Marokko – Urteile im „Hirak“ – Prozess gesprochen.

Urteil über bekannten Journalisten Hamid El Mahdaoui noch nicht gefällt.

Proteste in Al Hoceima
Proteste in Al Hoceima

Nasser Zafzafi zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Casablanca – Am gestrigen Abend beendete die zweite Strafkammer des Berufungsgerichts in Casablanca den „Hirak“ – Prozess. Es verkündete am Abend des 26. Juni 2018 die Urteile gegen die Hauptangeklagten. Das Strafmaß reicht von einem Jahr Haft bis zu 20 Jahren Gefängnis. Die bekannteste Stimme der Protestbewegung im Rif, Nasser Zafzafi, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Zefzafi Nasser
Zefzafi Nasser

Prozess führte nach acht Monaten zu Urteilen gegen jeden Angeklagten

Nach über acht Monaten Gerichtsverfahren und 85 Anhörungen sowie fast 2.000 Seiten Anklageschrift verurteilte die zweite Strafkammer des Berufungsgerichts alle 53 Angeklagten zu Haftstrafen im berüchtigten Oukacha – Gefängnis von Casablanca. Dort waren die Verurteilten bereits während ihrer Untersuchungshaft und auch während des Prozesses inhaftiert.

Die Urteile im Einzelnen:

Zu 20 Jahren Haft verurteilt wurden:

Nasser Zafzafi,
Nabil Ahamjik,
Ouassim Boustati
Samir Ighid

Hier sah es das Gericht als erwiesen an, das die Angeklagten die innere Sicherheit des Staates durch einen Angriffe untergraben wollten, wobei sie Verwüstungen und Personenschäden billigend in Kauf genommen haben. Die Höchststrafe in so einem Fall, so Paragraf 201 des Strafgesetzbuches, stellt die in Marokko noch immer vorhandene Todesstrafe da.

Zu 15 Jahren Haft verurteilt wurden:

Zakaria Adahchour,
Mohamed Haki
Mohamed Bouhnouch

Zu 10 Jahren Haft wurden verurteilt:

Mohamed Jelloul,
Karim Amghar,
Bilal Ahbbad,
Salah Lachkham,
Ashraf Yakhloufi
Omar Bouhras

Zu fünf Jahren Haft und 2.000 MAD Geldstrafe verurteilt wurden:

Mohamed Mejjaoui,
Chakir Lmakhrout,
Rabie Elablaq,
Ilyas Hajji,
Soulaiman Fahili,
Mohamed Asrihi,
Lahbib Hannoudi,
Abdelali Houde und
Ibrahim Abqoui.

Die übrigen Urteile sehen Haftstrafen von einen bis zu drei Jahren vor.

Urteil über bekannten Journalisten noch nicht gefällt.

Das Gericht hat noch nicht über das Schicksal von Hamid El Mahdaoui, Journalist und Herausgeber der Website Badil.info, entschieden. Dessen Fall wurde im Laufe des Prozesses vom Gesamtverfahrens separiert. Ihm wird weiterhin vorgeworfen gegen Paragraf 209 des Strafgesetzbuches verstoßen zu haben. Er habe Informationen über bevorstehende Straftaten bzw. Angriffe gegen den Staat gehabt und diese nicht an die Behörden weitergegeben. Das Gericht kann eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren verhängen.

Am kommenden Donnerstag, den 28. Juni 2018, soll die Verhandlung gegen ihn wieder aufgenommen werden. Beobachter erwarten das Urteil gegen El Mahdaoui noch am gleichen Abend.

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