den jeweiligen Grenzübertritt und Grenzverkehr regelt. Wie die staatliche mauretanische Presseagentur AMI meldet, regelt das Abkommen die Einrichtung von Grenzstationen und die Überwachung bzw. Kontrolle von Grenzübertritten. Das ist das erste Abkommen zwischen den beiden Nachbarländern, seid ihrer jeweiligen Unabhängigkeit von Frankreich. Seit Jahrzehnten war die Grenzregion zwischen Algerien und Mauretanien praktisch Niemandsland und offen für den Schmuggel von Menschen, Waffen und Drogen.

Algerien und Mauretanien wollen sich weiter annähern.

Das Abkommen wurde von dem mauretanischen Minister Ahmedou Ould Abdallah für „Auswärtige Angelegenheiten“ und seinem algerischen Amtskollegen, dem Außenminister Noureddine Bedoui, während eines offiziellen Besuchs in Nouakchott, geschlossen. Minister Bedoui sagte, dass Algerien „zuversichtlich“ sei, dass dieses Grenzabkommen den gemeinsamen Interessen der beiden Länder in verschiedenen Bereichen zugutekommen werde, vor allem bezogen auf den Transit von Personen und Gütern. Gleichzeitig erhoffe er sich, dass dieses Abkommen ein Sicherheitsgewinn im Kampf gegen Terrorismus, Kriminalität und anderen Sicherheitsbedrohungen sei. „Im Einklang mit dem Willen der beiden Länder werden wir uns dafür einsetzen, die Zusammenarbeit, angesichts der Herausforderungen in der Region, zu verstärken“, fügte er hinzu. Der mauretanische Minister stimmte seinem Amtskollegen zu. Er glaube auch, dass das Abkommen die Sicherheitskooperation, bei der Bekämpfung der illegalen Einwanderung und der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität, erleichtern wird. Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeiten die beiden Länder auch an einem Straßenbauprojekt zwischen Tindouf in Algerien und Choum in Mauretanien zusammen.

Das Abkommen enthält kein konkretes Datum für die Eröffnung der ersten Grenzstation.

Das Abkommen wurde seit 2016 zwischen den beiden Staaten vorbereitet. Bei einer Regierungskonsultation 2016 wurde beschlossen, eine erste Grenzstation auf mauretanischer Seite in Cheggatt, im äußersten Nordosten, einzurichten. Aber auch das jetzt geschlossene Abkommen, sieht lediglich vor eine Grenzstation zu eröffnen. Wann dies geschehen wird, bleibt aber unklar. Tatsächlich ergeben sich nicht unerhebliche logistische Probleme. Auf beiden Seiten befinden sich die nächstgelegenen Ortschaften mehrere hundert Kilometer von der gemeinsamen Grenze entfernt.

Algerien sucht Verbündete gegen Marokko.

Algerien sieht in Mauretanien einen möglichen verbündeten gegen den Nachbarn im Westen. Die Gespräche zwischen Algerien und Mauretanien haben sich intensiviert, als es im letzten Jahr diplomatische Irritationen zwischen Marokko und Mauretanien geben hat. Laut Medienberichten hatte Mauretanien zeitweise damit gedroht, den Grenzübergang bei Guergarate zu Marokko zu schließen und durch eine mauretanisch-algerische Grenze bei Tindouf zu ersetzen. Dies hätte Marokko angeblich einen direkten Zugang zur Subsahara verschließen sollen. Doch dazu ist es nicht gekommen, da es noch keine Regelungen mit Algerien gegeben hat und weil die Grenze bei Guergarate auch für Mauretanien wirtschaftlich wichtig ist. Der Grenzübergang bei Guergarate soll jährlich von ca. 40.000 Reisenden und Transporten genutzt werden.

Algeriens Sorge vor politischer und wirtschaftlicher Isolation.

Algerien ist Mitglied in der Afrikanischen Union und dies nicht wie Marokko erst seit diesem Jahr wieder. Auf Ebene der Organisationen in Afrika unterhält Algerien zu zahlreichen Ländern Beziehungen. Insbesondere zu den Ländern, die die Position Algeriens hinsichtlich der Westsahara-Frage teilen. Doch Algerien hat Sorge, dass die neue Afrikapolitik Marokkos dazu führt, dass Algerien, in der unmittelbaren Nachbarschaft, isoliert wird. Eine Sorge, die nicht ganz unbegründet ist – maghreb-post berichtete. Die Spannungen zwischen Algerien und Marokko haben sich in den letzten Wochen verschärft (maghreb-post berichtete) und es bleibt abzuwarten wie Algerien auf einen möglichen Eintritt Marokkos in die ECOWAS reagieren wird. Algerien selbst ist kein Mitglied der ECOWAS. Da aber sowohl Marokko als auch Tunesien in die Westafrikanische Wirtschaftsvereinigung eintreten möchten, wäre Algerien durch den ECOWAS – Raum praktisch umschlossen und ein Mitglied Marokko hätte sicher wenig Interesse daran Algerien in die ECOWAS aufnehmen zu lassen. Daher versucht Algerien nun bilaterale Abkommen mit afrikanischen Staaten abzuschließen. Aber auch hier hat Marokko bereits einen deutlichen Vorsprung. Während Mauretanien und Algerien noch über Grenzübergänge sprechend, schließt das Königreich bereits Wirtschaftsabkommen und gilt heute als einer der größten Investoren in Afrika. Obwohl sich Algerien aktuell wegen des niedrigen Preises für Rohöl und Gas in einer wirtschaftlich schwierigen Situation befindet, hat das flächenmäßig größte Land Afrikas noch immer eine volumenmäßig größere Volkswirtschaft, als der Nachbar im Westen. Doch die Kassen sind aktuell leer und die Wirtschaft ist wenig diversifiziert.