König von Marokko auf Vermittlungsmission in der Golfregion.

Krise zwischen Saudi Arabien und Qatar seit Monaten anhaltend.

Vermittlungsmission
Krise zwischen Saudi Arabien und Qatar seit Monaten anhaltend.

König Mohammed VI. reist in die Emirate, Saudi Arabien und Qatar.

Abu Dhabi/Rabat – Unmittelbar nach seiner Rede an die Nation, anlässlich des 42. Jahrestages des „Grünen Marsches“, reiste König Mohammed VI. in die Golfregion. Seine erste Station ist Abu Dhabi. Dort nimmt er an der offiziellen Eröffnung des Kunstmuseums Abu Dhabi Louvre teil. Das Museum gilt als erstes universales Kunstmuseum der arabischen Welt und soll als Symbol des weltoffenen und toleranten Islams dienen. Der König wird von Prinz Moulay Ismail sowie seinen Beratern Fouad Ali El Himma, Yasser Znagui und Abdellatif Menouni begleitet. Anwesend sind auch Außenminister Nasser Bourita und Kulturminister Mohamed Laarej. Vor dem Hintergrund der Teilnahme des Chefberaters Ali El Himma und des Chefdiplomaten Nasser Bourita ist zu vermuten, dass es bei der Reise um mehr geht als die Eröffnung eines wichtigen Museums.

König Mohammed VI. trifft auf französischen Präsident Emmanuel Macron.

Bei der Eröffnung des Abu Dhabi Louvre ist auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron anwesend. Das von dem französischen Architekten Jean Nouvel entworfene Museum wird nach französischen Medienberichten rund 600 Werke und Exponate beherbergen, darunter ca. 300 Leihgaben aus französischen Museen, einige davon aus dem Louvre in Paris. Für König Mohammed VI. und dem Präsidenten Macron ergibt sich die Gelegenheit für ein persönliches Gespräch.

Abu Dhabi nur erste Station für eine Vermittlungsmission in der Golfregion.

König Mohammed VI. wird mindesten zehn Tage in der Golfregion verweilen. Er reist von den Emiraten aus auch nach Saudi Arabien sowie nach Qatar. Marokko unterhält gute Beziehungen sowohl zu Saudi Arabien wie auch zu Qatar. Seit dem Ausbruch der diplomatischen Krise zwischen den Nachbarländern hat sich Marokko konstruktiv aber neutral gegenüber beiden Ländern verhalten. In Qatar wird der marokkanische König um den 12. November 2017 erwartet.

Krise zwischen Saudi Arabien und Qatar seit Monaten anhaltend.

In der Golfregion herrscht seit Monaten Krisenstimmung. Schon seit längerem wirft das Königreich Saudi Arabien dem Nachbarland Qatar die Unterstützung von terroristischen Gruppierungen vor. Seit Anfang Juni hat Saudi Arabien sowie weitere Staaten der Region, hauptsächlich die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain sowie Ägypten, versucht den Kleinstaat am Golf zu isolieren und wirtschaftlich zu schwächen. Neben der Türkei gilt Qatar als Hauptgeldgeber der sog. Muslimbruderschaft, die in zahlreichen arabischen Ländern einen konservativ-islamorientierten Staat errichten wollen. Sie waren auch in Ägypten und Tunesien nach dem sog. Arabischen Frühling an der Regierung, konnten aber die Bevölkerung nicht überzeugen. Doch nach fast sechs Monaten der Blockade merken jetzt alle Beteiligten, dass die bisherige Vorgehensweise nicht funktioniert und der erhoffte Schaden für Qatar ausgeblieben ist. Die Wertschätzung der Golfstaaten gegenüber Marokko und seinem König sowie die bisher geschickt eingenommene neutrale Position in diesem Konflikt, versetzt König Mohammed VI., aus Sicht der beteiligten, in die Lage zu Vermitteln. Doch angesichts des großen Misserfolgs für Saudi Arabien und seiner Verbündeten wird es schwierig werden, eine für alle gesichtswahrende Lösung zu finden. Gemessen an den Zielen der Blockadeallianz hat sich diese bisher blamiert. Auf der anderen Seite wird Qatar aus den bisherigen Erfahrungen mit seinem Nachbarn, Saudi Arabien und insbesondere den anderen Staaten der Emirate, sehr misstrauisch auf mögliche Angebote blicken. Keine einfache Vermittlungsmission für König Mohammed VI. .