Marokko – Journalist Hamid El Mahdaoui zu drei Jahren Haft verurteilt.

El Mahdaoui zu drei Jahre Haft und 3.000 MAD Geldstrafe verurteilt.

Mahdaoui
Hamid El Mahdaoui

Urteil im „Hirak“ – Prozess gegen bekannten Journalisten gesprochen.

Casablanca – Am gestrigen Abend hat die zweite Kammer des Strafgerichts in Casablanca nun auch den letzten Prozess gegen die 54 „Hirak“ – Angeklagten beendet. Bereits am Dienstag hatte das Gericht 53 Aktivisten der Proteste im Rif zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt. Unter ihnen auch die bekannteste Stimme der „Hirak“ – Proteste, Nasser Zafzafi. Er wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Aus dem Gesamtprozess wurde erst vor kurzem der Fall des bekannten Journalisten Hamid El Mahdaoui separiert. Gestern fanden der letzte Verhandlungstag und die Urteilsverkündung statt.

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El Mahdaoui zu drei Jahre Haft und 3.000 MAD Geldstrafe verurteilt.

Hamid El Mahdaoui wurde zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 3.000 marokkanische Dirhams MAD verurteilt. Dem 39jährigen Journalisten und Herausgeber der Website Badil.info wurde vorgeworfen, Kenntnis über „Straftaten gegen die Sicherheit des Staates“ erlangt und diese Informationen nicht an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet zu haben. Damit warf der Staatsanwalt dem bekannten Journalisten vor, dass er „den Versuch, der inneren Sicherheit des Staates zu schaden, nicht angeprangert“ hat.

Telefonat mit in den Niederlanden lebendem Geschäftsmann führte zur Verhaftung.

Der Journalist wurde im Juli 2017 in der Küstenstadt Al Hoceima verhaftet. Er hielt sich im Rif auf, um über die Protestbewegung zu berichten. In diesem Umfeld soll es ein Telefonat, mit einem in den Niederlanden lebenden marokkanischen Geschäftsmann, mit Wurzeln im Rif, gegeben haben. In diesem Telefonat soll der Geschäftsmann angekündigt haben, Waffen an die Hirak – Aktivisten zu liefern, um den marokkanischen Staat bekämpfen zu können. In der Verhandlung hat Hamid El Mahdaoui nicht abgestritten, dass es dieses Telefonat, welches wohl auch von den Sicherheitsbehörden mitgeschnitten wurde, gegeben hat. „Ich betrachtete ihn als Verrückten, als Lügner oder als jemanden, der mich in eine Falle locken wollte (….) Ich nahm seine Worte nie ernst“, sagte Herr El Mahdaoui bei der gestrigen Anhörung. Daher habe er es nicht für ausreichend wichtig erachtet die Behörden zu informieren. Dieser Argumentation ist das Gericht nicht gefolgt.

Journalist bekannter Kritiker der Politik und des Königshaus.

Die erneute Verurteilung im Zusammenhang mit den Protesten im Rif hat im In- und Ausland für Kritik gesorgt. Reporter ohne Grenzen forderte die Freilassung von Hamid El Mahdaoui. Der Journalist ist für seine offene Kritik an der Politik und sogar am Königshaus bekannt. Daher vermuten viele Beobachter, dass man mit diesem Urteil El Mahdaoui mundtot machen möchten. Aber auch an der Arbeit des Journalisten wird Kritik geübt. Seine Kritiker werfen ihm vor, die Grenzen zwischen journalistischer Arbeit und oppositioneller Aktivitäten zu verwischen. Auch in der Vergangenheit sah sich Mahdaoui regelmäßiger Anklagen wegen vermeintlicher Verbreitung falscher Nachrichten gegenüber.

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