Marokko – Beamte durch deutschen Medizinkonzern bestochen.

Noch keine Stellungnahme durch Marokko

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Krankenhaus
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Fresenius Medical Care von US Behörden zu Zahlung von 231 Mio. US – Dollar gezwungen.

Rabat – Die US Behörden einigten sich Ende März mit dem deutschen Medizinkonzern und Betreiber von Dialyseklinik auf eine Strafzahlung von 231 Mio. US – Dollar. Hintergrund dieser Strafzahlung ist ein Bestechungsskandal. Die US – Strafbehörden warfen der Fresenius Medical Care AG vor, Bestechungsgelder an Regierungsbeamte und Beamte des Gesundheitswesens in mehreren Ländern gezahlt zu haben, um Aufträge zu gewinnen oder zu behalten. Als Teil des Vergleichs gab das Unternehmen zu, dass es von 2007 bis 2016 Bestechungsgelder an Beamte unter anderem in Angola, Marokko und Saudi-Arabien gezahlt hat.

Das Justizministerium stimmte zu, das Unternehmen nicht strafrechtlich zu verfolgen, wenn Fresenius eine Strafe von 84.7 Mio. US – Dollar zahlt. Die US-Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission) ordnete an, dass das Unternehmen weitere 147 Mio. US – Dollar an Gebühren und Zinsen zu zahlen hat, um die zivilrechtlichen Schäden zu begleichen. „Wir freuen uns, dass wir diese Untersuchungen abgeschlossen und die Probleme gelöst haben, die wir identifiziert und freiwillig an die US-Behörden weitergegeben haben“, sagte Rice Powell, Vorstandsvorsitzender von Fresenius Medical Care, in einer Erklärung, die von der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet wurde.

Noch keine Stellungnahme durch Marokko

Von den marokkanischen Strafbehörden gab es bisher noch keine Stellungnahme. Auch ist der Schaden für die marokkanischen Kliniken und Patienten noch nicht beziffert. Nach Angaben der US-Behörden soll sich der deutsche Medizinkonzern einen zusätzlichen Gewinn von 140 Mio. US – Dollar gesichert haben. Es ist davon auszugehen, dass auch der Schaden für Marokko mehrere Mio. US – Dollar beträgt. Das deutsche Unternehmen hatte 2017 damit begonnen sich im Dialysemarkt in Marokko zu engagieren. Man wollte nicht nur die nötigen Medizinprodukte liefern, sondern prüfte auch eigene Privatkliniken zu betreiben. Nach Medienschätzungen leiden ca. drei Mio. Marokkanerinnen und Marokkaner an Nierenschäden.

Schaden in Marokko vor allem an Militärkrankenhäusern

In Marokko zum Beispiel sagten die US – Behörden, dass das Unternehmen Bestechungsgelder durch eine „Scheinkommission“ an einen marokkanischen Staatsbeamten gezahlt habe, um Aufträge für die Entwicklung von Dialysezentren an staatlichen Militärkrankenhäusern zu erhalten.

 

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