Algerien – Platz 116 von 149 beim Wohlstandsindex.

Algerien hinter den Nachbarstaaten Marokko und Tunesien.

Algerien
Algerische Hauptstadt Algier

Individuelle Freiheit gilt als besonders eingeschränkt.

London – Das Legatum Institut, eine britische Denkfabrik, veröffentlicht alljährlich den sog. Global Prosperity Index (weltweiter Wohlstandsindex). Dieser Index vergleicht den Wohlstand in 149 Ländern der Welt. Unter diesen Ländern befinden sich ebenfalls die Maghrebstatten und damit auch Algerien. Algerien belegt im Bericht 2018 Platz 116 von 149 und verschlechtert sich erneut.

Wohlstandsindex bewertet sieben Hauptfaktoren.

Der Wohlstandsindex berücksichtigt bei seiner Analyse und Bewertung sieben Hauptfaktoren. Diese sind „wirtschaftliche Qualität (Wettbewerbsfähigkeit), das Geschäftsumfeld (Geschäftsklima), Governance (Regierungsführung), Bildung, Gesundheit, Einkommenssicherheit und allgemeine Sicherheit, individuelle Freiheit, Sozialkapital (Sozialleistungen) und die natürliche Umwelt (Umweltqualität).

Algerien schneidet bei fast allen Faktoren weit unterdurchschnittlich ab.

Das Institut stuft Algerien bei fast allen Hauptfaktoren bzw. Kategorien sehr schlecht ein. Gerade mal bei dem Thema „allgemeine Sicherheit“ erreicht Algerien einen vergleichsweise befriedigen Platz und landet auf Rang 57. Um die sog. individuelle Freiheit scheint es in dem Nordafrikanischen Land aber besonders schlecht bestellt zu sein. In dieser Kategorie belegt Algerien Platz 145 von 149. Gerade mal in nur vier weiteren Ländern der Welt ist die Freiheit des Einzelnen stärker eingeschränkt als in Algerien. Bei den weiteren Kategorien wird es nur wenig besser. In der Kategorie Geschäftsumfeld wird Platz 135 erreicht, bei dem Faktor Regierungsführung (Governance) ist es Platz 128, im Bereich Sozialkapital wurde es Platz 120, Platz 115 wurde es in der Kategorie wirtschaftliche Qualität (Wettbewerbsfähigkeit) und Platz 80 in der Kategorie Gesundheit. Damit ergibt sich der Rankingplatz 116.

Rückschritt im Vergleich zum Vorjahr

Algeriens aktuelle Platz 116 bedeutet gegenüber dem Vorjahresranking einen Rückschritt von einem Platz (2017 Platz 115). Viel deutlicher wird der anscheinend andauernde Rückschritt des Landes, wenn man sich die Platzierung des Jahrs 2007 zu 2018 anschaut. Algerien hat binnen 11 Jahren insgesamt 19 Plätze verloren (2007 Platz 97). Der Bericht stellt dazu fest, dass vor allem „das repressive algerische Regime zu diesem Rückgang bei seinen Werte geführt hat, wobei der bedeutendste Rückschritt in der Kategorie individuelle Freiheit zu verzeichnen ist. Es gibt immer weniger Menschen, die sagen, dass sie mit ihrer Freiheit zufrieden sind. Auch die staatlichen Restriktionen im Bereich Religion und die soziale Feindseligkeiten gegenüber anderen Religionen nehmen zu“.

Algerien hinter den Nachbarstaaten Marokko und Tunesien.

Algeriens Rankingwert von 116 im weltweiten Vergleich ordnet sich im Umfeld von Ländern wie Burkina Faso (115.), Liberia (117.), Lesotho (114.) oder Simbabwe (118.) ein. Algerien liegt auch weit hinter seinen Nachbarn Tunesien (102.) und Marokko (103). Algerien liegt auch im Wohlstandsindex hinter Länder wie Malawi (110), Bangladesch (109) oder Namibia (70.). Bezogen auf die Maghrebstaaten sind nur Mauretanien, mit Rankingplatz 142 und Libyen, mit Rankingplatz 133, schlechter als Algerien. Obwohl die beiden Nachbarstaaten besser abgeschnitten haben, ist deren Platzierung und gemessen am propagierten Selbstbild, enttäuschend.

Wohlstand in Skandinavien und Neuseeland am höchsten.

An der Spitze der Rangliste stehen Norwegen, Neuseeland und Finnland. Frankreich liegt auf Platz 20, Deutschland auf Platz 14 und die USA auf Platz 17. Jemen, die Zentralafrikanische Republik und Afghanistan stehen am Ende der Rangfolge.

Quellen:

Wohlstandsindex Tabelle 2018 (hier downloaden)
Vollständiger Bericht 328 Seiten in englisch (hier downloaden).
Website des Instituts (hier).

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