Marokko – Neue Details zur angekündigten partiellen Grenzöffnung sickern durch.

Reisewillige werden sich in Geduld üben müssen.

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Flughafen
Quelle ONDA - Flughafen Mohammed V. Casablanca

Erklärung der Regierung eröffnet Möglichkeiten für im In- und Ausland gestrandete Menschen.

Rabat – Am gestrigen Mittwochabend überraschte eine Meldung aus dem Innenministerium mit der Information, dass die Außengrenzen teilweise geöffnet werden sollen. Mit zeitlichem Abstand wird klar, dass es sich tatsächlich nicht, um eine allgemeine Grenzöffnung handelt, sondern um eine erweiterte Durchlässigkeit für Reisende. Nun berichten weitere marokkanische Medien über Details, die von offizieller Stelle noch nicht bestätigt worden sind, aber zu anderen Informationen im Vorfeld passen. Dennoch kann an dieser Stelle keine Gewähr übernommen werden. Vielmehr soll, aufgrund zahlreicher Nachfragen per Email, Massanger und Kommentaren bei Facebook, etwas mehr Information bereitgestellt werden, soweit sich diese aus den öffentlich zugänglichen Quellen ableiten lassen. Auf Nachfragen von Maghreb-Post bei den Behörden gab es bisher keine Rückmeldung.

Die teilweise Öffnung der Grenzen wird in beide Richtungen erfolgen.

Die gestrige Erklärung hinterließ zahlreiche Unklarheiten. So blieb unklar, ob die partielle Grenzöffnung in beide Richtungen gilt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Medias24 gilt die eingeschränkte Grenzöffnung in beide Richtungen, also für die Einreise ins Königreich sowie für die Ausreise aus Marokko. Drei Kategorien von Personen können ab Mittwoch, 14. Juli um Mitternacht auch marokkanisches Territorium verlassen bzw. es betreten. Hier sind eine Aktualisierung und eine Zusammenfassung auf der Grundlage des Berichts von Medias24, das sich auf zuverlässige Quellen beruft.

Wer darf das Staatsgebiet verlassen?

  • Marokkaner mit Lebensmittelpunkt im Ausland (MREs), um ihren Wohnort zu erreichen.
  • Marokkaner mit doppelter Staatsbürgerschaft.
  • Ausländer die in Marokko ansässig sind und Ausländer mit Lebensmittelpunkt im Ausland (Touristen).

Die Ausreise aus dem Staatsgebiet erfolgt auf dem Luft- oder Seeweg, je nach Wunsch der betreffenden Personen.

Wohnmobil
Quelle – Thea + Dr. Stefan Becker vor Ort – Wohnmobile an der Grenze zu Ceuta

Wer darf in das Staatsgebiet einreisen?

  • Marokkaner, die sich im Ausland aufhalten, unabhängig von ihrem Status: gestrandete Touristen, Studenten, im Ausland lebende Marokkaner, andere Status …
  • Ausländer, die sich in Marokko niedergelassen haben und sich derzeit aus welchem Grund auch immer im Ausland aufhalten.

Alle Personen sowie ihre Familienangehörigen (im Sinne von Ehegatten und Kindern), die sich in einer dieser Situationen befinden, können ab Mittwoch, dem 15. Juli um 00:00 Uhr auf dem Luft- oder Seeweg nach Marokko zurückkehren.

Transferzahlungen
MREs bei der Einreise per PKW nach Marokko

Flugreisen nur mit nationalen Gesellschaften.

Was den Flugverkehr anbelangt, so heißt es in der offiziellen Erklärung, dass es sich dabei um Flüge „nationaler Fluggesellschaften“ handelt. Nach Angaben von Medias24 soll es sich dabei um die staatliche Fluggesellschaft Royal Air Maroc und um die Fluggesellschaft Air Arabia Maroc handeln. Ausreisewillige kann daher nur geraten werden, sich an diese beiden Fluggesellschaften vorrangig zu wenden. Ob weitere Fluggesellschaften ebenfalls Kapazitäten anbieten können, muss abgewartet werden. Hier besteht weiterhin eine größere Unsicherheit. Auch die Abflughäfen sind noch nicht bekannt.

Fähren nur von Sète und Genua

Was den Seeweg betrifft, so wird es nur zwei Häfen für die Reisenden geben: Sète (Frankreich) und Genua (Italien), jeweils per Fähre. Damit ist die Reise per PKW möglich.

Die zuständige Staatsministerin im Außenministerium, Nezha El Ouafi, kündigte am 6. Juli 2020 vor den Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments an, dass am 13. Und 20. Juli ein Sonderkontingent für die Ausreise per Fähre nach Algeciras angeboten werden soll. Diese Kapazitäten sollen für bis zu 1.800 Personen ausreichen sein und gestrandeten Touristen sowie MREs mit dem PKW die Ausreise ermöglichen. Maghreb-Post liegen keine Informationen vor, wie man an Ticket herankommt.

Marokko – Grenzschließung droht verlängert zu werden.

Reisewillige werden sich in Geduld üben müssen.

In beide Richtungen ist mit einer erhöhten Nachfrage nach Reisemöglichkeiten zu rechnen. Es ist daher weiterhin Geduld nötig. In der Pressemitteilung vom 8. Juli 2020 heißt es eindeutig, dass die beiden nationalen Fluggesellschaften so viele Flüge wie nötig planen werden. Darüber hinaus will Medias24 erfahren haben, dass es sich nicht um reguläre Flüge, sondern um Sonderflüge handeln wird und dass diese Operationen nicht die Rückkehr des regulären Flugbetriebs bedeuten.

Vorerst keine Sorge vor erneuter vollständiger Grenzschließung

Die offizielle Erklärung endet mit einem Satz, der sicherlich Reisende beruhigen soll, die Angst vor einer erneuten Schließung der Landesgrenzen hätten: „Im Ausland ansässige Marokkaner sowie in Marokko ansässige Ausländer können das Königreich am Ende ihres Aufenthalts auf dem Luft- und Seeweg mit den gleichen Mitteln verlassen“.

Einreiseregeln bleiben aufwändig und kompliziert.

Bei der Einreise sind grundsätzlich medizinische Nachweise vorzulegen. Jede Person, die in das Staatsgebiet einreist, muss mit einem COVID-19 PCR-Test UND einem serologischen Test ausgestattet sein. Beide Tests sind beim Einsteigen für Flugreisende erforderlich. Diejenigen, die sich für den Seeweg entscheiden, haben die Wahl, ihre eigenen Testergebnisse zum Zeitpunkt des Einschiffens vorzulegen ODER den Test an Bord der Fähre durchzuführen. Nach Angaben von Medias24 sollen mobile Labors auf den Fähren installiert werden. Die Testkosten sind wahrscheinlich vom Reisenden zu tragen. Über Höhe und Zahlungsmodalitäten ist nichts bekannt.

Medizinische Schnelluntersuchungen an den Grenzübertritten.

Bei der Ankunft auf dem Staatsgebiet werden die Reisenden einer medizinischen Untersuchung unterzogen; Temperaturmessung und ärztliche Untersuchung stehen dann an. Jede Person, die Symptome aufweist, die auf ein Risiko auf eine Covid-19 Erkrankung hindeuten, wird für 7 Tage in speziellen Einrichtungen untergebracht (Quarantäne).
Alle anderen müssen eine „Ehrenerklärung“ zur freiwilligen Isolierung zu Hause unterzeichnen und nach 7 Tagen einen PCR-Test wiederholen, der ebenfalls negativ ausfallen muss. Unklar ist, ob alle Einreisenden die marokkanische Corona-App „Wiqaytna“ auf dem eigenen Smartphone installieren müssen.

App
Marokko veröffentlicht Coronavirus – App Wiqaytna

Keine Gewähr für diese Informationen.

Die Informationen bezüglich der klinischen Untersuchung können sich in den kommenden Tagen ändern. Es ist nichts endgültig. Es fehlt weiterhin eine Bestätigung der Behörden für diese Vorgehensweise. Daher kann Maghreb-Post keine Gewähr für diese Informationen übernehmen. Im Zweifel warten Sie entsprechende Auskünfte der Behörden ab. Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden.

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