Marokko – 4 Mrd. MAD für Lehrerausbildung

Ausbildungsdauer wird zur Verbesserung der Qualität verlängert.

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Lehrer
Regierungschef Aziz Akhannouch und die Minister für Bildung, Chakib Benmoussa, und für Hochschulbildung, Abdellatif Miraoui, sowie der stellvertretende Finanzminister, Fouzi Lekjâa haben eine Vereinbarung zur Ausweitung der Lehrerausbildung unterzeichnet.

50.000 Lehrkräfte sollen bis 2025 neu ausgebildet werden. Längere Ausbildung mit begleitetem praktischen Teil soll Bildungsqualität verbessern helfen.

Rabat – Die Ministerien für Hochschulbildung, Erziehung und Finanzen haben ein Rahmenabkommen über die Umsetzung eines Programms zur Ausbildung von Lehrern für die Primar- und Sekundarstufe unterzeichnet. Bis 2025 sollen im Rahmen dieses Programms 50.000 Lehrkräfte ausgebildet werden, wofür ein Budget von 4 Mrd. marokkanische Dirham MAD zur Verfügung steht.

Im Beisein von Regierungschef Aziz Akhannouch haben die Minister für Bildung, Chakib Benmoussa, und für Hochschulbildung, Abdellatif Miraoui, sowie der stellvertretende Finanzminister, Fouzi Lekjâa, am Montag in Rabat eine Vereinbarung unterzeichnet.

Die Vereinbarung soll das neue Modell der Lehrerausbildung umsetzen. So sieht das Abkommen große Veränderungen im Ausbildungsprozess der Lehrkräfte für die Primar- und Sekundarstufe vor.

Ausbildungsdauer wird zur Verbesserung der Qualität verlängert.

Im Rahmen der Vereinbarung wird die Dauer der Lehrerausbildung von drei auf fünf Jahre nach dem Abitur verlängert. Die ersten drei Jahre sind der Grundausbildung in einem der Studiengänge des Bachelor of Education (CLE) gewidmet. Das vierte Jahr dient der beruflichen Qualifikation in einem regionalen Zentrum für Erziehungs- und Ausbildungsberufe, während das fünfte Jahr ein betreutes Praktikum in einer Schule darstellt. Diese Ausbildungen werden an den Écoles Normales Supérieures (ENS) und der Faculté des Sciences de l’Education (FSE) in Rabat stattfinden.

Darüber hinaus verpflichtet die Vereinbarung das Ministerium von Abdellatif Miaroui, diesen Studierenden ein monatliches Stipendium von 1.000 MAD zu gewähren, als Gegenleistung für „erzieherische Maßnahmen“ in Form von Nachhilfe, außerschulischen Aktivitäten oder Unterstützung bei den Verwaltungsaufgaben des Schulleiters in den Schulen, wie die staatliche Sendergruppe SNRT News berichtet. Sie weisen darauf hin, dass diese Zulage mit den anderen Stipendien kombiniert werden kann.

Laut Aziz Akhannouch wird dieses Programm seit mehreren Monaten vorbereitet und entspricht den Bestimmungen des Rahmengesetzes Nr. 17-51 über das System der allgemeinen und beruflichen Bildung und der wissenschaftlichen Forschung, das im Rahmen der strategischen Vision 2015-2030 verankert ist, sowie dem Neuen Entwicklungsmodell.

Bisherige Situation wird bemängelt.

Bis heute werden angehende Lehrer in drei Jahren an den verschiedenen ENS im Königreich und an der FSE in der Hauptstadt ausgebildet. Während dieser überwiegend theoretischen Ausbildung absolvieren die Studierenden im fünften und sechsten Semester oft nur ein Praktikum von einigen Wochen.

Darüber hinaus war der Zugang zu diesem Bachelorstudiengang beschränkt und es konnten nur einige hundert Studierende pro Jahr aufgenommen werden. „Heute verfügen wir über universitäre Ausbildungen in Erziehungswissenschaften, die es ermöglicht haben, bis 2021 1400 erfolgreiche Absolventen auszubilden. Einige von ihnen gehören zu den 17.000 Lehrern, die das Ministerium in diesem Jahr eingestellt hat“, hatte Minister Benmoussa im April gegenüber TelQuel erklärt.

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