Marokko – Zeitungen werden wieder gedruckt.

Einstellung des Vertriebs von Zeitungen im Rahmen des Gesundheitsnotstands.

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Tageszeitung
Herausgeber von Tageszeitungen stehen vor Herausforderung

Regierung gibt Druck und Verkauf von Printmedien wieder frei.

Rabat – Die Papierversionen der marokkanischen Medien, Tages- und Wochenzeitungen, Magazine sowie Anzeigenblätter, werden ab nächster Woche wieder an den Kiosken erhältlich sein. Printmedienunternehmen dürfen den Betrieb ab Dienstag, den 26. Mai 2020, wieder aufnehmen. Othman El Ferdaous, Minister für Kultur, Jugend und Sport sowie Medien, kündigte dies diesen Samstag, den 23. Mai 2020, an.

„Im Folge eines Antrags von Zeitungsverlegern auf Wiederaufnahme ihrer Geschäftstätigkeit informiert das Ministerium die Betroffenen darüber, dass sie ihre Papierzeitungen nun drucken und verteilen können, wobei sie die üblichen Gesundheitsanweisungen der zuständigen Behörden befolgen müssen“, schrieb der Minister auf seiner offiziellen Facebook-Seite.

Zeitungen
Ministerium gibt Druck und Vertrieb von Zeitungen wieder frei.

Einstellung des Vertriebs von Zeitungen im Rahmen des Gesundheitsnotstands.

Im Rahmen des ausgerufenen Gesundheitsnotstands, der im Kampf gegen die Coronavirus – Pandemie noch immer gilt, wurde der Verkauf von Printmedien untersagt. Man befürchtete in Marokko, dass durch Zeitungen, Magazine und weitere Angeboten in Papierform, das SARS-COV 2 Virus verbreitet werden könnte. Am 28. März kündigte der oben genannte Minister in einem Rundschreiben, dass zeitlich begrenzte Verbot an. Den Verlagshäusern wurde nahegelegt, ihre Produkte, Titel und Angebot in elektronischer Form anzubieten. Das Verbot betraf nicht nur die Verlagshäuser. Umsatzeinbussen hatten auch die Verkaufsstellen und Zwischenhändler.

Verlage unter wirtschaftlichen Druck.

Die Verlage stehen bereits seit Jahren unter wirtschaftlichen Druck. Gerade in Nordafrika und im arabisch sprachigen Raum entstehen immer wieder neue und vor allem elektronische Medien, die um die gleiche begrenzte Anzahl an Leser und Anzeigenkunden werben. Kaum ein Verlag kann von seinen Online-Angeboten die Kosten decken, so dass viele Häuser das Printgeschäft benötigen. Während die Redaktionen weiterarbeiten konnten, so standen die Druckereien still. Ob alle den wirtschaftlichen Neustart schaffen, ist zu bezweifeln.

Es droht eine Ausdünnung des Angebots und damit der Informationsvielfalt. Es ist zu befürchten, dass gerade die Titel und Verlage überleben, die im Kontext von Großkonzernen oder Parteien Unterstützung erhalten. Gleichzeitig werden sich die Leserinnen und Leser zunehmend damit anfreunden müssen, dass man für Informationen auch im Internet immer häufiger zur Kasse gebeten wird.

Marokko – Keine Zeitungen mehr wegen Coronavirus.

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