Algerien – Tragen von Schutzmasken könnte bald zur Pflicht werden.

Algerien prüft eigene Herstellung von nicht-medizinischen Schutzmasken.

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Schutzmaske
Tragen von Schutzmaske in der Öffentlichkeit

Gesundheitsminister rechnet mit einem Bedarf von 10 Mio. Mund- und Nasen – Schutzmasken pro Tag, um die Menschen vor Ansteckung mit dem Coronavirus besser schützen zu können.

Algier – Mit Stand 14. Mai meldete Algerien 529 Todesfälle im Land, seit Beginn der Pandemie, so der Sprecher des zuständigen wissenschaftlichen Ausschusses zur Bekämpfung der Epidemie, Professor Djamel Fourar. Die Zahl der Neuinfektion hat in den letzten 24 Stunden um 189 neue Fälle zugenommen und laut derselben Quelle insgesamt 6.442 bestätigte Fälle erreicht, die über das gesamte Staatsgebiet verteilt sind. Die Zahl der Genesungen stieg um 100 auf 3.158, so Professor Fourar.

Weitere Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung geplant.

In Algerien geht man davon aus, dass alle ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen noch über das Ende des Ramadans hinaus beibehalten werden müssen. Dazu gehören auch Ausgangssperren in den hauptsächlich betroffenen Regionen, hier vor allem die Region Blida und Algier. Bereits jetzt hat sich die Regierung vom sog, Fatwa-Rat bestätigen lassen, dass das gemeinsame Gebet zum Ende des Ramadan zuhause verrichtet werden muss. Als nächste Stufe finden aktuell Vorbereitungen statt, um auch in Algerien eine allgemeine Pflicht zum Tragen von Mund- und Nasenbedeckungen bzw. Schutzmasken in der Öffentlichkeit einzuführen.

Algerien benötigt ca. 10 Millionen Schutzmasken pro Tag.

Der Gesundheitsminister hat nach Berichten algerischer Medien, nicht mehr ausgeschlossen, dass das Tragen von Mund- und Nasenschutz bzw. Schutzmasken zur Pflicht werden könnten. „Wenn die Ausbreitung der Covid-19-Epidemie anhält und sie nicht unter Kontrolle ist, kann der Wissenschaftliche Ausschuss zur Überwachung der Entwicklung der Pandemie den Behörden empfehlen, eine Maskenpflicht per Gesetz einzuführen“, sagte Minister Benbouzid während eines Arbeitstreffen mit seinem Kollegen im Ministerium für Tourismus, Hassane Mermouri. „Vorausgesetzt natürlich, dass auch Masken in ausreichenden Mengen verfügbar sind“, sagte er. Nach Schätzungen des Gesundheitsministers beträgt der Bedarf Algeriens in diesem Bereich „fast 10 Millionen Schmutzmasken pro Tag“.

Algerien prüft eigene Herstellung von nicht-medizinischen Schutzmasken.

Das Nordafrikanische Land steht vor der Herausforderung, die benötigten Masken bereitzustellen. Im Nachbarland Marokko wurde relativ früh und im stillen beschlossen, dem Beispiel zahlreicher asiatischer Staaten zu Folgen und auf das Tragen einer Maske zu setzen, um die Übertragung des SARS-COV 2 Coronavirus zu behindern. Das Handels- und Industrieministerium half der heimischen Textilindustrie, die Produktion auf Schutzmasken umzustellen. Heute produziert Marokko Schutzmasken in einer hohen Anzahl pro Tag, dass sowohl der eigene Bedarf gedeckt ist, als auch für den Export signifikante Mengen bereitstehen. Ähnlich will Algerien für den eigenen Bedarf im Land produzieren. Dabei betonte der Gesundheitsminister, dass es dabei nicht um medizinische Schutzmasken geht. Eine vergleichbare Textilindustrie hat Algerien aber nicht. Vielleicht eine Chance für Kooperation und gegenseitige Hilfe in dieser weltweiten Gesundheitskrise zwischen den sog. Brüdervölkern.

Marokko – Export von Schutzmasken nach Europa

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