Marokko – NGO fordert Verbot von Jungfräulichkeitstest

NGO M.A.L.I will ein Verbot von Test und Attesten über Jungfräulichkeit bei Frauen durchsetzen.

1206
Attest
Untersuchung beim Arzt

Junge Frauen sollen vor demütigende Prozedur des Jungfräulichkeitstests verschont werden. Misstrauen und moralische – gesellschaftliche Normen üben Druck aus.

Rabat – Die Jungfräulichkeit einer Frau vor der Ehe spielt in dem konservativen Land noch immer öffentlich eine wichtige Rolle. Zugleich droht beiden Geschlechtern für Sex außerhalb der Ehe sogar ein Strafverfahren und neben einer Geldbuße gar eine Haftstrafe. Nicht selten wird von jungen Frauen vor der Eheschließung vom Bräutigam oder dessen Familie ein ärztliches Attest über die Jungfräulichkeit der Braut gefordert. Eine Prozedur die nicht nur schon so manche Ehe verhindert und für einige Frauen die soziale Ausgrenzung zur Folge hatte, sondern für alle betroffenen Frauen grundsätzlich demütigend sein kann.

NGO M.A.L.I will ein Verbot von Test und Attesten über Jungfräulichkeit bei Frauen durchsetzen.

Während es bereits zahlreiche Aktionen zur Abschaffung des Paragrafen 490 des Strafgesetzbuches gibt, der sexuelle Aktivitäten außerhalb der Ehe unter Strafe stellt, startet nun die „Alternative Bewegung für Individuelle Freiheiten (M.A.L.I)“ eine Online-Kampagne, um das Testen und Ausstellen von Jungfräulichkeitszertifikaten in Marokko zu stoppen.

Jungfräulichkeitstest
NGO M.A.L.I starten Onlinekampagne für ein verbot von Jungfräulichkeitstest

Hohe Erwartungen an Online-Kampagne

Die Bewegung protestiert gegen die Forderung, dass marokkanische Frauen vor der Heirat mitunter ein Jungfräulichkeitszertifikat vorlegen müssen, was nach Ansicht der Mitglieder gleichbedeutend ist mit der Erniedrigung von Frauen und der Missachtung ihres Rechts auf Privatsphäre. Mit dieser Online-Kampagne möchte die NGO ihre Ablehnung der männlichen Vorherrschaft über die Jungfräulichkeit von Frauen zum Ausdruck bringen.

Vor einigen Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weltweiten Aufruf für ein Verbot von Jungfräulichkeitstests gestartet.

M.A.L.I. lädt alle Frauen ein, sich an dieser Kampagne zu beteiligen und „Nein“ zu dieser Form der Unterdrückung zu sagen. Die Bewegung hat hohe Erwartungen an diese Kampagne und hofft, dass sie in den sozialen Netzwerken die gleiche Wirkung haben wird, wie die Kampagne zur Entkriminalisierung von einvernehmlichem und außerehelichem Sex „Stop 490″.

Empfohlener Artikel