Marokko – Imam wegen Missbrauch verhaftet.

Marokko sorgt sich, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist.

Imam
Quelle Facebook: Imam in Marrakech verhaftet.

Imam in Marrakech wegen mehrfachem Missbrauch von Mädchen verhaftet.

Marrakech – Marokko ist schockiert, über neuerliche Medienberichte aus Marrakech. Niemand in der roten Königsstadt noch im Umland will glauben was sich in einer Moschee über Jahre abgespielt haben soll. Die Polizei hat den Imam einer kleinen Moschee am gestrigen Dienstag verhaftet. Er steht unter Verdacht minderjährige Mädchen belästigt und in einigen Fällen missbraucht zu haben.

Bestürzung landesweit groß.

In Marokko ist es nach wie vor üblich, dass gerade jüngere Mädchen und Jungs nach der Schule noch in die nahegelegene Moschee gehen, um sich vom Imam in der Ausübung des Islams unterweisen zu lassen. Damit genießt der Imam eine hervorgehobene und sehr vertrauensvolle Stellung in der Gemeinde. Nun hat eine heute 17-jährige junge Frau ihr Schweigen gebrochen und gegenüber den Behörden ihre Erlebnisse offengelegt. Im Alter von 10 Jahren soll sich der Imam an ihr vergangen haben. Dabei nutzte er seine Stellung aus und bat gerade Mädchen nach dem Religionsunterricht länger zu bleiben. Dabei soll es zu Belästigungen und sexuellem Missbrauch gekommen sein.

Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nach der Verhaftung des 45-jährigen Mannes wurde dieser vernommen und seine privaten Räumlichkeiten durchsucht. Nach Medienberichten hat sich die Staatsanwaltschaft dazu entschlossen, weitergehende Ermittlungen aufzunehmen und eine Anklage vorzubereiten. Der aktuelle Vorwurf lautet auf „Vergewaltigung von sieben Mädchen im Alter von 7-12 Jahren“. Er soll seine Opfer nach dem Unterricht aus der Gruppe isoliert haben, indem er die betroffenen Mädchen nicht nur bat länger zu bleiben, um die Moschee aufzuräumen, sondern auch dazu aufforderte ihn bei der Reinigung seiner privaten Räumlichkeiten zu unterstützen. Als er mit seinen Opfern dann alleine gewesen ist, hat er sie mutmaßlich belästigt und vergewaltigt. Der Missbrauch soll über Jahre stattgefunden haben. Mit dem Fall wird sich die zweite Strafkammer des Gerichts von Marrakech beschäftigen.

Marokko sorgt sich, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist.

Die Sorge in Marokko ist groß, dass dies nur die Spitze eines Eisbergs sein könnte. Ähnlich den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche, bei denen Geistliche Schutzbefohlene über Jahre missbraucht haben, ist die Furcht groß, dass es solche Fälle auch unter den Imamen geben haben könnte. Menschenrechtsorganisationen haben bereits die Behörden aufgefordert, sich verstärkt um Missbrauchsfälle zu kümmern.

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