Marokko – Demonstranten in Casablanca fordern Freilassung für „Hirak“ – Aktivisten

"Hirak" – Verurteilte haben Berufung eingelegt.

Demonstration
Demonstration in Casablanca - Protest gegen die Verurteilung der "Hirak" - Aktivisten

Freilassung für die kürzlich verurteilten „Hirak“ – Aktivisten von Demonstranten in Casablanca gefordert.

Casablanca – An diesem Sonntag gingen wieder ungezählte Demonstranten in der Wirtschaftsmetropole Casablanca auf die Straße. Telquel.arab spricht von tausenden Demonstranten, die bei ihrem Marsch durch die Stadt die Freilassung der kürzlich verurteilten „Hirak“ – Aktivisten forderten. Mit ernsten und entschlossenen Gesichtern sowie zahlreichen Amazigh – Flaggen tragend, folgten die Demonstranten dem Aufruf einiger NGOs, darunter die Amazigh – Kulturbewegung (MCA). Einer der hauptsächlich ausgesprochene Parolen war: „Freiheit für Hirak – Häftlinge“. Die Demonstranten hielten teilweise Fotos von inhaftierten „Hirak“ – Aktivisten in die Kameras zahlreicher Journalisten. Die friedliche Demonstration wurde im Vorfeld genehmigt. Die Sicherheitskräfte hielten sich meist außer Sichtweite.

Amazigh
Demonstration in Casablanca – Freilassung „Hirak“ – Verurteilten

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Familie eines Hauptverurteilten bei der Demonstration anwesend.

Mohamed Ahamjik, Nabils Ahmajiks Bruder, der zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, nahm an der Demonstration teil. Er trug nach Angaben von telquel.arab einen Sarg, auf dem symbolträchtig „Gerechtigkeit“ stand. „Der Marsch ist trotz der Sommersaison erfolgreich“, sagt der Bruder des jungen „Hirak“ – Häftlings. Die Familie Ahamjik plant, in naher Zukunft an der nächsten Demonstration teilzunehmen, die von den Familien der „Hirak“ – Häftlinge in Rabat organisiert werden soll.

Gerechtigkeit
Quelle: Telquel.ma – Sarg trägt die Bezeichnung „Gerechtigkeit“

„Hirak“ – Verurteilte haben Berufung eingelegt.

Die Ende Juni verurteilten 53 „Hirak“ – Aktivisten, die teilweise bis zu 20 Jahren Haft verurteilt worden sind, haben am letzten Freitag gegen ihre Urteile Berufung eingelegt. Unter ihnen auch Nasser Zafzafi. Nun liegen die Anträge beim Senat des Gerichts von Casablanca, der über ihre Rechtmäßigkeit entscheiden muss. Lässt der Senat die Berufung zu, wird der Prozess neu aufgerollt. Das Urteil kann milder ausfallen. Der Staatsanwalt von Casablanca hat aber darauf hingewiesen, dass die verhängten Urteile, gemessen an der Schwere der Anklagepunkte und nach aktuell geltender Gesetzeslage, eine eher milde Strafe darstellen. „Staatsgefährdende Aktivitäten“, weshalb die fünf zu 20 Jahren verurteilten Aktivisten unter anderem für schuldig befunden worden sind, können auch eine lebenslange Haft, oder gar die in Marokko im Gesetz noch vorgesehene Todesstrafe, nach sich ziehen. Mit einem Berufungsverfahren ist also auch das Risiko weit höhere Strafen gegeben.

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