Marokko – Kuwaiti flieht vor Anklage wegen Pädophilie.

Kuwaitische Botschaft unterstützte bei der Ausreise.

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Missbrauch
sexueller Missbrauch

Behörden entzogen dem Angeklagt nicht den Reisepass.

Rabat – Seit Monaten beschäftigt ein Fall von Vergewaltigung die Öffentlichkeit und die Gerichte in Marokko. Die aktuelle Wendung erregt die Gemüter nochmals. Der kuwaitischer Mann, der der Vergewaltigung eines 14-jährigen Mädchens in Marrakech beschuldigt wird, ist aus Marokko geflohen, um dem Gerichtsverfahren zu entgehen. Die Ausreise und mutmaßliche Flucht wurde möglich, weil das Gericht, gegen den Antrag der Staatsanwaltschaft, eine Freilassung gegen Kaution zugestimmt hatte und auch darauf verzichtete, den Reisepass einzuziehen.

Marokkanische Menschenrechtsorganisation verurteilt die Handlungen des Gerichts.

Omar Arbib, Mitglied der marokkanischen Vereinigung für Menschenrechte (AMDH), bestätigte die Berichte gegenüber dem Nachrichtenangebot Morocco World News. Er verurteile die vorläufige Freilassung des Verdächtigen gegen Kaution und die Entscheidung, seinen Reisepass nicht zu beschlagnahmen. „Der Präsident des Berufungsgerichts in Marrakech bestätigte uns diese Nachricht und sagte, der Verdächtige habe das Land verlassen, nachdem er eine vorläufige Freilassung vom Gericht erhalten hatte“, sagte Omar Arbib gegenüber Morocco World News.

Auf die Frage, wieso das Gericht derart entschieden habe, obwohl der Staatsanwalt gegen die Entscheidung, die vorläufige Freilassung des Verdächtigen zu bewilligen, Berufung eingelegt habe, sagte der Aktivist, „die Behörden hätten die Entscheidung zu spät getroffen“.

Er sagte, der Präsident des Gerichts bedauere auch die Entscheidung, den Verdächtigen freizulassen und ihm zu erlauben, seinen Pass zu behalten.

Kuwaitische Botschaft unterstützte bei der Ausreise.

„Die kuwaitische Botschaft hat ihm geholfen, das Land zu verlassen“, sagte Arbib weiter. „Die kuwaitische Botschaft in Marokko sagte der Organisation, dass die Eltern [des Opfers] dem Mann gegen Geld vergeben haben“, sagte Arbib gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Er sagte, der Fall sei von einer Vergewaltigung zu einem Fall von Menschenhandel geworden. „Der kuwaitische Botschafter sagte mir, dass ihr Staatsbürger über fünf Monaten von der Familie des Mädchens erpresst wurde.

Marokkanische Menschenrechtsorganisation will den Fall weiter verfolgen.

Der Aktivist versprach, dass die AMDH den Fall nicht ruhen lassen und alle relevanten Institutionen um Hilfe bitten wird, um sicherzustellen, dass der kuwaitische Mann verhaftet und verurteilt wird.

„Wir wollen nicht, dass er in Kuwait verurteilt wird. Wir wollen, dass die Behörden ihn ausweisen, weil er in Marokko verurteilt werden sollte, wo er das Verbrechen begangen hat“, sagte der Aktivist.

Die Vereinigung führt seit dem vergangenen Monat eine Kampagne gegen die Freilassung des Kuwaiters und fordert die marokkanischen Behörden auf, gegen seine Freilassung vorzugehen.

Missbrauch über Tage in einer Privatwohnung

Der Mann soll nach jetzigem Ermittlungsstand das 14-jährige Mädchen im Juli 2019 in einer gemieteten Wohnung in Marrakech missbraucht haben.

Das Mädchen verschwand für einige Tage, bevor es nach der Misshandlung wieder auftauchte. Das Opfer beschuldigte den Mann, sie im Gegenzug für 3.600 MAD gewaltsam vergewaltigt zu haben.

Sie sagte, der Verdächtige habe sie im Kofferraum seines Autos versteckt, um sie ins Gebäude zu bringen und Konfrontationen mit dem Sicherheitspersonal zu vermeiden.

Artikel 486 des marokkanischen Strafgesetzbuches sieht vor, dass Verdächtige, die an der Vergewaltigung von Minderjährigen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder schwangeren Frauen beteiligt waren, eine Gefängnisstrafe zwischen 10 und 20 Jahren erhalten sollen.

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