Marokko – Influenza – Virus forderte bisher neun Opfer.

Regierung kauft „Antivirale – Medikamente“.

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Virus
Gesundheitsminister beschwichtigt und ergreift Vorsichtsmaßnahmen

Regierung versucht zu beschwichtigen und kauft Medikamente im Ausland.

Rabat – Seit rund einer Woche erkranken immer mehr Personen am Influenzavirus Typ A. Am letzten Montag starb eine junge und hoch schwangere Frau an der schweren Form, auch bekannt als H1N1, im Universitätskrankenhaus von Casablanca. Trotz Notkaiserschnitt konnte das Kind nicht gerettet werden. Es starb einen Tag nach seiner Mutter. Vor allem in Casablanca scheinen sich die Menschen anzustecken. Am vergangenen Donnerstag gab der marokkanische Gesundheitsminister, Anas Doukkali, während der Sitzung des Regierungsrates bekannt, dass es inzwischen vier Opfer gegeben hat, die in Folge einer schwer verlaufenden Grippe (Influenza Typ A) verstorben sind. Darunter zwei Personen, die insgesamt eine geschwächte Konstitution hatten. Eines der Opfer soll eine 68 Jährige Frau mit weiteren chronischen Erkrankungen gewesen sein. In einer gestrigen Stellungnahme gegenüber der MAP bestätigte der Gesundheitsminister die Anzahl von neun Todesopfern.

Anzahl von schweren Grippefällen zur jetzigen Jahreszeit nicht ungewöhnlich.

Der marokkanische Gesundheitsminister hat in der gestrigen Stellungnahme versucht zu beschwichtigen. Trotz der Todesfälle wäre der Verlauf der aktuellen Influenza – Infektion für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Nach einer Sitzung des Ausschusses für Epidemien im Gesundheitsministerium kommt der Minister zu dem Schluss, dass es sich bei 20% der aktuellen Erkältungskrankheiten, um eine Grippe handelt. Von diesen 20% der Erkrankten hätten ca. 80% den Influenzavirus des Typs A. Das Entspreche, laut dem Gesundheitsministers, den Verläufen der Vorjahre. Dabei handelt es sich um seinen Untertyp des H1N1 Virus.

Gesundheitsminister
Quelle MAP – Marokkanischer Gesundheitsminister Anas Doukkali

Gesundheitsministerium rät dennoch zu Vorsichtsmaßnahmen.

Die Bürgerinnen und Bürger können, durch allgemeine Verhaltens- und Hygienemaßnahmen, sich und andere Schützen. Dazu gehört häufiges und gründliches Händewaschen und die Nutzung von Hygieneartikel während des Hustens und Niesens. Gerade für Risikogruppen, wie ältere Personen und Kinder unter fünf Jahren, sollte besondere Vorsicht gelten. Zu den Risikogruppen gehören auch Personen im Gesundheitswesen. Das Ministerium rief dazu auf, dass „Mitarbeiter des Gesundheitssektors sich präventiv verhalten sollen, wie das regelmäßige Waschen der Hände, die Verringerung des Kontakts mit Grippepatienten, das Abdecken des Munds beim Husten oder Niesen mit einem Papiertaschentuch und dass kein Papiertaschentuch wiederverwendet werden dürfe sowie dass Räume nicht belüftet werden.“ In den TV-Nachrichten wird auch zur präventiven Grippeimpfung aufgerufen.

Kritik an Krankenhäusern in den sozialen und öffentlichen Medien.

Das Gesundheitswesen in Marokko gilt als wenig Effizient und schlecht ausgestattet. Auch im Zusammenhang mit den Opfern wurde der Vorwurf erhoben, dass die Krankenhäuser nicht ihr Möglichstes getan hätten. Der Ehemann der verstorbenen schwangeren Frau warf dem Krankenhaus im Fernsehsender 2M.TV vor, dass dieses zu langsam reagiert hätten.

Ehemann
Ehemann erhebt Vorwürfe gegen Krankenhauspersonal

Mediziner des Universitätskrankenhauses in Casablanca reagierten auf die aktuellen Diskussionen und warnten davor Hysterie zu verbreiten. Das Nachrichtenmagazin Telquel meldet, dass auf Nachfrage im Universitätskrankenhaus mitgeteilt wurde, dass letzte Tests bei Patienten mit Atemproblemen keine neuen Fälle einer Infektion mit dem Substamm H1N1 bestätigt hätten. Professor Hicham Nejmi, Generalsekretär des Gesundheitsministeriums, der von TelQuel kontaktiert wurde, bestätigte, dass es im ganzen Land ca. 500 Grippepatienten gibt, bei denen der Verdacht auf H1N1 besteht. Doch nicht jeder Verdacht wird sich bestätigen. Professor Nejmi wies daraufhin, dass dies dem Niveau des Vorjahres entspricht.

Regierung kauft „Antivirale – Medikamente“.

Der Minister kündigte am 31. Januar an, dass Marokko am 1. Februar 1.000 Schachteln Tamiflu erhalten wird. Dieses „Antivirale Medikament“ sollte innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Symptomen der Krankheit verabreicht werden. 15.000 Boxen werden ab dem Wochenende folgen. Das vom Roche-Labor hergestellte Medikament wird nicht in Marokko hergestellt und muss daher importiert werden. Marokko verbraucht jährlich 1.000 Einheiten dieses Medikament. Bei diesem Medikamentenvorrat könnte Marokko reagieren, wenn sich die Infektionsrate mit dem Faktor 30 erhöht.

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