Marokko – Königreich fällt im Ranking der menschlichen Entwicklung zurück

Marokko in der Kategorie „mittlere menschliche Entwicklung“

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Nordafrikanische Königreich nur auf Platz 123 von 191 nach Einschätzung der UNO bei der menschlichen Entwicklung seiner Bürgerinnen und Bürger

New York – Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNO hat am Donnerstag, den 8. September, seinen diesjährigen Bericht über den Index der menschlichen Entwicklung für das Jahr 2021 veröffentlicht. Marokko fiel, um einen Platz auf Rang 123 von insgesamt 191 Ländern zurück.

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) berücksichtigt die Lebenserwartung, die Bildung und den Lebensstandard. Bei der Ausgabe 2020 belegte Marokko Platz 122.

Wirtschaftliche Kraft kein ausreichendes Kriterium für eine positive „menschliche Entwicklung“

Auf globaler Ebene wird die Rangliste von der Schweiz mit einem Wert von 0,962 angeführt, gefolgt von Norwegen (2.), Island (3.), Hongkong (4.), Australien (5.), Dänemark (6.), Schweden (7.), Irland (8.), Deutschland (9.) und den Niederlanden (10.). Österreich landet auf Platz 25, die Türkei auf Platz 76 und beispielsweise der Iran auf Platz 76. Selbst die beiden führenden Volkswirtschaften der Welt, die USA und China, belegen keine Spitzenplätze. Die USA sind im Ranking der UNO auf Position 21 und China gar auf Platz 76 zu finden. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die menschliche Entwicklung in einem Land, nicht alleine von dessen wirtschaftlicher Kraft abhängt.
Die Schlusslichter der Rangliste sind Niger (Platz 189), der Tschad (Platz 190) und der Südsudan (Platz 191).

Marokko in der Kategorie „mittlere menschliche Entwicklung“

Länder mit hoher Instabilität (Bürgerkriege, Konflikte usw.) wie Libyen (Platz 104), Palästina (Platz 106) und der Irak (Platz 121) rangieren vor Marokko. Die laufenden Reformen, insbesondere die Reformen zur Verallgemeinerung des Sozialschutzes und des Bildungswesens, würden das Ergebnis Marokkos mittelfristig sicherlich verbessern. Auch die anderen Maghrebstaaten schneiden im Ranking besser ab, als Marokko. So findet man Algerien auf Platz 91 und Tunesien auf Platz 97.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) stellt in seinem Bericht fest, dass die Lebenserwartung bei der Geburt in Marokko im Jahr 2021 74 Jahre betragen wird. Mit einem Wert von 0,683 fällt Marokko in die Kategorie der Länder mit „mittlerer menschlicher Entwicklung“. Insgesamt erlebten 90% der bewerteten Länder einen Rückschritt in ihrer Entwicklung, so der UN-Bericht.

Krisen haben die Entwicklungen negativ beeinflusst.

Eine Reihe teils unvorhersehbaren Faktoren haben sich gegenseitig beeinfluss und verstärkt und verursachen eine noch nie dagewesene Störung des täglichen Lebens. Die Vereinten Nationen betonen die Notwendigkeit eines radikalen Kurswechsels, um „weitere Härten und Ungerechtigkeiten“ zu verhindern.

Die UNO betont, dass es erstmalig, seit Erhebung der Studie, dazu gekommen ist, dass die Mehrheit der Länder einen Rückschritt in ihrer Entwicklung hinnehmen mussten. Insgesamt sei man bei der menschlichen Entwicklung auf das Niveau von 2016 zurückgefallen. Nach Ansicht der Vereinten Nationen hat dies einen Großteil der Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zunichte gemacht.

Einige Länder erholen sich allmählich, aber die Erholung bzw. der Aufschwung sei ungleichmäßig bzw. unvollständig und verschärfe die Ungleichheiten in der menschlichen Entwicklung, heißt es in dem Bericht weiter. Der Bericht stellt fest, dass Lateinamerika, die Karibik, Afrika südlich der Sahara und Südasien besonders betroffen seien.

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