Kühlschrank für die Wüste – Marokkaner entwickelt Ideen rund um die COP22

Ein Kühlschrank für die Wüste ohne Strom.

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Ein Kühlschrank für die Wüste ohne Strom und aus nachhaltiger Produktion.

Marrakech – Im Umfeld der Weltklimakonferenz COP22 stellt der marokkanische TV-Sender „2m“ kleine und innovative Ideen vor, unter anderem den Kühlschrank für die Wüste.

Eine dieser Ideen ist ein Kühlschrank für entlegene Regionen ohne gesicherte Stromversorgung. Unter dem Namen „Kühlschrank für die Wüste“ wird ein altes Prinzip für ein Kühlsystem verwendet. Wir alle kennen den Effekt, dass ein Kühleffekt entsteht, wenn wir Menschen schwitzen. Durch die Verdunstung von Flüssigkeit auf der Haut wird dem Körper die Hitze entzogen und eine Abkühlung herbeigeführt.
Ähnlich funktioniert der „Kühlschrank für die Wüste“. Schon alte Karawanenreisende und Händler haben Wasser in Tongefässen aufbewahrt und das enthaltene Wasser durch Befeuchtung auf der Außenseite abgekühlt. Meist wurde das benutzte Tongefäß mit einem Tuch umwickelt und dieses Tuch dann befeuchtet. Die Verdunstung sorgte dann dafür, dass der Inhalt gekühlt wurde. Der erzielbare Kühleffekt ist überraschend groß.

Prinzip der Verdunstung.

Basierend auf diesen alten Erkenntnissen hat ein regional tätiges Startup nun ein Gefäß entwickelt, das zur Kühlung von Lebensmitteln oder Medikamenten genutzt werden kann. Dabei werden zwei Tonbottiche hergestellt und ineinander gestellt. Zwischen den Bottichen wird Sand oder anderes Material gefüllt, dass Wasser aufnehmen kann. Das Wasser in der gefüllten Trennwand verdunstet dann über Stunden und entzieht dann der Konstruktion die Wärme. Laut dem Bericht auf bladi.net und „2m TV“ herrschen bei 30 Grad Celsius Außentemperatur nur 6 Grad Celsius im Inneren des „Kühlschrankes“. Dieser funktioniert über Stunden. Die Temperatur entspricht einer durchschnittlichen Kühlschranktemperatur. Damit kann man Lebensmittel und Medikamente sicher und haltbar aufbewahren, auch dann wenn man keine Möglichkeit hat einen elektrischen Kühlschrank aufzustellen.

Die Tonbottiche werden traditionell und in Handarbeit hergestellt. Damit schafft das Projekt für eine alte Handwerkskunst eine neue Einnahmequelle. Gleichzeitig wird eine Kühlung erzeugt ohne Verbrauch von Energie. Der Absatzmarkt ist dabei auf alle Regionen rund um die Wüstenzonen bezogen und auf Gebiete in denen die Infrastruktur zur Erzeugung von Strom nicht ausreichend entwickelt ist. Aber auch in modernen Umfeldern ist ein Einsatz denkbar z.B. im Garten bei der Grillparty.

Eine interessante Idee unter Verwendung eines alten Prinzips. Der Ansatz ist aber insgesamt nicht ganz neu. Zum einem kennen wir alle das Prinzip der Verdunstung und zum anderen gab es erste Versuche bereits vor mehreren Jahren daraus ein Produkt zu machen.  Neu ist, dass es nun erneut und größer angegangen wird.

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