Algerien – Neue 200 Mio. US-Dollar Finanzspritze für Tunesien freigegeben.

Beziehungen zwischen beiden Ländern werden enger.

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Flagge
Flaggen der Republik Algerien und der Republik Tunesien

Algerien greift klammen Nachbarland erneut mit Krediten und Beihilfen unter die Arme.

Algier – In einem der letzten offiziellen Amtsblättern der algerischen Regierung in diesem Jahr wurden zwei Dekrete veröffentlicht. Bei den Veröffentlichungen mit Datum 8. Dezember 2022 handele sich, um Finanzvereinbarungen zwischen der tunesischen und der algerischen Regierung über die Gewährung eines Darlehens und die Gewährung eines Zuschusses an Tunis. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Beträge dieser sog. Darlehen und Zuschüsse jedoch nicht bekannt.

Tunesisches Finanzministerium bestätigt 200 Mio. US-Dollar Darlehn und 100 Mio. US-Dollar Beihilfen aus Algerien.

Nach einem Bericht des algerischen Nachrichtenportals Algérie360 und unter Bezugnahme auf das tunesische Finanzministerium sowie Angaben der tunesischen Nichtregierungsorganisation (NGO) Al Bawsala belaufen sich die von Algerien an Tunesien gewährten Darlehen auf 200 Mio. US-Dollar, deren Rückzahlung über einen Zeitraum von 15 Jahren, einschließlich einer fünfjährigen Karenzzeit, mit einem festen jährlichen Zinssatz von 1 % erfolge.

Weitere 100 Mio. US-Dollar werden als Zuschuss oder Unterstützungsleistung / Beihilfe von Algerien an Tunesien ausgezahlt.

Erneut Kredit und Zuschuss aus Algerien nach 2021

Bereits 2021 hatte Algerien seinem Nachbarland Tunesien, das seit Jahren in einer Wirtschaftskrise steckt und nun auch in eine politische Rückwertsentwicklung eingetreten ist, ein Darlehen bereitgestellt.

Aufgrund der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine sowie der politischen Instabilität im Land wurde Tunesien von Algerien mit einem Finanzkredit in Höhe von 300 Millionen UD-Dollar gestützt.

Algerien habe bereits im Februar 2020 eine Finanzeinlage in Höhe von 150 Millionen US-Dollar bei der tunesischen Zentralbank hinterlegt, um die Kreditwürdigkeit seines Nachbarn zu unterstützen. Dies geschah, als der Präsident der Republik, Abdelmadjid Tebboune, während des Besuchs des tunesischen Präsidenten Kais Saied in Algerien einen Aufschub der Lizenzgebühren für Sonelgaz und Sonatrach ankündigte. Im Gegenzug erhielt Algerien Transitrechte für den Export von Strom und Gas über tunesisches Staatsgebiet.

Beziehungen zwischen beiden Ländern werden enger.

Die beiden Länder unterhalten z. Zt. auch enge strategische Beziehungen, was Präsident Tebboune letzte Woche in einem Interview mit nationalen Medien bestätigte. Darin bekräftigte er, dass Tunesien weder zusammenbrechen noch als Verlierer aus der Krise hervorgehen könne: „Der tunesische Präsident Kais Saied ist ein ehrlicher, gebildeter und nationalistischer Mann“.

Präsident Tebboune brachte v. a. seinen Respekt für die tunesischen Bürgerinnen und Bürger zum Ausdruck und versprach, keine Einmischung in tunesische Angelegenheiten zu dulden, weder von Seiten Algeriens noch von Seiten eines anderen Landes. Zugleich ist aber eine Angleichung der politischen Positionen der beiden Länder zu beobachten, so im Fall der Libyen-Politik und der Haltung gegenüber Marokko in der Westsahara-Frage.

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